MAGNA CHARTA RUHR.2010
Im Kulturhauptstadtjahr präsentierte sich das Ruhrgebiet als Modellregion für Europa. Mit der Unterschrift unter die MAGNA CHARTA RUHR.2010 haben sich alle beteiligten Kommunen und Landkreise der Kulturhauptstadt verpflichtet, künftig in ihrer Beschaffung auf Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit zu verzichten. Die Städte und Gemeinden des Ruhrgebiets mit ihren über fünf Millionen Einwohnern haben damit ein deutliches Zeichen für die globale Verantwortung von Kommunen in Europa gesetzt.
Vertreterinnen und Vertreter von Weltläden, Agenda-Büros, Eine-Welt-Zentren und kirchlichen Einrichtungen hatten sich bereits 2008 auf der Messe FA!R2008 zum Netzwerk "Faire Kulturhauptstadt Ruhr.2010" zusammen geschlossen. Ziel war es, das Ruhrgebiet mittelfristig zu einer "fairen" Metropole zu machen, die in der öffentlichen Beschaffung Produkte aus ausbeuterischer Kinderarbeit vermeidet und verstärkt Produkte aus fairem Handel verwendet. Das Netzwerk sieht den historisch einmaligen Zusammenschluss von 54 Städten und Gemeinden als Chance, die globale Verantwortung von Kommunen zu verdeutlichen und zugleich die Metropole Ruhr erneut als Modellregion für Europa zu etablieren.
Städte und Gemeinden haben als öffentliche Auftraggeber eine soziale Verpflichtung und sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Durch ihre Beschlüsse haben die Städte und Gemeinden der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 einen Beitrag zur Einhaltung der Menschenrechte weltweit geleistet. Im und um das Ruhrgebiet haben die Verantwortlichen in vielen Städten bereits Schritte gegen ausbeuterische Kinderarbeit unternommen. Sie trinken fairen Kaffee und Tee, verschenken Blumen aus Fairem Handel zu städtischen Jubiläen und kaufen zum Beispiel faire Fußbälle für Schulen und Vereine. Sie fordern Nachweise über die Einhaltung von Sozialstandards bei der Produktherstellung. Beispielhaft seien hier die Städte Castrop-Rauxel, Dinslaken und Dortmund genannt, die sich in besonderer Weise um eine faire Beschaffung verdient gemacht haben.
Alle drei Ruhrgebietsstädte sind Unterzeichner der Magna Charta und bereits als Fairtrade-Town ausgezeichnet. Mit der Initiative sollen die Erfahrungen und Bemühungen dieser Städte gestärkt, gebündelt und erfahrbar gemacht und so zum festen Bestandteil der öffentlichen Beschaffung im Ruhrgebiet werden.
Mit dem offiziellen Ende des "Netzwerkes Faire Kulturhauptstadt Ruhr.2010" sind die Arbeiten nicht abgeschlossen. Das Netzwerk nennt sich nun "Faire Metropole Ruhr" und hat sich als nächstes zum Ziel gesetzt, alle Gemeinden, Städte und Kreise des Ruhrgebiets bis Ende 2012 auf den Weg zu bringen, Fairtrade-Städte, -Gemeinden und -Kreise zu werden und damit Teil einer internationalen Bewegung von Kommunen für globale Gerechtigkeit.
Weitere Informationen zum Netzwerk unter: www.faire-metropole-ruhr.de

