„Essen für das Ruhrgebiet“ startet Schlussoffensive für den Titelgewinn „Kulturhauptstadt Europas 2010“
Ruhrgebiet/Gelsenkirchen. Die Region mobilisieren, die Jury überzeugen, Europa gewinnen! So lautet die Strategie, mit der die Bewerbung „Essen für das Ruhrgebiet“ in die Schlussoffensive um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2010“ geht. „Ich bin überzeugt: Das Ruhrgebiet hat die besten Chancen, den Titel ins Ruhrgebiet zu holen“, zeigt sich Dr. Oliver Scheytt, Moderator der Bewerbung und Kulturdezernent der Stadt Essen, rund 120 Tage vor dem entscheidenden Votum der europäischen Jury optimistisch.
Unsere Idee hat gezündet. Wir schicken das Ruhrgebiet als neue Stadt, als Stadt des 21. Jahrhunderts, ins Rennen. Und wir haben in den letzten Monaten eine Unterstützung aus der Region erfahren, die einzigartig ist.“
Das Ruhrgebiet mobilisiert jetzt seine Kräfte für die Kulturhauptstadtbewerbung in allen Bereichen: Bei Regionalkonferenzen in Essen, Duisburg, Bochum, Recklinghausen und Dortmund treffen sich die Meinungsführer der Region. Themenwerkstätten mit Künstlern, Architekten, Stadtplanern, Wissenschaftlern, sowie der europäische Kulturdialog des Kulturwissenschaftlichen Institutes und das türkische Festival „Melez“ haben die inhaltliche Auseinandersetzung mit den in der Bewerbungsschrift genannten Themen Urbanität, Identität und Integration vorangetrieben.
Die Bewerbung ist inhaltlich zugespitzt worden. Das Bewerbungsteam hat die europäische Dimension anhand von Leitthemen und Leitprojekten heraus-gearbeitet. So wird die neue Fassung der Bewerbungsschrift das Motto „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“ für die europäischen Partner anschaulich machen. Bis zum 31. Dezember 2005 müssen die aktualisierten Bewerbungsunterlagen in deutscher und englischer Fassung an die europäischen Gremien übergeben werden.
Zu den Bewerbungsunterlagen gehört auch ein touristisches Handlungsprogramm, mit dem die Region als kultureller Erlebnisraum erschlossen werden soll. Allein bei den Übernachtungsgästen wird mit einem Zuwachs von 20 Prozent gerechnet. Der RVR erarbeitet gerade zusammen mit seiner Tourismustochter RTG dieses Konzept.
Mitte März 2006 soll die von der EU eingesetzte Jury eine Empfehlung für einen der beiden verbliebenen deutschen Kandidaten „Essen für das Ruhrgebiet“ und das sächsische Görlitz abgegeben haben. Danach werden die europäischen Gremien bis spätestens Ende 2006 entscheiden, ob „Essen für das Ruhrgebiet“ Kulturhauptstadt Europas 2010 wird. „Auf Grund der positiven Erfahrungen mit Juryreisen wollen wir, dass die Experten die Kandidaten vor Ort prüfen“, betont Dr. Scheytt.
Ein Leitprojekt hat eine eindeutige europäische Dimension: Zum Vorberei-tungstreffen für den internationalen Kulturaustausch „Twins 2010“ vom 3. bis 5. Februar 2006 sind je zwei Vertreter aus den mehr als 150 europäischen Partnerstädten der Region eingeladen. Sie sollen gemeinsame Kulturprojekte mit Partnern aus dem Ruhrgebiet für das Jahr 2010 vorbereiten. Bis Anfang Dezember lagen bereits Zusagen aus 81 europäischen Städten für die Teilnahme an der Konferenz vor.
„Die überwältigende Resonanz auf das Projekt ‚Twins 2010’ zeigt, dass es eine Sehnsucht nach einem kulturellen Europa gibt, in dem sich die Menschen in gemeinsamen Projekten austauschen können“, sagt Heinz-Dieter Klink, Direktor des Regionalverbandes Ruhr. „Die Metropole Ruhr als Einwande- rungsregion ist prädestiniert dafür, im Jahre 2010 Gastgeber für die Kulturen Europas zu sein.“
Zur Schlussoffensive der Bewerbung, die Ende 2001 durch die Kulturbeige- ordneten-Konferenz des RVR angestoßen worden war, gehören auch eine regionale und eine internationale Anzeigenkampagne in ausgewählten Medien. Bis zur endgültigen Entscheidung über die Vergabe des Titels stehen rund 500.000 Euro aus Sponsorenmitteln bereit und rund 500.000 Euro, die das Land, der RVR und die Stadt Essen zugesagt haben.
