Folkwang-Atoll soll 2007 auf der Ruhr in Essen-Werden für die Kulturhauptstadt-Bewerbung des Ruhrgebiets werben
Essen. Die Ruhr rund um die Brehminsel in Essen-Werden soll sich von Mai bis Oktober 2007 in einen künstlerisch gestalteten Energiepark verwandeln. Das Folkwang-Atoll, ein Archipel aus 25 schwimmenden Kunstwerken, steht für das Zusammenwirken von kreativer und physikalischer Energie und ist ein Leitprojekt der Bewerbung „Essen für das Ruhrgebiet – Kulturhauptstadt Europas 2010“.
Internationale Künstler und Wissenschaftler haben sich auf Einladung des Initiators Norbert Bauer auf die Formel „Kunst ist Energie – Energie ist Kunst“ eingelassen und werden unter Einsatz der regenerativen Energieressourcen Wasser, Wind, Sonne und Kreativität ganz unterschiedliche Kunst-Inseln schaffen.
Bereits jetzt sind 21 maßstabsgerechte Modelle für das Folkwang-Atoll fertig und werden bis zum 20. Juni auf der Kokerei Zollverein im Essener Norden ausgestellt. Gezeigt werden u. a. „Wasserfilter“ von Ilya und Emilia Kabakov, „Lichtkreisel“ von Otto Piene, eine Solarinsel von Gloria Friedmann, „U-Boot“ von Andreas M. Kaufmann, „Energie-Haus“ von Jan van Munster und „Singendes Herz“ von Ugo Dossi.
Die Inseln, die 2007 auf der Ruhr in Essen-Werden rund um die Brehminsel installiert werden sollen, sind zwischen 100 und 150 Quadratmetern groß und teilweise begehbar. Kunstfreunde können sie nicht nur vom Ufer aus betrachten, sondern auch mit Ruderbooten erreichen.
Im Anschluss an die Ausstellung in Essen werden die Modelle im Skupturenmuseum Glaskasten in Marl gezeigt. Weitere Ausstellungen in Bonn, Berlin, Ungarn und Norwegen sind geplant.
Der Ausstellungskatalog mit einem Vorwort von Rita Süssmuth erscheint zur Ausstellung und kostet 10 Euro.
Die Ausstellung findet statt im ehemaligen Salzlager der Kokerei Zollverein, Tor 3, Arendahls Wiese, und ist mittwochs bis sonntags von 12 bis 20 Uhr geöffnet.
Oliver Scheytt, Moderator der Bewerbung und Kulturdezernent der Stadt Essen:
„Als Leitprojekt der Ruhrgebietsbewerbung um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 unterstreicht das Folkwang-Atoll die Bedeutung der Region als Denkfabrik und Zentrum innovativer Kultur. Wissenschaft und Kunst erlebten einen zeitgleichen Aufschwung im postindustriellen Ruhrgebiet, hatten aber bislang kaum Berührungspunkte. Das Folkwang-Atoll führt beide zusammen und will einen Dialog über die Nutzung regenerativer Energie eröffnen und zu einem Archipel der Künste und Wissenschaften werden. Wo wäre eine solche Begegnung sinnfälliger als in der Region, die sich nicht zuletzt wegen der Endlichkeit fossiler Energieträger eine ganz neue Identität geben musste?“
Norbert Bauer, Ideengeber und Kurator:
„Folkwang-Atoll ist zugleich Titel und Programm, steht für das Zusammenwirken von kreativer und physikalischer Energie. Künstler und Wissenschaftler sind eingeladen, sich auf das Thema Kunst und Energie einzulassen und unter Einsatz regenerativer Energie aus Wasser, Wind, Sonne und Kreativität schwimmende Kunstwerke zu schaffen. Folkwang-Atoll ist die Gewinnung und Transformation von physikalischer Energie in kreative Energie, in Bewegung, Licht, Klang – in Kunst, in einen künstlerisch gestalteten Energiepark.“
