40 Künstlerinnen und Künstler zeigen auf der Emscher-Insel Entwürfe für die Zukunft der Region
Entlang der Emscher zeigte sich lange Zeit die unschöne Kehrseite des Reviers. Und genau hier wird seit zwanzig Jahren in einem gigantischen Vorhaben zum Landschaftsumbau, dem Umbau der Emscher, ein Prototyp von kooperativer regionaler Planung verwirklicht. Die Internationale Bauausstellung Emscher Park der 1990er Jahre setzte mit dem Emscher Landschaftspark die Marken für den Landschaftswandel und die Neudefinition eines ganzen Landstrichs.
Aus vielen Industriebrachen wurden Naturräume oder Terrains für neue attraktive Nutzung – nicht nur für die Arbeit, den Handel, sondern vor allem für Wohnen, Freizeit und Kunst. Mit dem Projekt des Emscher-Umbaus wird der Prozess weiter geführt. Inzwischen entstehen auf 350 Kilometern entlang der Emscher und ihrer Nebenläufe aus betonierten Abwasserkanälen renaturierte, lebendige Gewässer – derzeit das größte Renaturierungsprojekt der Welt – das Neue Emschertal. Schwer vorstellbar? Wer es heute noch nicht glauben mag, ist eingeladen, sich 2010 selbst vom „Wunder der Emscher“ zu überzeugen.
Die Emscher-Insel bildet das Herzstück des Neuen Emschertals. Mit einer Gesamtfläche von ca. elf Quadratkilometern erstreckt sie sich auf einer Länge von 34 Kilometern zwischen den Städten Castrop-Rauxel im Osten und Oberhausen im Westen. Eingefasst durch den Rhein-Herne-Kanal und die Emscher ist sie zwischen 30 und 2000 Metern breit. Mit dem Projekt emscherKUNST.2010 startet im Kulturhauptstadtjahr eine Ausstellung, die diesen spannenden, durch unterschiedlichste Nutzungen geprägten Raum für die Besucher erlebbar macht. Kunst im Öffentlichen Raum mit urbanen Schwerpunkten, aber auch Aspekte der Garten- und Landschaftskunst werden bei der durch Prof. Florian Matzner kuratierten Ausstellung eine Rolle spielen. Mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 beginnt so ein Projekt, das in regelmäßigen Abständen als Biennale oder Triennale in den Folgejahren das gesamte Neue Emschertal im Zentrum der Metropole Ruhr mit qualitativ herausragenden Kunstprojekten auszeichnen will. emscherKUNST.2010 wird daher auch über das Kulturhauptstadtjahr hinaus einen nachhaltigen Beitrag zum Strukturwandel in der Region und zum Thema Kunst im öffentlichen Raum bieten.
Ende Mai 2010 wird das größte Kunstprojekt der Kulturhauptstadt eröffnet. Dann haben die Besucher 100 Tage Zeit, um die insgesamt acht Ausstellungsräume auf der Emscher-Insel zu erkunden. 40 Künstlerinnen und Künstler, zum Teil in Duos oder Gruppen arbeitend, erschaffen 20 Werke unterschiedlichster Art. In den ungewöhnlichsten Räumen, wie z.B. an
Schleusen, im Kanal oder auf Industriebrachen wird ein laufendes Haus genau so zu finden sein wie eine Hobby-Ornithologenstation, ein „singender“ Felsen, ein Community-Garden oder ein wanderndes Kasperletheater. International renommierte Künstler wie Rita McBride (Düsseldorf/New York), Jeppe Hein (Kopenhagen/Berlin) oder Tadashi Kawamata (Tokio/Paris) genau so wie Studenten der Kunstakademie Münster haben den Auftrag angenommen und sich bei zahlreichen Bereisungen per Schiff, Rad und Auto intensiv mit den Standorten und der Region auseinander gesetzt.
Entstehen werden 2010 - um nur zwei Beispiele zu nennen - ein monumentales Wandmosaik auf der Außenhülle eines ehemaligen Faulturms in Herne (Silke Wagner, Frankfurt a.M.) oder ein versunkener Garten in einem ehemaligen Klärbecken in Bottrop-Ebel (Piet Oudolf & Eelco Hooftman, Hummelo & Edinburgh). Ergänzt wird diese Konzeption durch ein besonderes künstlerisches Projekt im Westen der Insel, bei Schloss Oberhausen. Hier wird eine künstlerische Großskulptur von Tobias Rehberger (Frankfurt a.M.) zugleich die Funktion eines Brückenübergangs auf die Emscher-Insel erfüllen.
Die Beschäftigung mit den ortsspezifischen Begebenheiten bleibt aber nicht die einzige Annäherung an die Region - die Macher der Ausstellung sind auf die Unterstützung ortsansässiger Experten genau so angewiesen, wie auf die Teilhabe der Bevölkerung. Viele Projekte laden nicht nur zum Anschauen, sondern zum Mitmachen und Mitgestalten ein.
Am 29.05.2010 ab 14 Uhr wird die Ausstellung im Rahmen eines großen Eröffnungsfestes durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Jürgen Rüttgers, eröffnet.
Hintergrundinfo:
Das Projekt emscherKUNST.2010 ist ein Kooperationsprojekt der RUHR.2010, der Emschergenossenschaft und des Regionalverband Ruhr. Ein Projektbüro kümmert sich gemeinsam mit dem Kurator Florian Matzner um die Organisation dieser großen Ausstellung. emscherKUNST.2010 wird überwiegend mit Mitteln des Landes (Staatskanzlei, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW und Ministerium für Bauen und Verkehr NRW) und aus EU-ZIEL2-Mitteln (Ökologieprogramm Emscher-Lippe) finanziert und durch die drei Kooperationspartner kofinanziert. Das Projekt wird von einem Lenkungskreis gesteuert, dem neben den Kooperationspartnern die verschiedenen Ressorts des Landes und Vertreter der Anrainerkommunen angehören. Noch während der Umsetzungsphase von emscherKUNST.2010 werden die Fragen nach der finanziellen und organisatorischen Struktur einer zukünftigen Biennale/Triennale im Neuen Emschertal zu klären sein. Weitere Kulturhauptstadt-Projekte im Neuen Emschertal sind zum Beispiel der KulturKanal als Projekt für Kultur, Freizeit und Tourismus entlang des Rhein-Herne-Kanals sowie die Umgestaltung der A42 zur Parkautobahn A42. Die Emscher – es bleibt alles im Fluss.
Basisdaten:
- Anzahl der Skulpturen: 20
- Anzahl KünstlerInnen: 40
- Laufzeit der Ausstellung: 29.05.2010 bis 05.09.2010
- Ausstellungsfläche: 11 Quadratkilometer
- Ausstellungskosten: rund 6 Millionen Euro
- Kosten Fußgängerbrücke Tobias Rehberger Oberhausen: 2,4 Millionen Euro
Pressefotos und Bildbeispiele zu den Entwürfen der Künstler/innen finden Sie im Pressebereich. Im Anhang dieser Meldung finden Sie außerdem eine vollständige Künstler- und Standortliste sowie eine Insel-Karte als PDF zum Download.
Jede Vision braucht Menschen, die an sie glauben. Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 dankt ihren Hauptsponsoren:
Deutsche Bahn AG, E.ON Ruhrgas AG, RWE AG
Pressekontakt:
RUHR.2010 GmbH
Marc Oliver Hänig
Telefon: +49 (0)201 888 2099
Fax: +49 (0)201 888 2043
E-Mail: presse@ruhr2010.de
Regionalverband Ruhr
Jens Hapke
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Fax: +49 (0)201 2069 501
E-Mail: hapke@rvr-online.de
Emschergenossenschaft/Lippeverband
Silke Wilts
Telefon: +49 (0)201 104 2474
Fax: +49 (0)201 104 2826
E-Mail: wilts.silke@eglv.de
Downloads:
Flyer emscherKUNST.2010 (PDF; 1,42 MB)
Biografien der Künstler (PDF; 78,3 kB)
Insel-karte emscherKUNST.2010 (JPG; 666 kB)

