Haldensaga startet in die Nacht
Von Halden, Helden und Sagen
Zittern ist Programm! Spätestens seit dem Schneesturm im Januar 2010 zur Eröffnung sind die Freunde, Gäste und Macher der Kulturhauptstadt so einiges gewohnt und wissen: Regencape, Schirm, warme Kleidung und eine gelassene Haltung befördern am Ende die größten Emotionen und die stärksten Eindrücke zu Tage. Mit durchschnittlich 10°C wird die Nacht vom 23. auf den 24. Juli wieder eine Herausforderung der besonderen Art. Pfadfinderjurten auf den Haldenplateaus bieten Schutz vor Wind und Regen, aber viele Nachrastplätze liegen offen unter dem von Regenwolken verborgenen Sternenhimmel. Ruhris kennen das.
Haldensaga ist die ungewöhnlichste Veranstaltung seit "Schachtzeichen" und "Still-Leben" im Kulturhauptstadtjahr. Wanderfreunde sind eingeladen, Kunst zu erleben und Kunstliebhaber aufgefordert, die Wanderschuhe zu schnüren. "Die Idee, mit einem identitätsstiftenden Veranstaltungsformat auf die Halden zu gehen, ist Ende 2010 entstanden. So haben wir die Haldensaga als letztes Großprojekt von RUHR.2010 auf den Weg gebracht. Sie dient als Brückenprojekt zwischen der Kulturhauptstadt und ihrer nachhaltigen Wirkung", so Prof. Dr. Oliver Scheytt, Geschäftsführer der RUHR.2010 GmbH.
Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler freut sich, dass auch Bottrop Ausgangspunkt und Abschluss der Nachtwanderung ist. "Jede Sage braucht einen guten Anfang und ein versöhnliches Ende. Mit der Halde Haniel und der Tetraeder-Halde bieten wir beides."
Rund 4000 wetterfeste Teilnehmer wandern zwischen Neukirchen-Vluyn und Bergkamen durch die Nacht. Sie lassen sich auf zwölf Stunden anspruchsvolle körperliche Bewegung ein sowie auf die mentale Herausforderung der nächtlichen Pausen auf den Halden und an den Nachtrastplätzen.
Ambivalente Orte der Inspiration und Irritation
Die Hamburger Radiokünstler der Gruppe LIGNA spielen mit dieser besonderen Situation und wollen mit ihrer zweiteiligen Hörspielperformance zum Sonnenuntergang und zum Sonnenaufgang mit kosmischen Bildern und poetischen Ortsbegehungen verzaubern. Jede Halde ist ein Sender und jeder Teilnehmer ist Empfänger und Darsteller zugleich. Michael Hueners von LIGNA: "Die Halden sind für uns ambivalente Orte der Inspiration und Irritation, nicht nur Denkmäler einer fast vergangenen Epoche. Sie scheinen einer Traumlogik entsprungen zu sein und laden zu unerwarteten Begegnungen und Ausblicken ein. Beispielhaft an acht Halden versuchen wir, das in ihnen Verborgene zu heben und in einer Art Festspiel sichtbar zu machen - eine Hommage an den Abraum des Bergbaus."
Die Kulisse des Spiels bilden Kunstwerke von Richard Serra und Otto Piene, der Künstlergruppe Observatorium, des spanischen Bildhauers Agustín Ibarrola und der vielen anderen Künstler, deren Namen mit den magischen Orten hoch über dem Emscher Landschaftspark verbunden sind. Sie würden das Geschehen unter ihren Monumenten und Skulpturen mit Wohlgefallen verfolgen.
Doch nicht nur die Kunsthalden selbst, sondern auch die verschlungenen Wege und Halden-Serpentinen in der Dämmerung sind reich an Abwechslung und Geschichten. Von Mythen, Menschen und Maloche erzählen ehrenamtliche Nachdozenten am Wegesrand. Ob sagenhafte Orte oder sagenhafte Geschichten, ob kultig, spannend, abseitig, schrill oder poetisch - mündlich überliefert entsteht die Haldensaga aus vielen einzelnen Geschichten und Erzählungen.
Die Halden des Emscher Landschaftsparks stehen sinnbildlich für Vergangenheit und Zukunft der Metropole Ruhr und bilden mit ihren Licht- und Landschaftskunstobjekten heute einen einzigartigen Erfahrungsraum. "Haldensaga" ist eine Aufforderung, sich den Park auf unkonventionelle Art und Weise anzueignen - als einen Ort des Widerspruchs, der Herausforderung und der Freiheit. Ein nächtliches Erlebnis zwischen Abenteuer und Kunst, Wildnis und Urbanität, Poesie und Schotter.
Die Halden
Halde Norddeutschland, Neukirchen-Vluyn (LED-Himmelstreppe und "Hallenhaus" der Künstlergruppe Observatorium, Rotterdam)
Halde Rheinpreußen, Moers (Landmarke "Das Geleucht" von Otto Piene)
Halde Haniel, Bottrop (Bergtheater und "Totems" von Agustín Ibarrola)
Halde Beckstraße, Bottrop (Landmarke "Tetraeder" von Wolfgang Christ mit Lichtinstallation von Jürgen LIT Fischer)
Halde Schurenbach, Essen ("Bramme für das Ruhrgebiet" von Richard Serra)
Halde Rungenberg, Gelsenkirchen: (Lichtinstallation "Nachtzeichen" von Hermann Es Richter und Klaus Noculak)
Halde Hoheward, Herten (Landmarke "Horizontobservatorium", Idee und Konzeption: Initiativkreis Horizontastronomie)
Presseinformationen:
Presseinformation: Daten, Zahlen und Fakten der Haldensaga
Presseinformation: Nachtdozenten
Presseinformation: Tourenguides
Presseinformation: Stimmen zur Haldensaga
Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalverband Ruhr, der Ruhr Tourismus GmbH, der RAG Aktiengesellschaft, den Standortkommunen und der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) realisiert.
Pressekontakt:
Helen Weißenbach
Tel: +49 (0)201 - 888 2057
Mobil: +49 (0)171 - 864 2256
helen.weissenbach@ruhr2010.de
PR Haldensaga:
Hella Sinnhuber
Tel.: +49 (0)201 - 888 2079
Mobil: +49 (0)172 - 2300504
E-Mail: hella.sinnhuber@ruhr2010.de
Projektleiter Haldensaga:
Jürgen Fischer
Tel: +49 (0)201 - 888 2013
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juergen.fischer@ruhr2010.de

