Fazit zur Konferenz "Tage der Sprachen im Ruhrgebiet"
Am 14. und 15. Oktober 2010 fanden die "Tage der Sprachen im Ruhrgebiet" an der Ruhr-Universität Bochum statt. Das sprachwissenschaftlich motivierte Projekt der Universitäten Bochum, Bonn und Duisburg-Essen unter der Leitung von Gerald Bernhard (Ruhr-Universität Bochum) und Franz Lebsanft (Universität Bonn) betrachtete am ersten Tag die linguistische Dimension von Mehrsprachigkeit. Dabei standen sprachpsychologische Effekte, Verwendungsanlässe und Potenziale von Mehrsprachenkenntnis, aber auch die Schwierigkeit des Erhalts der Sprachenkompetenz im Vordergrund. Am zweiten Tag stellten Mitarbeiter religiöser und kommunaler Institutionen ihre Umgangspraxis mit Mehrsprachigkeit vor. Sie präsentierten Monolingualität, Mehrheitsentscheide, Insenzierungen und Nutzung von Sprachenkompetenzen von insbesondere Migranten als mögliche Umgangsweisen mit vielsprachigen Umgebungen und oft heterogener Klientel.
Mehrsprachigkeit, so machten vor allen Dingen die Abschlussdiskussionen an beiden Tagen deutlich, an denen auch Aslı Sevindim (RUHR.2010 GmbH) und Murad Bayraktar (Funkhaus Europa) teilnahmen, ist eine vielschichtige, potente, aber auch vergängliche Kompetenz, die vor allen Dingen Menschen mit Migrationshintergrund beherrschen. Sie muss entsprechend gefördert werden, will sie erhalten werden. Das ist für eine Einwanderungsgesellschaft wie Deutschland, aber auch für ganz Europa wichtig, denn Mehrsprachigkeit bedeutet in erster Linie interkulturelle Kompetenz und die Möglichkeit, sich in verschiedenen Sprachumgebungen zu bewegen. Das Ruhrgebiet, seine Menschen und Institutionen haben aufgrund der großen Anzahl von hier lebenden Menschen mit verschiedenen Sprachhintergründen das Potenzial, hierfür wichtige Modelle und Beispiele zu liefern.
Die "Tage der Sprachen im Ruhrgebiet" beschäftigten sich exemplarisch mit den Sprachen Arabisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Niederländisch, Russisch und Türkisch. Sie sind ein Projekt der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010, fanden in Anbindung an das Kulturhauptstadtprojekt MELEZ.2010 statt und wurden durch die Stiftung Mercator unterstützt.
Weitere Informationen und ausführliches Tagungsprogramm:
Projektseite Tage der Sprachen
www.wissenschaft2010.de
Projektwebsite MELEZ.2010
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Mercator.
Jede Vision braucht Menschen, die an sie glauben. Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 dankt ihren Hauptsponsoren:
Deutsche Bahn AG, E.ON Ruhrgas AG, HANIEL, RWE AG, Sparkassen-Finanzgruppe
Pressekontakt:
Ruhr-Universität Bochum
Romanisches Seminar
Prof. Dr. Gerald Bernhard
Telefon: +49 (0)234 3228630
E-Mail: gerald.bernhard@rub.de
RUHR.2010 GmbH
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