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14.09.2010

Kampagne ohne Auftrag: Das Fotografieprojekt "Augen-Blicke"

"Ohne Titel", 2009 / Foto: Anne-Lena Michel

"Ohne Titel", 2009 / Foto: Anne-Lena Michel

Anlässlich der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 zeigen großflächige Plakatwände Fotografien, ohne Werbung, ohne Aufforderungen oder Appelle. Seit dem 10. September sind im gesamten Essener Stadtraum auf ca. 140 Plakatwänden Fotografien von Studierenden der Folkwang Universität der Künste und der University of Sunderland zu sehen.

"Augen-Blicke" heißt das Kulturhauptstadtprojekt, wofür die Plakatwände ihre Zweckgebundenheit aufgeben und nun als Orte eines öffentlichen Experimentierfeldes fungieren. Statt den uns vertrauten, einseitigen Werbe- und Informationsflächen zu dienen, zeigen die Wände nun junge zeitgenössische Fotografie und treten damit in einen ungewöhnlichen Dialog mit der Stadt.

Gleichzeitig provozieren sie unsere Aufmerksamkeit, indem sie sich der visuellen Dominanz der Werbung widersetzen. Da diese Fotografien eng mit ihrer Umgebung, die mitunter doch recht überladen ist, verknüpft sind, entwickeln sie im besten Fall nun einen eigenen Willen und leisten Widerstand den anderen Plakaten gegenüber. Kennzeichnend für all die Arbeiten der jungen Fotografinnen und Fotografen sind ihre subjektiven Herangehensweisen. Das Persönliche und das Öffentliche bilden den Rahmen hierfür. Die Bilder setzen ebenso auf die einzelne persönliche Lesart des Betrachters, mit all den unendlich verschiedenen Assoziationsmöglichkeiten.

Entstanden sind die Arbeiten in einem zweisemestrigen Seminar, das die Rolle des Bildes im öffentlichen Raum erforschte. Wie lassen sich die ästhetischen und kommunikativen Strukturen von Fotografie und Plakatwand anders sichtbar machen, waren unter anderem die Fragen, denen nachgegangen wurde. Denn kein anderes Bildmedium hat seit seiner Entdeckung so nachhaltig unseren Alltag geprägt wie die Fotografie. Gerade weil Fotografie die Möglichkeit bietet, sich ein Bild von etwas zu machen, hat sie bildgeschichtlich ihren festen Platz in unserer Gesellschaft erhalten. Das öffentliche Erscheinen des Bildes, sei es als Plakat, Werbung, Graffiti, vor allem aber als Fotografie, ist inzwischen unübersehbar und allgegenwärtig. Zudem haben die neuen Medien die Verbreitung und Zirkulation von Bildern enorm beschleunigt. Es ist also diese öffentliche Alltäglichkeit, die die Notwendigkeit verdeutlicht, sich bewusst mit der Vielfalt des fotografischen Bildes auseinanderzusetzen.

Jede Vision braucht Menschen, die an sie glauben. Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 dankt ihren Hauptsponsoren:
Deutsche Bahn AG, E.ON Ruhrgas AG, HANIEL, RWE AG, Sparkassen-Finanzgruppe

Pressekontakt:

RUHR.2010 GmbH 
Marc Oliver Hänig
Telefon: +49 (0)201 888 2099
Fax:      +49 (0)201 888 2043
E-Mail:   MARC.OLIVER.HAENIG@RUHR2010.DE