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02.12.2011

Auszeichnung für 2-3 STRASSEN

Foto: 2-3 STRASSEN

Foto: 2-3 STRASSEN

Das Projekt 2-3 STRASSEN des Künstlers Jochen Gerz, welches im Kulturhauptstadtjahr Teil des Programmes der RUHR.2010 war, ist mit einem Preis ausgezeichnet worden. Am Samstag, 26.11.2011, überreichte die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft dem Künstler den Preis "faktor kunst", der mit 10.000 Euro dotiert war. Ausgelobt wurden Kunstprojekte mit sozialem Engagement, die auf echte Teilhabe setzen.

Auslobung für sozial engagierte Kunstprojekte
Mit der Auslobung "faktor kunst" betrat die Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft Neuland. Die Auslobung für sozial engagierte Kunstprojekte, die auf echte Teilhabe setzen, ist in ihrer Art einzigartig. Mit mehr als 800 Einreichungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatte sie eine überwältigende Resonanz.

Am Samstag, 26.11.2011, überreichte der Stifter Carl Richard Montag in Bonn die Auszeichnungen. Drei von sechs mit 10.000 Euro dotierte Anerkennungen gingen nach Nordrhein-Westfalen. Zu den Prämierten gehören eine ungewöhnliche Projektreihe des Schlosstheaters Moers und die anspruchsvolle Konzeption für ein künstlerisches Vorhaben in der Bochumer Hustadt. Außerdem bekam ein bereits erfolgreich abgeschlossenes Projekt, welches Teil des Programmes der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 war, eine Sonderauszeichnung: 2-3 STRASSEN von Jochen Gerz in Dortmund, Duisburg und Mülheim a. d. Ruhr.

Hinter jeder Wand leben kreative Menschen
2010 bezogen 78 Menschen aus aller Welt mietfrei Wohnungen in Dortmund, Duisburg und Mülheim an der Ruhr. Ein Jahr lang waren sie Teilnehmer des Projekts 2-3 STRASSEN – eine Ausstellung in Städten des Ruhrgebiets von Jochen Gerz. Es ging um Veränderung - in den Straßen, für und mit den neuen und alten Bewohnern. Gemeinsam startete und realisierte man Initiativen, öffnete Türen, wurde Gastgeber für Nachbarn, Passanten und Ausstellungsbesucher. Alle zusammen schrieben ein Buch. 887 Autoren, 3000 Seiten über den Alltag, über das Leben. "Das Buch ist Text, ist soziale Skulptur, ist Kunst als Beitrag von allen. Wer täglich schreibt, verändert sich. Menschen, die sich verändern, verändern die Welt", heißt es auf der Website zum Buch.

Für Jochen Gerz ist Kreativität kein Künstlerprivileg, sondern erneuerbare soziale Energie. Die Ausstellung ist zu Ende, doch etwa die Hälfte der Teilnehmer kehrte 2011 nicht in ihre alten Heimatstädte zurück. Den Kunstprojekten von Jochen Gerz liegen wegweisende, partizipatorische Konzepte zugrunde, die sich in vielen Punkten mit den Absichten der Montag Stiftung Kunst und Gesellschaft decken. Deshalb erhielt das Projekt eine Sonderauszeichnung.