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08.04.2011

Formexperimente, Dabeisein & Flächen, die die Welt bedeuten

Arbeiterfamilie in Maracaibo, Venezuela, 1969 / © Jürgen Heinemann, 2011

Arbeiterfamilie in Maracaibo, Venezuela, 1969 / © Jürgen Heinemann, 2011

Am Samstag, 16. April, eröffnet das Museum Folkwang gleich drei neue Ausstellungen. Zu sehen gibt es zum einen "Flächen, die die Welt bedeuten", eine Ausstellung von Theaterplakaten von Frieder Grindler und Volker Pfüller. Fotografien von Jürgen Heinemann und Tobias Zielony stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Dabeisein". "Formexperiemente" konzentriert sich dagegen auf druckgrafische Serien des Informel.

Formexperimente
Informel kennzeichnet eine besonders in den USA und Frankreich ab 1945 entwickelte Stilrichtung der modernen Malerei, eng verbunden mit dem abstrakten Expressionismus. Innerhalb der Druckgrafik des Informel nehmen Serien einen besonderen Stellenwert ein. Formen und Farben wurden von Blatt zu Blatt verändert, um sie auf ihre Wirkung hin zu erproben.

Erstmals sind im Museum Folkwang die wichtigsten druckgrafischen Serien des Informel Thema einer Ausstellung. Die Ausstellung umfasst zwölf Serien mit rund 60 druckgrafischen Arbeiten, die im Einzelfall mit Gemälden aus der Sammlung des Museum Folkwang kombiniert werden.

Dabeisein
Der Fotograf Jürgen Heinemann (*1934) selbst nennt seine Schwarzweiß-Fotografien bildnerische Verdichtungen existenzieller Fragen. Soziale Ungerechtigkeit und politische Probleme vor Ort stehen bei seinen Arbeiten oft im Fokus.

Zusammen mit Heinemanns Arbeiten werden Bilder des Fotografen Tobias Zielony (*1973) gezeigt. Dessen Serien "Ha Neu" und "Chemnitz" entstanden 2002 und 2003 in den Peripherien von Halle und Chemnitz. Beide Städte sind von Abwanderung, Armut und Arbeitslosigkeit geprägt. Zielony setzt sich mit dem Alltag der Jugendlichen in den Städten auseinander. Er fotografiert die ganz eigene Atmosphäre nächtlicher Treffpunkte und porträtiert die entrückten Gesichter junger Erwachsener in künstlichem Licht.

Flächen, die die Welt bedeuten
Der 1939 in Leipzig geborene Volker Pfüller gehört zu den profiliertesten Plakatgestaltern, zunächst in der DDR, später dann in ganz Deutschland. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Pfüller, die seit den 1970er Jahren für Theater in ganz Deutschland entstanden, u.a. in Berlin, München, Stuttgart und Hamburg.

Frieder Grindler (*1941) sorgt seit Ende der 1960er Jahre mit Theaterplakaten für Aufsehen. Seine subtilen und perfekten Fotomontagen reizten die Grenzen des Genres aus und spielten schon früh mit Montagetechniken, die erst mit der Einführung des Computer added Designs selbstverständlicher wurden. Die Ausstellung zeigt beispielhafte Arbeiten aus den letzten vierzig Jahren.

 

Formexperimente | Dabeisein | Flächen, die die Welt bedeuten

Drei neue Ausstellungen
16. April bis 26. Juni 2011
Museum Folkwang, Museumsplatz 1, Essen

Öffnungszeiten:
Di bis So: 10.00 Uhr - 18.00 Uhr
Fr: 10.00 Uhr - 22.30 Uhr

Eintritt: 5,- Euro / 3,50 Euro (erm.)

www.museum-folkwang.de