"Zeche is nich", Blick 5: On the road
Zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 beschloss die ZDF-Redaktion von "Das Kleine Fernsehspiel", einen Episodenfilm zu drehen, der das alte Ruhrgebiet und die neue Metropole Ruhr beleuchtet. Der von der MADE IN GERMANY Filmproduktion betreute Film mit dem Titel "Zeche is nich - Sieben Blicke auf das Ruhrgebiet" feierte seine Premiere beim Eröffnungsfest von RUHR.2010 auf dem Gelände des Welterbe Zollverein am 9. und 10. Januar 2010. In Teil 6 unserer Serie berichtet Regisseur Stephan Bergmann exklusiv über seine Erfahrungen in der Metropole Ruhr beim Dreh des Kurzfilms "On the road".
Stephan Bergmann wurde 1980 im steirischen Graz geboren. Während seiner Zivildienstzeit arbeitete er als freier Musikredakteur bei dem lokalen Radiosender "Radio Helsinki".
2001 folgte ein Universitätslehrgang für Fernseh-Journalismus an der Donau-Universität Krems/NÖ und schließlich eine Ausbildung am Institut für Architektur und Medien (IAM Graz), das ihm einen Nebenverdienst als Tutor für Neue Medien ermöglichte. Bergmann trat der Medienkunstgruppe sofa23 bei, wodurch er an zahlreichen nationalen und internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen in den Bereichen Medieninstallation / Film / Video teilnahm. In dieser Zeit verwirklichte er auch filmische Arbeiten, u.a. für den sterischen herbst, netdays europe, Kulturhauptstadt Europas Graz2003 oder das Europäische Zentrum für Kunst und Kultur.
Seit 2007 studiert Bergmann an der Kunsthochschule für Medien Köln. Sein Werbefilm "The girl in the third row" erhielt 2008 den award "best comic film" auf dem Short Filmfestival Thermaikos.
On the road
Regie: Stephan Bergmann
Für seinen Kurzfilm begab sich Stephan Bergmann auf die Suche nach direkten und ehrlichen Stimmen zum Ruhrgebiet. Per Anhalter sammelte er Road Movie-Impressionen entlang des Ruhrschnellweges A40. Von Osten nach Westen, von Duisburg über Essen nach Bochum interviewte er (nicht nur) im intimen Raum von Fahrgastzellen Fußballfans, Hausfrauen, Autotuner und Berufspendler.
Personal Essay von Stephan Bergmann
"Mich interessieren immer Orte und Menschen, die ich noch nicht kenne. Wenn ich mich daher nach einem Thema für einen Dokumentarfilm umsehe, ist da zu allererst immer ein großes Fragezeichen.
Die Möglichkeit Teil eines Films über das Ruhrgebiet zu sein, war für mich daher auch wieder einmal die Gelegenheit etwas Neues kennen zu lernen. Die Idee, die mir dann am naheliegendsten und interessantesten vorkam, war, das Ruhrgebiet wie ein noch unbekanntes Urlaubsland zu behandeln, sich per Autostop darauf einzulassen und einfach los zu trampen.
Dadurch entstand eine Vielzahl an Interviews und Fahrten zu Orten im Pott, die man wahrscheinlich auch als Ruhrgebietler nicht kennt und von denen die markantesten und bekanntesten jetzt noch im Film zu sehen sind.
Vieles bleibt aber auch in meiner Erinnerung zurück, da die Menschen, die mich in ihr Auto und ihr Zuhause mitnahmen, mir auch Einblick in ihr Leben und ihre Vorstellungen gaben. Und das ist etwas, was mich persönlich, jenseits der zu erzählenden Geschichte, immer am meisten beeindruckt.
Deswegen habe ich jetzt auch das Gefühl, dass ich das Ruhrgebiet und seine Facetten, zumindest in einer persönlichen und privaten Form, so kennengelernt habe, dass ich beim Wort Ruhrgebiet sofort ein Kaleidoskop an Dingen hinter der Netzhaut habe, die ich nicht mehr missen möchte."
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