Regensburg
Buchmalerei der Renaissance in Regensburg Berthold Furtmeyr und seine Zeit
Die Stadt Regensburg plant im Jahr 2010 eine Ausstellung, die den berühmten Sohn der Stadt Regensburg, den Miniaturenmaler Berthold Furtmeyr (* um 1435/49, † nach 1502) würdigt. Furtmeyr ist einer der letzten großen Künstler des ausgehenden Mittelalters, der zwar noch in gewisser Weise der Gotik verhaftet war, doch gleichsam schon an der Schwelle der Renaissance stand.
Zahlreiche Miniaturen und Textillustrationen aus bedeutenden Bibliotheken des Landes werden gezeigt.
Regensburg bildete in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein führendes künstlerisches Zentrum, dessen Produktion, besonders auf dem Gebiet der Buchmalerei, weit ausstrahlte.
Die einzige Regensburger Werkstatt, die sich in der schwierigen zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts überregional behaupten konnte, dürfte die des Buchmalers Berthold Furtmeyr gewesen sein. Kostbare Miniaturen von ungekanntem Detailrealismus und nie gesehener Farbigkeit entstanden im Übergang vom Spätmittelalter zur Hochrenaissance in Regensburg. Diese Werkgruppen bilden den Höhepunkt frühneuzeitlicher Buchmalerei in Altbayern.
Für diese Entwicklung war Berthold Furtmeyr, der zwischen 1470 und 1501 als Bürger von Regensburg nachweisbar ist, von zentraler Bedeutung.
Seine Auftraggeber kamen vornehmlich aus den Kreisen des Adels und der Kirche. Ab 1480 tritt das wittelsbachische Herrscherhaus in Erscheinung. Das weltberühmte fünfbändige Missale für die Salzburger Erzbischöfe wird heute in der Bayerischen Staatsbibliothek in München aufbewahrt.
Dieser Prachtband dürfte einer der umfangreichsten und aufwändigsten Buchmalereiproduktionen gewesen sein, die nach der Erfindung des Buchdrucks noch in Auftrag gegeben wurde. Offensichtlich war Furtmeyr auf "Luxusaufträge" spezialisiert.
Bis heute ist nicht nur die Identifizierung der bedeutenden Malergruppe umstritten, die Furtmeyr in seiner Werkstatt beschäftigte, auch sein Oeuvre ist in der Abgrenzung zu zeitgenössischen Strömungen Gegenstand lebhafter Kontroversen. Die Ausstellung zeigt, dass es neben Albrecht Altdorfer einen weiteren bedeutenden Künstler in Regensburg gab. Dass Furtmeyr seinen eigenen Stil entwickelte fern einer "Donauschule", sich vielmehr durch Einflüsse geprägt zeigt, die er aus Nürnberg erhielt oder durch die Österreichische Hofschule, sind Ergebnisse einer lebhaften kunsthistorischen Forschung.
29.11.2010 - 13.2.2011
Kooperationspartner der Ausstellung in Regensburg sind das Kulturreferat der Stadt Regensburg, der Lehrstuhl für Kunstgeschichte der Universität Regensburg sowie die Staatliche Bibliothek Regensburg. Leihgaben sind aus bedeutenden Bibliotheken des Landes beantragt.
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