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10.03.2009

Deutschland sitzt auf gepackten Koffern

Livestream ITB (Screenshot)

RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen sprach emotioal über die Metropole Ruhr / Livestream ITB (Screenshot)

Neue Wege gehen – das gilt nicht nur für kommende Urlaubsreisende in die Metropole Ruhr, das galt auch für die Eröffnungs-Pressekonferenz zur ITB Berlin. Die wurde erstmals per Livestream ins Internet übertragen – mit dabei auch Fritz Pleitgen.

Der Vorsitzender der Geschäftsführung von RUHR.2010 hat auf der weltgrößten Touristenmesse (offizieller Beginn: Mittwoch, 11.3.) gewohnt charmant und begeisternd die Werbetrommel gerührt für das diesjährige Partnerland: die Metropole Ruhr als Kulturhauptstadt Europas.

Im 43. Jahr gibt es die Veranstaltung nun bereits, eine solche globale Krise habe man aber – trotz Ölkrise in den Siebzigern, Sars-Epidemie und 11. September – noch nie erlebt, schickte Dr. Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, unwetterschwangere Töne voraus. Um dann optimistisch frohlocken zu können: „Die Tourismusbranche hält sich stabil auf Rekordniveau.“ Über 11.000 Aussteller aus 187 Ländern, erstmals darunter auch der Kosovo vertreten, seien als Beleg angeführt.

Den nationalen Ruf des Reiseweltmeisters mochte auch Klaus Laepple gern bestätigen. "Deutschland sitzt auf gepackten Koffern", sagt der Präsident des Bundesverbandes für Tourismuswirtschaft. Der Stellenwert des emotionalen Produkts Urlaub sei weiterhin sehr hoch. Dabei stützt er sich u.a. auf eine im Magazin "Stern" veröffentlichte Forsa-Umfrage. "Wollen Sie in Urlaub fahren", hieß es da – und über 60 Prozent antworteten wohlgemut mit "Ja". Auch die Bilanz 2008 zeigt auf, dass das Potenzial der Reisewilligen nach wie vor vorhanden sei: Tendenz steigend. Interessant: Ein Drittel aller Urlauber bleiben im Land.

Eine Vorlage, die Fußball-Fan Fritz Pleitgen direkt verwandelte: "Gerade in Krisenzeiten braucht ja niemand so weit zu reisen." Das Ruhrgebiet als Geheimtipp wolle erfahren werden. Und was es da alles zu entdecken gibt: Theater der Welt und Odyssee Europa, Gasometer und SchachtZeichen – "diese Bilder werden um die Welt gehen." Anderes sei doch längst von internationalem Rang: Klavierfestival Ruhr, RuhrTriennale, Ruhrfestspiele und selbstverständlich die Folkwang-Ausstellungen im "schönsten Museum der Welt".

Auf die Fragen der Journalisten aus aller Welt hatte Medienprofi Pleitgen nur gewartet. Was RUHR.2010 von anderen Metropolen unterscheide etwa. "Die Metropole Ruhr besitzt die Vorteile, vielseitiger zu sein als andere deutsche Naturräume, und frei zu sein von den Erwartungen, die etablierte Weltstädte einschnüren wie ein Korsett. Keine andere Metropole hat einen so bedeutenden und dazu noch raschen Wandel vollzogen wie das Ruhrgebiet." Darum laute das Motto der Kulturhauptstadt auch "Wandel durch Kultur, Kultur durch Wandel".

Als dann ein Reporter eines Online-Magazins aus der Türkei via Liveschaltung auch noch wissen wollte, was denn nun der Hot Spot der ITB sein werde, konnte Fritz Pleitgen gar nicht anders, als voller Überzeugung zu antworten: die Metropole Ruhr!