Mythos Ruhr Begreifen - RUHR.2010 erläutert Programmlinien
Unter den Begriffen "Mythos Ruhr Begreifen", "Metropole Gestalten" und "Europa Bewegen" hat RUHR.2010 drei zentrale Programmlinien formuliert, die den 300 Projekten der Europäischen Kulturhauptstadt Richtung und übergreifende Dramaturgie über das Kulturhauptstadtjahr hinaus geben sollen. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe mit prominenten Mitgliedern des Kuratoriums von RUHR.2010 und namhaften Experten sollen diese Schlüsselthemen vorgestellt und diskutiert werden. Das erste ist "Mythos Ruhr begreifen".
Themenveranstaltung RUHR.2010:
Mythos Ruhr Begreifen
Das kulturelle Erbe: Motor für die Metropole Ruhr
29. September 2009, 19.00 Uhr
Nordsternpark Gelsenkirchen, Foyer der THS
Mit dem Programmbereich "Mythos Ruhr Begreifen" stellt die Kulturhauptstadt Europas die Metropole Ruhr in ihren historischen Zusammenhang, erzählt von ihren Wurzeln und ihrer Suche nach der Zukunft. Sie sind die Basis, um eine neue Metropole zu gestalten.
Die erste dieser drei Themenveranstaltungen findet statt am Dienstag, 29. September 2009, um 19.00 Uhr im Foyer der THS im Nordsternpark in Gelsenkirchen. Eine Wegbeschreibung entnehmen Sie bitte der Anfahrtsskizze (PDF 120,73 KB).
Moderiert vom Vorsitzenden der Geschäftsführung der RUHR.2010 GmbH, Fritz Pleitgen, diskutieren:
Marie-Luise Marjan, Schauspielerin
Sönke Wortmann, Filmregisseur
Prof. Dr. Ulrich Borsdorf, Historiker
Jürgen Lodemann, Autor
Anselm Weber, Intendant
Bis zum Ende des Jahres folgen dann die Themenveranstaltungen zu "Metropole gestalten" in Dortmund und "Europa bewegen" in Duisburg. Die Veranstaltungen sind öffentlich. Der Eintritt ist frei.
Hintergrund:
Mythos Ruhr Begreifen
Mythos Ruhr – das ist der Mythos von Kohle und Stahl, von harter Arbeit und Solidarität, und natürlich auch der vom Fußball, vom Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen, von millionenfacher Einwanderung, von Heimatverbundenheit, vom Wirtschaftsboom durch das "schwarze Gold" und dem Ende einer entscheidenden europäischen und globalen Epoche – der Industrialisierung. Die Jahre nach der Industriellen Revolution bis in die 1960er Jahre waren prägend für diesen Mythos und prägend für die kulturelle Identität der Menschen: Im Laufe von etwa 100 Jahren hatte sich das Ruhrgebiet erarbeitet, was es nicht von Fürsten und Königen ererbt hatte: seine Kultur. Durch die Menschen unterschiedlicher Herkunft, die ihre Kulturen mitbrachten, durch die Eigeninitiative von Arbeitern, durch expandierende Industrieunternehmen und großzügige Mäzene wurde im Ruhrgebiet eine besondere kulturelle Infrastruktur geschaffen.
Aber auch die vorindustrielle Kultur prägte das kulturelle Erbe des Ruhrgebiets: Durch das Mittelalter mit seiner kurzen Blütezeit, in der beispielsweise der weltberühmte Essener Domschatz entstand und in der zahlreiche Burgen und Schlösser gebaut wurden. Oder durch die Regierungszeit der Äbtissinnen und Stiftsdamen, die fast tausend Jahre lang das Sagen über große Ländereien der Region hatten, durch die Kirchen und Klöster, die das dörfliche und heute das städtische Bild charakterisieren. Geschichte, die vor der industriellen Kulisse oftmals in Vergessenheit gerät.
Kunst der Erinnerung
Mittelalterliche Fehden, fulminante Renaissance-Feste, Industriegiganten neben Burgen, Schlössern und Bergbauschächten boten ein spannendes Szenario: Erzählt wird von Rittern und Kumpeln, mutigen, bewegenden Frauen und von Einwanderer, die über Jahrhunderte hinweg ihre Spuren hinterlassen haben. Sie alle prägen noch heute das Gesicht der Region. Europäische Netzwerke werden geknüpft, gefestigt und gelebt. Die Erinnerung einer Metropole, die einen der aufregendsten und vielfältigsten Kulturräume Europas hervorgebracht hat.
Erste Liga
Neben den klassischen Sportstätten bietet die Metropole Ruhr zahlreiche Bewegungsräume für den Sport: Tauchen im Gasometer, Klettern im ehemaligen Stahlwerk, Radfahren auf alten Zechentrassen und Biken auf Halden. Joggen, Skaten und Walken in ehemals "verbotenen Städten" der Industrie, die heute als Landschaftsparks neue urbane Bewegungsräume bieten. Die Sportmetropole Ruhr ist nicht nur beim Thema Fussball "erste Liga". RUHR.2010 bietet ein breit gefächertes Programm an Sportveranstaltungen, das die hohe soziale und kulturelle Energie dieses wichtigen Teils der Alltagskultur spürbar machen soll.
Glauben
"Wenn Gott sich in einem Hotel eintragen müsste, er wüsste wahrscheinlich gar nicht, was er unter ‚Konfession’ schreiben sollte." Der niederrheinische Kabarettist Hanns Dieter Hüsch bringt damit humorvoll und zutreffend eine Lebenswirklichkeit in der Metropole Ruhr auf den Punkt. Mit den Menschen aus 170 Nationen der Erde ist in dieser Region zugleich eine faszinierende Vielfalt an Glaubensgemeinschaften zuhause. Doch wer kennt schon die Glaubensinhalte, die Geschichte(n) und Legenden, Feste, Riten oder Orte? Diese Glaubensfülle bietet eindrucksvolle Chancen, verborgene Schätze neu oder wieder zu entdecken – sowohl im Sinne von Inspiration als auch Reflektion und gegenseitiger Wertschätzung.
Jede Vision braucht jemanden, der an sie glaubt. Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 dankt ihren Hauptsponsoren:
Deutsche Bahn AG, E.ON Ruhrgas AG, HANIEL, RWE AG, Sparkassen-Finanzgruppe
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