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Folge 2: Christian Boltanski

Archives aus dem Jahre 1989 von Christian Boltanski im Wohnzimmer von Familie Herrmann / Foto: Stefan MüllerArchives aus dem Jahre 1989 von Christian Boltanski im Wohnzimmer von Familie Herrmann / Foto: Stefan Müller

Archives aus dem Jahre 1989 von Christian Boltanski im Wohnzimmer von Familie Herrmann / Foto: Stefan Müller

In unserer zweiten Folge zum Projekt "Biennale für Internationale Lichtkunst 2010 - open light in private spaces" stellen wir Ihnen das Werk "Archives" des Künstlers Christian Boltanski vor. Es ist Halbzeit der Ausstellnug "Biennale für Internationale Lichtkunst" und es bleibt nur noch ein Monat Zeit, um die 60 Lichtkunstwerke in den sechs Städten des östlichen Ruhrgebietes zu sehen. Erleben Sie nun auch online die Installation im Wohnzimmer der Familie Herrmann.

Christian Boltanski mit seinem Werk "Archives"
"Bollehaus" steht in großen Lettern auf der Fassade des Einfamilienhauses. Im Innern zieren gerahmte Schwarzweiß-Fotografien die Wände des Wohn- und Esszimmers. Möbel aus einer anderen Zeit vermischen sich mit modernem Mobiliar. Für genau diesen Privatraum wurde das Werk eines Künstlers ausgewählt, der wie kaum ein anderer individuelles und kollektives Erinnern gegenüberstellt, sich mit Vergangenheit und Vergänglichkeit auseinandersetzt:
"Archives" aus dem Jahre 1989 von Christian Boltanski.

"Archives" ist Teil der Werkphase "Archive der Erinnerung", für die Boltanski seit 1969 immer wieder die gleichen Elemente verwendet: Blechschachteln, Fotos und Archivlampen.


Gastgeber: Familie Herrmann aus Fröndenberg / Foto: Sabine SchirdewahnGastgeber: Familie Herrmann aus Fröndenberg / Foto: Sabine Schirdewahn

Gastgeber: Familie Herrmann aus Fröndenberg / Foto: Sabine Schirdewahn

 

 

 

 

 

 

Hunderte dieser Schachteln stapeln sich nun an der Herrmannschen Zimmerwand und bilden den Sockel für fünf unscharfe Portraitfotos. Jedes der Gesichter wird von einer eigenen Lampe angestrahlt. Anders als auf den Erinnerungsfotos der Familie bleibt hier alles im Unklaren. Die Menschen auf den Fotografien sind nicht eindeutig zu identifizieren, und man rätselt, ob die Anordnung der Lampen wohl einer Verhörsituation entlehnt ist. Ebenso geheim bleibt der Inhalt der rostigen Schachteln ist - oder ob diese überhaupt etwas enthalten.

Hier geht es nicht um Authentizität verströmende Bilder, nicht um tatsächlich greifbar Gegenständliches. Im Gegenteil: Die Anonymität der Dargestellten hebt vielmehr das menschlich Durchschnittliche und Allgemeine hervor. So wird "Archives" zum Sinnbild der Vergänglichkeit schlechthin - eine Vergänglichkeit, die wir im Privaten mit Erinnerungsfotos, Filmen von einem Familienausflug und gesammelten Erinnerungsstücken in die Zeit verlängern wollen.

Direkt zur Karte und den Ausstellungen in Fröndenberg:
www.biennale-lichtkunst.de

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"Biennale für Internationale Lichtkunst" - die webSerie