Eine Metropole, über die man spricht, spricht für sich

RUHR.2010 fischt nach den schönsten Zitatschätzen über die Metropole Ruhr und die Kulturhauptstadt Europas 2010. / Foto: Grace Winter, www.pixelio.de
"Die Kritik ist leicht, die Kunst ist schwer", behauptete der französische Dramatiker Philippe Destouches (1680-1754). Doch vielstimmige Resonanz – sei es Lob oder Tadel – beflügelt die Kunst, schafft inspirierende Reibungsflächen und stärkt die Motivation, Kreatives zu leisten.
Auch ein gemeinschaftliches Großprojekt wie die Kulturhauptstadt Europas 2010 polarisiert. Die Auseinandersetzung zeigt, dass RUHR.2010 den Nerv der Zeit getroffen hat, indem die Kulturhauptstadt versucht, das Ruhrgebiet zu vernetzen und die Metropole Ruhr als neue Kulturmetropole in Europa zu positionieren. Die bereits erzielten Effekte gehen von der kulturellen Kraft der Region aus, die aus den Errungenschaften der Institutionen und Kulturschaffenden wächst und lebt – und aus dem Wandel, der hier stattfindet.
So vielfältig wie die Kultur in der Metropole Ruhr ist, so facettenreich sind die Meinungen zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Stöbern Sie in journalistischen Schlagzeilen, Berichten und Kommentaren rund um die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 und die Metropole Ruhr:
• September 2010 (in Auswahl)
• August 2010 (in Auswahl)
• Juli 2010 (in Auswahl)
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Medien-Rauschen September 2010 (in Auswahl):
"Der gesellschaftliche Paradigmenwechsel in Richtung Inklusion von Menschen mit Behinderung hat in den vergangenen Jahren einen großen Zuwachs an künstlerischen Projekten von und mit Menschen mit Behinderung gebracht: Festivals, Konzerte, Ausstellungen, Wettbewerbe, Preise. Die Kulturhauptstädte sind auch dabei - 2009 in Linz mit "Sichtwechsel", 2010 im Ruhrgebiet unter anderem mit "Europa InTakt"."
neue musikzeitung, Irmgard Merkt / 01.09.2010Weitere Informationen zu Europa InTakt und Barrierefreiheit
"Seit über 30 Jahren versucht das Ruhrgebiet vergeblich mit bunten Bildern und flotten Sprüchen von seinem Schmuddelimage loszukommen. Das Jahr als "Kulturhauptstadt" hat immerhin eine Wirkung: Die Menschen zwischen Dortmund und Oberhausen glauben wieder an die Zukunft ihrer Region. (...) Ein selbstbewusstes, kulturinteressiertes und neugieriges Publikum hat hier längst die kleinbürgerlichen Lebenswelten hinter sich gelassen, die das Klischee mit Taubenzucht und Gelsenkirchener Barock verbindet, die "Neue soziale Mitte" im Ruhrgebiet ist das Ergebnis eines Wandlungsprozesses. (...) Die "Metropole Ruhr" positioniert sich als Kompetenzträger für sozial verträgliche und kulturell engagierte Städte- und Metropolentransformation, "Kultur durch Wandel, Wandel durch Kultur!" lautet das Credo des Kulturhauptstadtjahrs. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Folgen der Globalisierung die Renaissance großer Stadtregionen einleiteten. (...) Der größte Erfolg zur RUHR.2010-Halbzeit ist die gewachsene innere Einheit der geschundenen Region. Vom kommenden Jahr an wird man die Ärmel hier noch etwas höher krempeln müssen, denn die öffentlichen Kassen sind leer. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht. Vielleicht entsteht wirklich ein starkes Stück Deutschland."
PR-Report, Harald Schiller / 01.09.2010/ nach oben
Medien-Rauschen August 2010 (in Auswahl):
"Lichtkunst auf der Ruhr - die Kulturhauptstadt macht das Alltägliche zum Ereignis und manchmal zum Wunder. Alles fließt. Die Stadtlandschaft, der Fluss, die Struktur. Das Ruhrgebiet weiß es: Alles fließt und muss fließen, hier besonders. [...] Twilight ist die Dämmerung, das Licht zwischen Tag und Nacht, die Stunde, in der alle Lichter magisch werden. Es wird der Augenblick sein an jedem Abend bis zum 26. September, in dem sich die Kunst wie ein Flügel über die Ruhr legt und ihr Farben gibt, Bewegung und Bedeutung. [...] Von Hagen bis Duisburg wandern nun Lichtbilder und hinterlassen: nichts Fassbares. Etwas Flüchtiges, das als Idee an dem Ort bleiben wird, den es verzaubert hat."
WAZ, Gudrun Norbisrath / 31.08.2010Weitere Informationen zu Ruhrlights
""Wo man nicht dem Schein erliegt", singt Herbert Grönemeyer in seiner RUHR.2010-Hymne. Allerdings erliegt man hier sehr wohl dem Schein und auch den Kern erkennt man nirgends auf Anhieb. Denn die alten Hütten, Hochöfen und Industriehallen sind längst nicht mehr das was sie einmal waren. Die alte Gebläsemaschinenhalle Bochum ist heute als Jahrhunderthalle ein beliebter Aufführungsort für Konzerte, die ehemalige Erzbahntrasse dient als Fahrradweg, das Brauereigebäude Dortmunder U ist heute ein Kultur- und Kreativzentrum, die Synagoge in Essen ein Ausstellungshaus und eine ehemalige Getreidemühle in Duisburg beherbergt heute Kunst der deutschen Nachkriegszeit. In der Mischanlage der Kokerei Zollverein findet Theater statt und in der ehemaligen Kohlenwäsche ist das Ruhrmuseum untergebracht."
oe1.orf.at, Katharina Menhofer / 30.08.2010""A la Jacquard" ist die einzige Ausstellung, die als RUHR.2010-Projekt gemeinsam mit dem unterlegenen Kulturhauptstadt-Bewerber Görlitz veranstaltet wird, einst ebenfalls für Webindustrie bekannt. Die Schau war dort den Sommer über an vier Orten zu sehen. Organisiert wurde sie mit schmalem Budget vom ehrenamtlich strukturierten Kreisheimatbund Ennepe-Ruhr-Kreis, der damit auch beweisen möchte, dass solch regionalhistorisches Engagement nichts Verzopft-Muffiges an sich haben muss. Als Ausstellungsort hat man das erst im Entstehen begriffene Industriemuseum Ennepetal gewählt, um diesem ebenfalls ehrenamtlichen Projekt Schub für die Zukunft zu geben."
Süddeutsche Zeitung, Martin Kuhna / 28.08.2010Weitere Informationen zu Alajacquard
"Fritz Pleitgen, ein "Sprachpanscher"? Diesen Titel möchte zumindest der Verein Deutsche Sprache (VDS) dem altgedienten Journalisten und Geschäftsführer des Spektakels "RUHR.2010" aufdrücken. Begründung: Seine Festgesellschaft bediene sich vieler "denglischer Imponiervokabeln". Freiwillige Helfer würden zum Beispiel "Volunteers" genannt. Pleitgen, 72, hätte seine "Autorität mehr in den Dienst der deutschen Sprache stellen können", sagt der VDS-Vorsitzende Walter Krämer. Gut, dass der Mann nicht noch entdeckt hat, dass auf der Website von "RUHR.2010" auch Hinweise auf "Interviews" und Auftritte von "Bands" stehen. "Sprachpanscher" sei hiermit außerdem schon mal als "Unwort des Jahres" vorgeschlagen. Und: Muss es nicht eigentlich "Speechpuncher" heißen?"
Frankfurter Rundschau / 28.08.2010"Dieses Ecce ist eine Art freundliche Krake der Kulturwirtschaft, die überall ihre Fühler haben soll, wo es kreativ wird, die bündelt, vernetzt, anregt, Impulse gibt. Ab Oktober sollen das im Dortmunder U rund 30 Mitarbeiter leisten, in Projekten, für die deutsche Worte von vornherein verboten zu sein schienen. Diverse Arbeitsgruppen heißen "Commissions", und die gibt es für die Kreativbezirke "Ruhr Music", "Ruhr Games", "Comm Commission" (dahinter stehen Werbung und Kommunkationsunternehmen), Design Commission und Film. Hinzu kommen (…) regionale und thematische Cluster (Bündelungen) in den Zentren des Ruhrgebiets. Und es sind noch diverse Kreativ-Areale geplant (wie das Dortmunder U als Vorzeigeobjekt), von denen nach öffentlichem Investment Impulse in Stadt und Region ausgehen sollen. (…) Jede Mühe lohnt sich, hat doch die Kreativwirtschaft zuletzt bundesweit 132 Milliarden Euro erwirtschaft. In der Ruhrregion sind etwa 13.200 Unternehmen der Kreativwirtschaft daheim - mit 74.000 Erwerbstätigen und einen Jahresumsatz von 8,2 Milliarden Euro. Und in Dortmund - auf dessen imposanter U-Turm-Fassade bereits farbenfroh und verheißungsvoll Filmprojektionen zu sehen sind - arbeiten 13.600 Menschen im Kreativbereich. So viel sind es aktuell auch in der Schwerindustrie."
Rheinische Post, Lothar Schröder / 27.08.2010Weitere Informationen in der ecce Broschüre Kreativwirtschaft (PDF, 2 MB)
"Romantischer geht's nicht. Mitten in die Ruine des westfälischen Adelssitzes Haus Weitmar haben die Architekten Pfeiffer, Eilermann und Preckel aus Münster einen Kubus als kleinsten Museumsneubau der Kulturhauptstadt Ruhr gesetzt. Das wässrige Hellgrün der gläsernen Fassade erinnert an den Chipperfield-Neubau des Museums Folkwang in Essen. Im Schlosspark von Haus Weitmar im gleichnamigen Bochumer Stadtteil kontrastiert der viergeschossige Kubus reizvoll mit der Ruhrsandstein-Ruine des 1943 zerstörten Herrenhauses aus der Spätrenaissance. (…) Zusammen mit Alexander von Berswordt-Wallrabes renommierter Galerie m und den ruppig wie Bunkern anmutenden weißen Klinker-Pavillons der "Situation Kunst" bildet der Kubus ein Kunstzentrum in idyllischer Umgebung, das Kunstfreunde von weither nach Bochum locken dürfte. Die 1989 errichteten und 2006 ergänzten Pavillons wurden für Installationen der Amerikaner Richard Serra, Maria Nordman und David Rabinowitch, für Werkgruppen der Europäer Gotthard Graubner, Norbert Kricke, Arnulf Rainer und Jan Schoonhoven und eine exquisite Sammlung asiatischer und afrikanischer Kunst errichtet. Alexander von Berswordt-Wallrabe hat sie dem Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhr-Universität Bochum vermacht. Auch eine hervorragende Sammlung an Landschaftskunst, die er zusammen mit seiner Frau Silke von Berswordt-Wallrabe über Jahre hinweg zusammengetragen hat, würde der Bochumer Galerist der Uni gern vermachen, wenn sich dafür bis 2014 ein unterirdischer Erweiterungsbau unter der Hauptachse des Parks finanzieren ließe. Zu sehen ist die Sammlung, von der bisher noch kein einziges Stück öffentlich ausgestellt war, dichtgedrängt in zwei Folgen auf zwei Etagen des neuen Kubus. Unter dem Titel "Weltsichten" zeigt die erste Folge bis zum 29. August Malerei, die zweite vom 4. September bis zum 21. November Fotografie, Objekte und Videos."
Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich / 25.08.2010Weitere Informationen zu Situation Kunst
"Das Landesamt für Statistik hat die Übernachtungszahlen des ersten Halbjahres 2010 vorgelegt. Diese belegen schwarz auf weiß den Erfolg der Kulturhauptstadt für die Stadt Essen. Allein im Juni ist die Zahl der ausländischen Übernachtungsgäste um knapp 99 Prozent gestiegen. Insgesamt konnte das Landesamt für die Stadt Essen 623.288 Übernachtungsgäste für den Zeitraum Januar bis Juni 2010 verzeichnen. Das sind 19 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Ankünfte stieg sogar um 24,8 Prozent auf insgesamt 312.792. Damit ist Essen führend im Vergleich zu den übrigen Portalstädten der Kulturhauptstadt Bochum (9,6 %), Dortmund (11,7%), Duisburg (10,2%) und Oberhausen (15,4%)."
WAZ / 25.08.2010"Die Metropole Ruhr mit der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 ist eine lebendige und vielfältige Region im Werden. Sie darf sich auch getrost als eine der dynamischsten Metropolen Europas bezeichnen. Duisburg, Oberhausen, Essen, Bochum und Dortmund sind die Portalstädte der Region. Aber auch die anderen Städte versprechen Veranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und den einen oder anderen Geheimtipp von Alpen bis Xanten von Bergkamen bis Witten."
Aachener Nachrichten / 21.08.2010"Beim "Still-Leben" auf der A40 hatte die Emschergenossenschaft ein Gästebuch ausgelegt, in dem die Besucher ihre Meinung zum Emscher Umbau und insbesondere zum Projekt "Emscherkunst" formulieren konnten. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, zitierte im THS-Verwaltungsgebäude einige Einträge als Beleg für die durchweg positive Resonanz, national wie international, auf das Emscherkunst-Projekt. Die Macher - neben Stemplewski Projektleiterin Simone Timmerhaus, Kurator Florian Matzner, Karl-Heinz Petzinka als THS-Geschäftsführer und künstlerischer Direktor von RUHR.2010 - hatten zu einer öffentlichen Zwischenbilanz in den Nordsternpark geladen. Bewirkt die Erschließung der Emscher-Insel durch Kunst, wie ein Gästebuchschreiber meinte, ein neues Heimatgefühl? Für Gelsenkirchens Kulturdezernenten Manfred Beck stand fest, dass ein solches Empfinden tatsächlich geweckt oder gestärkt werden kann. (...) "Vor zehn Jahren war es noch üblich, alles in der Stadt schlecht zu reden. Heute ist der Gelsenkirchener wieder stolz auf seine Stadt; durch die Kultur - das Musiktheater zum Beispiel oder den Nordsternpark - ist sie wieder zur Heimat geworden.""
WAZ, Wolfgang Platzeck / 21.08.2010Weitere Informationen zu EMSCHERKUNST.2010 und Still-Leben Ruhrschnellweg
"Verregnet endete am gestrigen Sonntag die 575. Cranger Kirmes in Herne. Ins Wasser gefallen ist das Volksfest trotzdem nicht: 3,8 Millionen Menschen genossen den zehntägigen Rummel, der in diesem Jahr einer der Höhepunkte der Local Hero-Woche im Kulturhauptstadt-Jahr RUHR.2010 war. Stadt und Schausteller sind mit dem Verlauf der Kirmes sehr zufrieden."
Dieruhr.de/idr / 17.08.2010"Für Christian Schnaubelt ist das Riesen-Zeltlager ein Höhepunkt in seinem Pfadfinderleben, 24 Jahre ist der Bochumer nun dabei. Er findet, dass die Pfadfinderkultur gut ins Ruhrgebiet zwischen Kumpel und Kohle passe. "Hier gibt es eine Offenheit auf die Menschen zuzugehen. Auch wir leben hier eng zusammen, da ist Rücksicht angesagt" erklärt er. Und dann sei da noch der Multi-Effekt. In den sechs Dörfern am Stoppenberg leben Pfadfinder aus Algerien, Weißrussland, Bolivien, Palästina, Südafrika oder Jordanien. "Auch, wenn es sprachliche Barrieren gibt, wir können uns immer gut verständigen.""
Westfälischer Anzeiger, Andreas Sträter / 16.8.2010"Wer auch nur eine der Veranstaltungen verpasst hat, der hat wirklich etwas verpasst!", sagt Wilfried Papenbrock von der Jugendförderung der Stadt Herne. In Gänze hat er die "Wave to Community"-Produktionen von Hernes Partnerstädten Konin (Polen) und Wakefield (England) am Freitag und sowie die Aufführung des Herner Jugend-Tanztheaters "Pottporus" am Samstag zum ersten Mal gesehen – und ist begeistert und überwältigt."
WAZ Herne, Jennifer Kalischewski / 16.8.2010"Ritter preschen im Galopp über Leinwände, Pferde trappeln, Pfiffe gellen und der metallische Klang sich kreuzender Waffen hallt durch den abgedunkelten Raum, in dessen Lehmboden sich Hufeisen und Radspuren abdrücken: "Es ist genug!", stöhnt eine Stimme, als seien es ihre letzten Worte. Wer die Ausstellung "Aufruhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen" im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne betritt, soll den Überfall erst einmal nacherleben. (...) Die von Stefan Leenen kuratierte Schau versteht den historischen Kriminalfall als Wendepunkt und legt ausführlich dar, wie er die Gegend, deren geographische Lage etwa dem heutigen Ruhrgebiet entspricht, verändert hat. (…) Für den Parcours, auf den die Dunkelkammer mit dem nachgestellten Überfall den Besucher entlässt, wurden keine Mühen und Recherchen, Leihgaben und Transportkosten gescheut. Er stellt die Folgen des 7. November 1225 mit etwa tausend Exponaten dar: Selbst ein 163 Kilogramm schwerer Brocken, der eine Bude, eine Steinschleuder, munitioniert hat, wurde herbeigekarrt, und eine Pyramide aus 476 Kilogramm Silber wiegt das Kopfgeld für Friedrich von Isenberg auf."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Rossmann / 13.08.2010Weitere Informationen zu Aufruhr 1225!
"Die Stahlhütten und Werkshallen kenne ich - von der anderen, hässlichen Seite. Nun liegen sie rostrot und sonntagsfriedlich hinter verwilderten Wiesen. Angler, Paddler, Hochseeschiffe, die Ruhr zeigt noch einmal alles. Vielleicht ist dieser Fluss der Bindestrich von Nordrhein-Westfalen. Er vereint Orte, Menschen, Erlebnisse, die, vom Lande aus betrachtet, nicht zusammengehören. (…) Ein Stück weiter, zwischen den Hafenbecken, endet auch die fleißige, zahme, wilde, schwarze, grüne, sagenhafte, kochende Ruhr. Sie verliert sich sang- und klanglos im berühmten Vater Rhein. Aber was soll's, der kocht auch nur mit Wasser."
Die Zeit, Michael Allmaier / 12.08.2010"Der Tourismus in Nordrhein-Westfalen zieht an, und wesentlich dazu beigetragen haben die Kultur und der Kulturtourismus. Das betonte gestern in Bochum die neue NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Ute Schäfer (SPD). Die Tourismusbranche habe, so Schäfer auf einer Pressekonferenz der Ruhrtriennale, habe für Mai 2010 einen erneuten Anstieg der Besucherzahlen im Ruhrgebiet gemeldet. Rund 12,4 Prozent mehr Menschen als 2009 hätten das Ruhrgebiet im Mai besucht. Die Zahl der Übernachtungen sei um 9,6 Prozent auf 597.227 gestiegen. Durch die am 20. August beginnende Ruhrtriennale erwartet die Ministerin weitere Zuwächse. Auch die Kulturhauptastadt bestätige diesen Trend. Im ersten Halbjahr 2010 hätten rund 4,8 Millionen Menschen die Veranstaltungen der Kulturhauptstadt besucht. Davon seien 15 Prozent aus dem Ausland, vorzugsweise aus den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien gekommen. Das bedeute einen Anstieg von etwa 18 Prozent im Vorjahresvergleich."
Neue Rhein Zeitung / 11.08.2010"Zur Auftaktveranstaltung der Local Heroes-Woche in Herne gab es am Sonntag im Bayernfestzelt [...] stimmstarken Gospel statt Partyschlager und Gegröle: Das Gospelprojekt Ruhr, das Herner christliche Chorprojekt für das ganze Ruhrgebiet, begeisterte mit 200 Beteiligten die Besucher im Bayernzelt. 1500 Gäste schauten sich das Konzert an. Gospelprojekt-Leiterin Christa Merle lud sie alle dazu ein, mitzusingen. "Alle Local Heroes, ein ganzes großes Zelt, sollen heute zum Gospelchor werden", stimmt sie ein auf das Gospelmedley aus bekannten Gospel-Hits wie "Amen", "Down By The Riverside" oder "Nobody Knows The Trouble I've Seen". [...]. Der gelungene Auftakt der Local Heroes-Woche endet mit einem Lied, das bei einer Veranstaltung in Wanne-Eickel nicht fehlen darf: Drei Tänzerinnen der neuen Ballettabteilung des Gospelprojekts tanzen zu "Mond von Wanne-Eickel" und lassen dabei Elemente des orientalischen Bauchtanzes, des spanischen Flamencos, des russischen Kasatschoks sowie des amerikanischen Cheerleadings einfließen."
WAZ, Jennifer Kalischewski / 09.08.2010"An der Essener Zeche Zollverein haben rund 6000 Pfadfinder aus ganz Europa bis zum 22. August das Zeltlager "ruhrjamb.2010" aufgeschlagen. Das Projekt ist Teil des Kulturhauptstadtprogramms 2010 und vereint Pfadfinder aus neun verschiedenen Ländern - darunter die beiden anderen Kulturhauptstädte Istanbul und Pecs. Neben Lagerfeuer und Sportaktivitäten warten auch Ausflüge ins Ruhrgebiet."
BILD / 07.08.2010Weitere Informationen zum ruhrjamb.2010
"Man will es kaum glauben: Wir fahren durchs Ruhrgebiet und sehen die Bergwerke vor Bäumen nicht. Überall grünt es, verhüllt dichtes Blattwerk die eisernen Relikte aus einer anderen Epoche. Ein paar Fördertürme schauen heraus, und hin und wieder streckt sich am Ufer ein Kunstwerk aus dem Gestrüpp, um zu signalisieren, was die alte Industriemetropole heute ist: eine Region im Wandel und - seit Januar diesen Jahres - Europäische Kulturhauptstadt. Eine, die sich aus 53 Kommunen zusammensetzt und so bunt und vielfältig ist wie keine andere."
thueringer-allgemeine.de / 07.08.2010"Die Kulturhauptstadt trägt Früchte: Kinder und Jugendliche aus Gelsenkirchen und der ungarischen Partnerstadt Pécs haben sich beim Kunst-Jugendcamp "virtualheart" nicht nur gegenseitig kennen gelernt, sondern entdecken auch die Lebenswelt in einer jeweils fremden Stadt. Am Sonntag war "Halbzeit" bei dem 2010-Twins-Projekt. Die künstlerischen Ergebnisse des ersten Teils, der von der Arbeiterwohlfahrt organisiert wurde, präsentierte die Gruppe vor ihrer Reise nach Pécs im stadt.bau.raum an der Boniverstraße. 20 junge Ungarn und ebenso viele Kinder und Jugendlichen aus Gelsenkirchen haben in 10 Tagen ein beachtliches Programm aus Musik, Tanz und Kunst auf die Beine gestellt. Im Mittelpunkt steht bei "virtualheart" die Erforschung der eigenen und der fremden Lebenswelt. Nicht umsonst lautet das Motto des Projekts "Unser Herz schlägt hier!""
"Die "Promethiade" im Weltkulturerbe Zollverein, eines der spannendsten Festivals der Kulturhauptstadt Ruhr, geht diesem Mythos in einer dreiteiligen Koproduktion mit Istanbul und Athen auf den Grund. "Prometheus in Athen" mit dem renommierten deutschen Theaterkollektiv Rimini Protokoll war in einer Videofassung als "Lecture Performance" der nur zwei Wochen zurückliegenden Premiere im Herodion-Theater am Fuße der Akropolis mit 3500 Zuschauern vor imposanter steinerner Kulisse angekündigt. Es wurde weit mehr, nämlich ein theatralisch zündender Extrakt. (…) Eine kaum abreißende Fülle gesellschaftlicher, geistiger und religiöser Gewissensfragen, zu denen die 103 Athener in bewegter Choreografie das Halbrund wechseln oder verharren, spiegelt in verschlungener Manier die Handlung der Tragödie. So schließt Rimini Protokoll den Mythos erhellend mit der Gegenwart kurz."
Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich / 02.08.2010Weitere Informationen zur Promethiade
"Germany's "Ruhrgebiet" (Ruhr Area, named after the river running through it) is one of many cities and regions around the world using culture to reinvent itself. In its role as 2010 European Capital of Culture (the first time the award has been given to a whole region), and with the slogan "Change through culture - culture through change", the Ruhr Area is for the very first time presenting 20 art museums in 15 cities in a joint exhibition project called Mapping the Region. Collectively, the museums hold one of the largest modern art collections in the world. The architectures of the museums is every bit as diverse as their collections, with exhibitions taking place in palaces, former industrial plants and some significant new buildings."
artmag, Ian Sclater / 01.08.2010Weitere Informationen zu RuhrKunstMuseen
"Die Wiesen des MüGa-Parks und der Ringlokschuppen sind ein beliebter Ort bei Jugendlichen, aber so viele wie am Samstag beim internationalen Jugendkulturfestival RUHR.2010 hat man dort wohl noch nicht gesehen. Da probt hier noch ein Chor, da platziert an anderer Stelle eine Gruppe Skulpturen rund um den großen Brunnen und vor dem Eingang vertreibt sich eine wartende Gruppe die Zeit mit Fußball spielen. Die Verständigung funktioniert auf Englisch - oder auch mal mit Händen und Füßen. Drinnen herrscht kurz darauf große Eile: Es ist fast zwei Uhr, bald beginnen die Vorführungen beim "Varieté de la Vie". (…) Der geplante Empfang mit der Oberbürgermeisterin ist abgesagt worden, ebenso wie bunte Festivitäten rund um die Veranstaltung im MüGa-Park. Grund: Die Trauerfeier für die Opfer der Loveparade in Duisburg. "Ganz ähnlich" wie beim Jugendkulturfestival sei die Motivation für viele Loveparade-Besucher gewesen: "Jugendliche verschiedener Nationalitäten wollten zusammen feiern und Spaß haben." So formulierte es Dr. Oliver Scheytt, Geschäftsführer der RUHR.2010, in seiner Eröffnungsansprache. (…) Dass die Jugendlichen hart gearbeitet hatten, war auf den ersten Blick sichtbar: Schon die erste Gruppierung, "Elements" aus Essen, begeisterte mit einer stimmungsvollen Varieté-Show. (…) Die nächste Gruppe kam aus Oberhausen und präsentierte einen faszinierenden Ausschnitt aus den "Multi 2010"-Projekten, an denen 400 Jugendliche aus 14 Partnerstädten teilgenommen hatten. (…) Darüber hinaus wurde viel gesungen und gezeigt - wirklich: die Vielfalt des Lebens."
DerWesten.de / 01.08.2010Weitere Informationen zu Varieté de la vie
"Keine Frage: Bis jetzt hatten wir mit der Kulturhauptstadt viel Spaß. Und zwar immer dann, wenn wir diese trostlos bleiernen Programmbücher beiseite legten und einfach mitgemacht haben. Also ins Regal mit dem Ding und weitergefeiert. Das Kamasutra immer nur zu lesen ist ja auch langweilig."
Prinz, Andreas Meyer / 01.08.2010/ nach oben
Medien-Rauschen Juli 2010 (in Auswahl):
"Nur eine Woche, nachdem Bilder von fröhlich feiernden Menschen beim Still-Leben auf der A40 um die Welt gingen, kommt es bei der Loveparade zur Katastrophe. [...] Ruhr-2010-Geschäftsführer Fritz Pleitgen sagt, er fühle sich im moralischen Sinne mitverantwortlich, für das, was in Duisburg geschehen ist. Die Loveparade war keine Veranstaltung der Ruhr 2010, aber sie war Bestandteil des Kulturhauptstadtprogramms. Mehr noch: Sie sollte einer der "Leuchttürme" sein. Nun liegt ein Schatten über der Kulturhauptstadt. Das Programm geht weiter. Es kann weiter gehen, weil keine Massenveranstaltung mehr auf dem Programm steht. Auch wenn das Publikum einer Loveparade ein anderes ist: Manch einer, der beim Still-Leben an der Anschlussstelle Huttrop im Menschenstau gestanden hat, mag sich mit einem mulmigen Gefühl daran zurückerinnern."
WAZ, Marcus Schymiczek / 27.07.2010"Nach den Ereignissen vom Samstag ist in Duisburg nichts mehr wie zuvor. Am Sonntag wurde zwar wie geplant neben der Merkez-Moschee in Marxloh der neue Rosenpavillon eröffnet. Doch das geplante umfangreiche Musikprogramm wurde natürlich abgesagt. Es soll nachgeholt werden, wenn im Oktober die Rosen kommen. [...] Im strömenden Regen rezitierte der Imam Birol Hoca ein islamisches Trauergebet. Der evangelische Pfarrer Austen P. Brandt von der benachbarten Gemeinde Walsum-Aldenrade sprach Worte des Gedenkens und sorgte für eine Schweigeminute. Hernach konnte gemeinsam gegessen, getrunken und getrauert werden."
Rheinische Post, Ingo Hoddick / 27.07.2010"Man kann nur erahnen, was sich am Samstagnachmittag im Tunnel und um den Tunnel am Duisburger Loveparade-Gelände abgespielt hat. Aber klar ist, dass sich am Tag der eigentlich friedlichen, ausgelassenen Feiern furchtbare Szenen ereigneten. Es sind diese Ereignisse, die einem für Sekunden den Atem stocken lassen, die Emotionen hervorrufen - auch bei Menschen, die nicht direkt betroffen sind. Es sind diese Ereignisse, die ratlos machen. Und es sind diese Ereignisse, die schnelle Antworten nicht zulassen. Insofern sind die Mahnungen vor Vorverurteilungen grundsätzlich richtig. Dennoch müssen die zentralen Fragen so schnell wie möglich und rücksichtslos offen beantwortet werden. (…) Es geht um Konsequenzen mit Blick auf die Vergangenheit, es geht aber auch um die Lehren für die Zukunft. Denn ansonsten dürfte es Massenveranstaltungen dieser Art mit mehreren hunderttausend Menschen nicht mehr geben."
Kölnische Rundschau, Andreas Tyrock / 26.07.2010"Das Unglück vom Samstag wird das Ende der Loveparade sein, aber auch das Ende der Gewissheit in diesem Land, dass so etwas hier nicht passieren kann."
Süddeutsche Zeitung, Bernd Dörries, Jochen Arntz, Alexander Gorkow / 26.07.2010"Deutschland ist geschockt von der Tunnel-Tragödie und stellt sich eine Frage: Wie konnte es dazu kommen? Doch es gibt keine schnelle Antwort."
Die Welt, Willi Keinhorst, Lars Kreye, Frank Seidlitz / 26.07.2010"Ursachen und Hintergründe der Duisburger Tragödie müssen rasch und gründlich ausgeforscht, die politische und strafrechtliche Verantwortung schonungslos geklärt werden. Nötig scheint es auch, Nutzen und Risiken von Massenveranstaltungen, die immer häufiger und beliebter werden, künftig stärker gegeneinander abzuwägen und die Taktik der Einsatzkräfte auf den Prüfstand zu stellen."
Nürnberger Nachrichten, Joachim Hauck / 26.07.2010"Anlässlich des Kulturhauptstadt-Jahres wird das traditionelle Augsburger Hohe Friedensfest in diesem Jahr in Essen gefeiert. Am 8. August um 15 Uhr ist zunächst ein interreligiöses Friedensgebet mit Essener Vertretern der Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus und Bahai geplant. Anschließend stehen Konzerte mit der Sängerin Schirin Partowi, Flamenco-Gitarrist Raf ael Cortes sowie dem internationalen Bandprojekt Common Language, Common Sense" aus Augsburg auf dem Programm. Das Hohe Friedensfest wird in Augsburg ohne Unterbrechung seit 360 Jahren gefeiert. Es erinnert an die Beilegung der konfessionellen Konflikte durch den Augsburger Religionsfrieden im Jahr 1555 und ist in der "Friedensstadt" gesetzlicher Feiertag."
Süddeutsche Zeitung / 23.07.2010Weitere Informationen zu National Heroes
"Kaum ist "Theater der Welt" abgespielt, da rollt das nächste Festival in die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr. Nach Athen und Istanbul ist Essen von morgen an bis zum 7. August die dritte Station der "Promethiade", die auf der Zeche Zollverein den Mythos des Prometheus auf seine Aktualität befragt. Die türkische Künstlerin Sahika Tekand entwickelt mit ihrem Ensemble Studio Oyunculari ihr Stück "Vergessen in zehn Schritten (Anti-Prometheus)", das Kollektiv Rimini Protokoll hat für sein Projekt "Prometheus in Athen", das schon am Fuß der Akropolis aufgeführt wurde, hundert Bürger der griechischen Hauptstadt auf den Mythos angesprochen, und der Regisseur Theodoros Terzopouluis inszeniert die Aischylos-Tragödie "Der gefesselte Prometheus" mit griechischen, türkischen und deutschen Schauspielern in einem Bühnenbild von Jannis Kounellis. Auf Zollverein ist das Feuer seit 1993 erloschen, als auch die Kokerei stillgelegt wurde."
Frankfurter Allgemeine Zeitung / 22.07.2010Weitere Informationen zur Promethiade
"Atemloses Ruhrgebiet - das nächste Volksfest kommt: Das Leben im Ruhrgebiet pulsiert, der Pott kocht. Nach dem spektakulären Volksfest "Still-Leben Ruhrschnellweg" steht an diesem Wochenende bereits das nächste Großprojekt an: die Loveparade. Am Samstag beginnt auf einem jahrelang brachliegenden Güterbahnhof in Duisburg die "Liebesparade". Dazu wird die neben dem Gelände verlaufende Autobahn A 59 gesperrt. Zu dem Ravertreffen werden bis zu eine Million Menschen erwartet. Die Vorfreude der Organisatoren auf Raves und Beats ist nach der gelungenen Generalprobe "Still-Leben Ruhrschnellweg" groß. "Wir haben uns jetzt richtig warm gelaufen. Es ist schön, ein Ruhri zu sein", sagte RUHR.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt. Passend zu so viel Sympathie fürs Ruhrgebiet lautet der Slogan der diesjährigen Loveparade: "One world, one key, one love.""
Welt Kompakt / 21.07.2010Weitere Informationen zu Loveparade
"Das Projekt "Prometheus in Athen" von Rimini Protokoll, das im Rahmen des Hellenic Festivals realisiert wurde, anschließend zum Kulturhauptstadt-2010-Festival Istanbul wanderte und nun auf der Zeche Zollverein in Essen als so genannte Performance Lecture zu erleben ist, stellt ganz unverhohlen die Frage nach dem Sinn des Prometheus-Mythos. Was wissen die Athener davon? Was bedeutet er für sie? Gibt es überhaupt eine Verklammerung zwischen antikem Mythos und heutiger Realität? Und wenn ja, welche? (…) Die Aufführung mutiert zum Fragespiel. Quer über die Bühne ist ein Strich gezogen, er trennt den Ja- vom Nein-Bereich. Und nun prasseln die Fragen auf die Darsteller hinab. Fragen nach göttlicher Existenz, Fragen nach dem Sinn von Gerechtigkeit, Fragen nach der moralischen Konstitution des Einzelnen wie des Staates, Fragen wie: Würden Sie, um ihre Familie zu retten, einen Mord begehen? (…) Sechs schwarz gewandete Schauspieler (drei agieren in türkischer, drei in deutscher Sprache) irren auf der Suche nach dem Sinn des Da-Seins über ein mit Scheinwerfern bestücktes, schachbrettartiges, 32 Quadratmeter großes Spielfeld. Leicht fällt ihnen das nicht, ihre Sprache ist verstümmelt. Molto staccato und irrsinnig schnell poltern Satzbrocken aus ihren Mündern. Fallen wie abgehackt zu Boden. Erst nach und nach wachsen die Gedankensplitter zu einem Denkmodell zusammen, erhalten die Sätze Sinnhaftigkeit. Und wird klar, dass dieser Anti-Prometheus, der in vielen Momenten seine Ähnlichkeit mit Sisyphos bekundet (nur dass man sich ihn nicht als glücklichen Menschen vorstellen muss), in der rasend beschleunigten Jetzt-Zeit keinen Haltepunkt findet, keine Möglichkeit, seine eigene Identität noch wahrzunehmen. Dass jeder Widerstand gut wäre. Wenn man nur wüsste, gegen was und wen."
Frankfurter Rundschau, Jürgen Otten / 21.07.2010Weitere Informationen zu Promethiade
"Anfang August beginnen nach Angaben des Kulturhauptstadtbüros Duisburg der RUHR.2010 auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe im Angerpark die ersten Baumaßnahmen für die Skulptur "Tiger & Turtle - Magic Mountain", im Volksmund nur Achterbahn genannt. Mit der begehbaren Großskulptur von Heike Mutter und Ulrich Genth entsteht im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 eine aufsehenerregende Landmarke und zugleich eine Meisterleistung der Ingenieursbaukunst."
Rheinische Post / 21.07.2010Weitere Informationen zu Landmarke Angerpark
"Der chinesische Pianist Lang Lang, Pop-Geiger David Garrett und der Dirigent Paavo Järvi erhalten in diesem Jahr den renommierten Musikpreis Echo Klassik der Deutschen Phono-Akademie. Die amerikanische Mezzosopranistin Joyce Di Donato ist Sängerin des Jahres, der Münchner Tenor Jonas Kaufmann Sänger des Jahres. Insgesamt werden 61 Preise in 21 Kategorien verliehen mit 570 Nominierungen gab es einen Rekord. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober in der Essener Philharmonie bei einer TV-Gala statt, wie die Akademie mitteilte. Die Veranstaltung moderiert Thomas Gottschalk. Die diesjährige Gala ist Teil des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010."
Basler Zeitung / 21.07.2010"Heute wirkt der 4435 Quadratkilometer große Ballungsraum zwischen Hamm und Xanten, Haltern und Hagen über weite Strecken wie ein endloser Vorort längst mit sauberer Luft, längst viel grüner, als man es sich im Rest der Bundesrepublik gemeinhin vorstellt -, städtebaulich aber eben allein durch ein Gitternetz aus Schnellstraßen strukturiert. (…) 140 Religionsgemeinschaften aus über 100 Nationen leben in diesem globalen Dorf beieinander. Da sieht jeder zu, dass er sich ein privates Eckchen schafft. Mein Kirchturm, meine Laubenkolonie-Parzelle, mein Gartenzwerg. (…) Unter diesen Bedingungen ein Kulturhauptstadtjahr zu veranstalten, das den polyzentrischen Pott als zukunftsorientierte, geistig wache, schlagkräftige Einheit zeigt, wie es Essen und Co. bei der Bewerbung in Brüssel versprochen hatten, ist wahrlich nicht leicht. Die meisten der 5.000 Veranstaltungen, die das 216 Seiten starke Programmbuch auflistet, sind deshalb auch gar nicht für Kulturtouristen gedacht, sondern für die Leute vor Ort. Es gibt gezielt gesetzte Programmpunkte, die überregional Aufmerksamkeit erregen sollen, wie den beglückenden Abend Anfang Juni, als 65 000 Laiensänger die Schalke- Arena zum Klingen brachten. Es gibt die Bauvorhaben, die langfristig zur Attraktivität der Region beitragen, wie Chipperfields neues Folkwang-Museum in Essen oder Rem Kohlhaas' zum regionalen Gedächtnisspeicher umgebaute Kohlenwäsche auf der Zeche Zollverein. Wenn sich daneben jede Ruhrmetropolen-Stadt eine Woche lang als "local hero" präsentieren darf, wenn Bewohner eines alternativen Wohnprojekts in einem Bergwerkslehrlingsheim, das zur NS-Zeit als Zwangsarbeiterlager genutzt wurde, historische Führungen anbieten, dann ist das kein Ausdruck von "Projektitis". Nein, hier werden zu Recht kleine Brötchen gebacken, hier geht es um Stadtteilbelebung, um kulturelles streetworking. "RUHR.2010" hat es ermöglicht, dass viele, von lokalen Künstlern seit langem gehegte Visionen endlich Realität werden konnten. Und das in Bochum gestartete "Jeki"-Projekt, das allen Grundschulkindern kostenlosen Instrumentalunterricht spendiert, wurde dank des Jubeljahres auf 522 Schulen im ganzen Land ausgeweitet. Wer in Berlin nach einem Theaterabend auf die Straße tritt, ist gleich mittendrin in der Stadt, braucht nur mitzuschwimmen im Strom der Unternehmungslustigen. Im Ruhrgebiet gibt es zwei Dutzend große Theater und Konzerthäuser, eine größere Bühnendichte als in der Hauptstadt. Doch wer hier am Ende einer Vorstellung die Ausgangstür aufstößt, findet sich umgeben von urbaner Brache, versiegelter, verdichteter Fläche zwar, aber ohne echtes Innenstadtgefühl. Wenn es im Kulturhauptstadtjahr gelingt, die Menschen zu motivieren, dass sie die historisch bedingten Eigenheiten ihrer Heimat nicht mehr ausschließlich als Mangel empfinden und sie die einzelnen Glanzpunkte der Region vor dem inneren Auge zur Metropole zusammendenken, dann hat "RUHR.2010" viel erreicht."
Der Tagesspiegel, Frederik Hanssen / 18.07.2010"Superman mit Davidstern: In Essen wird die zentral gelegene Alte Synagoge nach zweijährigem Umbau glanzvoll zum Haus jüdischer Kultur umgewidmet. (…) Wer das Haus, das zuletzt als Gedenkstätte diente, heute wieder betritt, reibt sich die Augen. Was für ein Raumerlebnis - hell, tief und einladend! (…) Das bunte Mosaik über dem offenen Toraschrein mit dem hebräischen Schriftzug „Wisse, vor wem Du stehst“ funkelt in der Sonne. Das Haus ist profaniert, doch seine synagogale Struktur wieder emotional erfahrbar. (…) Erst die Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 nimmt die letzte Hürde. Das Land Nordrhein-Westfalen trägt achtzig Prozent der Kosten von 7,8 Millionen Euro; für den Anteil der klammen Stadt springen vierzehn Stifter und Sponsoren ein. Ein kulturelles Zentrum mit Führungen, Lehrhäusern, Donnerstagsgesprächen, Filmen, Konzerten soll entstehen. Die fünf Dauerausstellungen sind als Begleitprogramme angelegt: (…) Erstes Ausstellungsstück aber bleibt das Haus selbst, das nun nicht länger verwaist oder von unverständigen Stiefeltern adoptiert wird. Seine Größe und seine Geschichte, Pracht und Reichtum lassen erahnen, was der Verlust der jüdischen Kultur für eine Stadt wie Essen bedeutet hat. Wie sich der Bau mit seiner breiten Treppe zu dem neuen Vorplatz öffnet, kann er, wie einmal gedacht, zu einem „Mittelpunkt für einen Teil der Stadt“ werden."
FAZ, Andreas Rossmann / 17.07.2010Weitere Informationen zur Alten Synagoge Essen
"Festivalerfolg auch ohne Star-Rummel: Theater der Welt zieht positive Bilanz. (…) 18 Tage hinterließen überwiegend junge Künstler aus 25 Ländern zunächst in Mülheim dann in Essen ihre Eindrücke. Offensichtlich nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei künstlerisch Verantwortlichen und Festival-Machern aus zahlreichen anderen Ländern. Denn viele Beteiligte - darunter zum Beispiel Willi Dorner, Hans Peter Litscher oder das Kollektiv "Berlin" - erhielten noch während des Festivals Nachfolge-Einladungen, von Theatern oder Festivals nach Frankreich, Kanada, Singapur oder Tokio. Theater der Welt als Türöffner: Auch das hat funktioniert. Und das offensichtlich nicht nur als Tür für die Künstler. Auch für das Ruhrgebiet."
WAZ, Dirk Aschendorf / 16.07.2010Weitere Informationen zu Theater der Welt
"Seitdem der Bergbau so gut wie tot ist im Kohlenpott, sammeln wir seine Reliquien: Loren im Vorgarten, Grubenlampen in der Kellerbar, Abbauhämmer an der Kneipenwand. "Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt, du Blume im Revier," dröhnt Herbert Grönemeyers Bochum-Lied vor jedem Heimspiel des VfL aus den Stadionlautsprechern. Tausende singen mit. Gänsehäutig. Der Ruhri war nicht immer so sentimental, wenn es um den Bergbau ging. (…) Warum hängen wir Ruhris immer noch am Schacht? (…)Trotz Zechenhalden und Industriebrachen, die er uns als Altlasten hinterließ? Die Antwort ist einfach: Ohne Kohle kein Kohlenpott, und ohne Kohlenpott kein Ruhri. Mehr als fünf Millionen Menschen leben hier auf engstem Raum zusammen. Urenkel der heimischen Kötter und Knechte. (…) An Ruhr und Emscher versuchen die Politiker, aus der Not eine Tugend zu machen. Industriekultur ist das Zauberwort. Zeche Zollverein in Essen, der Gasometer in Oberhausen, die Jahrhunderthalle in Bochum werden posthum zu "Kathedralen des Industriezeitalters" erklärt und der Kultur geweiht. Dieser Umgang mit den Hinterlassenschaften der Krupps und Thyssens ist der Hauptgrund dafür, dass Essen den Zuschlag als Europäische Kulturhauptstadt 2010 für das Ruhrgebiet bekam. Endlich eine Gelegenheit, dem Rest der Republik zu zeigen, wie grün, urban, gebildet und kulturbeflissen der Ruhrpott geworden ist! Wir brauchen uns, was Universitäten, Theater oder Museen angeht, hinter niemandem mehr zu verstecken."
Stern, Werner Schmitz / 15.07.2010"Essens frühere Synagoge am Steeler Tor wurde gestern als "Haus jüdischer Kultur" wiedereröffnet. Nach knapp zweijähriger Umbauzeit ist das Gebäude jetzt für die Bevölkerung wieder zugänglich. Der 34 Meter hohe Kuppelbau aus Kalksandstein gilt als größter Synagogenbau in Deutschland. (…) Der Umbau des Baukomplexes, bis 2008 unter dem Namen "Alte Synagoge" geführt, kostete rund 7,4 Millionen Euro. Hinzu kommen Kosten für die Ausstellung. Doch die Ausgaben haben sich gelohnt: Entstanden sei eine Stätte jüdischer Kultur von ähnlichem Rang wie das Jüdische Museum in Berlin und das Gemeindezentrum in München, sagte der Geschäftsführer der Kulturhauptstadt RUHR.2010 und langjährige Essener Kulturdezernent, Oliver Scheytt."
Welt Kompakt / 14.07.2010Weitere Informationen zur Alten Synagoge Essen
"Einen Neustart feiert die jüdische Kultur in Essen: Nach zweijähriger Umbauphase öffnet heute in der Alten Synagoge das "Haus der jüdischen Kultur". Der besterhaltene und größte ehemalige Synagogenbau des frühen 20. Jahrhunderts gehört zu den bedeutendsten jüdischen Kulturdenkmälern Deutschlands. Hier sollen nun in Zukunft die Bürger an einem offenen Ort der Begegnung mit jüdischer Kultur vertraut gemacht werden. (…) Die Geschichte des frei stehenden Essener Synagogengebäudes einem von einer Kuppel überkrönten Bau mit mächtigen Natursteinmauern - lässt sich bis ins Jahr 1913 zurückverfolgen. Damals wurde die von Edmund Körner erbaute "Neue Synagoge" der Essener jüdischen Gemeinde eingeweiht. Wie so viele andere Synagogen wurde sie am 9. November 1938 von den Nationalsozialisten gebrandschatzt, blieb während des gesamten Krieges jedoch äußerlich unversehrt und war nach 1945 lange Zeit eine mahnende Ruine in Essens Innenstadt. (…) Erst vor 30 Jahren wurde die "Alte Synagoge" zum Kulturzentrum und zur Gedenkstätte umgewidmet. Insgesamt fünf Ausstellungsbereiche laden nun im Erdgeschoss, auf der Empore und auf dem darüber liegenden Mezzanin ein, den Reichtum jüdischer Kultur kennenzulernen."
Kölner Stadt-Anzeiger, Emmanuel van Stein / 13.07.2010Weitere Informationen zur Alten Synagoge Essen
"Vom Metropolen-Gründungs-Pathos der RUHR.2010 hebt sich das im Ruhrgebiet stattfindende Festival "Theater der Welt" bewusst ab: In seltener Konsequenz setzen die Theatermacher auf so internationale wie sperrige Produktionen. Zum Glück für die Zuschauer."
die tageszeitung, Regine Müller / 12.07.2010Weitere Informationen zu Theater der Welt
"A culture cure in Ruhr: German region turns from coal to tourism."
SUN / 11.07.2010"Germany's Ruhr turns from coal to creativity: All over the region, around 1,000 former industrial structures have been turned into cultural venues, among them Dortmunder U, a former brewery that has become a gallery, and Zeche Nordstern, a former coal mine that was turned into office space and a museum for model railroads. There are more than 100 theaters and dozens of concerts and musical festivals taking place every year in the Ruhr region, one of Europe's most densely populated areas, making it also one of the culturally most happening places. As testament to the success of the program, the entire Ruhr region, with its 5.3 million inhabitants and 53 cities, was chosen by the European Union this year as a European Capital of Culture 2010 - the first time the distinction went to an area rather than a single city. More than just creative installations, many RUHR.2010 cultural ventures combine cutting-edge art with longterm reconstruction efforts that seek to revitalize an area that has been on the decline since the 1970s."
dailynews.com (11.07.2010), freep.com (11.07.2010), thechronicleherald.ca (03.07.2010), The Jakarta Post (01.07.2010), Kirsten Grieshaber"Glühende Landschaften: Das gesamte deutsche Ruhrgebiet trägt in diesem Jahr den Titel einer europäischen Kulturhauptstadt. Die einstigen Industriestandorte fördern nun Musik, Theater und Kunst statt Kohle."
Wiener Zeitung, Mauela Ziegler / 10.07.2010"Auch die Städte in Nordrhein-Westfalen entwickeln sich dieses Jahr gut. Dass ist auch auf die Europäische Kulturhauptstadt Essen zurückzuführen. Die zahlreichen kulturellen Aktionen, von Ausstellungen über Konzerte bis zu neuen Aktivangeboten, ziehen Besucher ins Ruhrgebiet und dessen Umgebung. Das Tourismusmarketing des größten Bundeslandes verspricht sich von dem Titel einen dauerhaften Effekt auf die Touristenzahlen. Denn viele dafür ins Leben gerufene Angebote werden über 2010 fortbestehen."
Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung / 10.07.2010"Stolz und selbstbewusst: Noch liegt ein halbes Jahr Kulturhauptstadt vor uns, doch schon jetzt lässt sich sagen: Diese Monate voll praller Kunst und Kultur haben nicht nur den Blick der Welt auf diese Region verändert, sondern sie nimmt sich selbst anders wahr: So viele Touristen, so viele positive Berichte, so viel Theater, Ausstellung, Vortrag, Konzert und Tanz. Essen und das Ruhrgebiet sind nicht mehr die "ewige graue Maus", sondern haben ein unvergleichliches Profil gewonnen, das dauerhaft einen hohen wirtschaftlichen Wert entfalten wird. Dass hier viel los ist, dass die Region einer der spannendsten in Deutschland ist, wussten viele Einheimische schon lange. Und doch macht es stolz und stärkt das Selbstbewusstsein aller "Ruhries", dass so viele Auswärtige staunend durch Essen fahren. Wer hätte vorher gedacht, dass sich hier mehrmals täglich Touristen drängen, um eine Stadtrundfahrt zu machen. Dass die Kulturhauptstadt zum vollen Erfolg wurde, liegt auch daran, wie dieser Titel gelebt wird. Zehntausende Freiwillige machen mit, um Kulturveranstaltungen zu ermöglichen; in Tausenden Kindergärten und Schulen schaffen Kinder und Jugendliche für 2010 Kultur. Selbst schräge Tanzproduktionen wie beim Festival Theater der Welt sind gut besucht. Eine ganze Region ist auf den Beinen."
WAZ, Peter Szymaniak / 10.07.2010"Die europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 bietet ihren Besuchern nicht nur denkmalgeschützte Förderturm- und Stahlwerks-Romantik, sondern auch renommierte Theater, Opern- und Konzerthäuser. Ebenso verfügt die Region über öffentliche Kunstsammlungen von Rang. Wenn man Einrichtungen mit Heimatstuben- und Kuriositäten-Charakter mitzählt, gibt es im Ballungsraum entlang der Ruhr an die 200 Museen."
Luxemburger Wort, Christian Schnitzler / 08.07.2010"Heute vor 150 Jahren wurde Gustav Mahler geboren: Mit der "Sinfonie der Tausend" machte er klassische Musik zum Mega-Event. Er erfand den Dirigenten als Pultstar ganz neu. Und mit seiner Musik verband er Tradition und Moderne. Gustav Mahler ist eine der Größen der Musikgeschichte. (…) Seinen einzigen großen Erfolg als Komponist erlebte Mahler mit seiner Achten Symphonie ein Jahr vor seinem Tod. Die "Symphonie der Tausend" soll am 12. September im Duisburger Landschaftspark Nord mit 1350 Sängern und den sechs Symphonieorchestern des Ruhrgebiets unter Leitung von Lorin Maazel für einen Höhepunkt des Kulturhauptstadtjahres sorgen."
Neue Osnabrücker Zeitung, Pedro Obiera / 07.07.2010Weitere Informationen zu Sinfonie der Tausend
"Tanz ist eine universelle Sprache, die jenseits der Worte in jedem Land der Welt gleichermaßen verstanden wird. 40 junge Talente aus drei Nationen werden es einmal mehr beweisen mit ihrem Tanztheaterstück "Die drei Schleier der Europa". Am 16. Juli ist das Nationenverbindende Stück im Ruhrfestspielhaus zu sehen. Das Riesenprojekt ist ein Jugendaustausch und eine künstlerische Zusammenarbeit auf höchstem Niveau zugleich. Fast sechs Jahre hat es gedauert von der ersten Idee bis zur Realisierung. Am Tanz-Gymnasium in Essen-Werden entstand die Idee eines grenzüberschreitenden Tanzprojektes, für das im Konservatorium in Grenoble (Frankreich) und dem Ballettgymnasium der Recklinghäuser Partnerstadt Bytom in Polen die geeigneten Partner gefunden wurden. (…) Das Stück basiert auf der griechischen Sage von Zeus, der sich in Gestalt eines Stieres der schönen Europa genähert und drei Söhne mit ihr gezeugt hat. In immer neuen Variationen rückt Gallotta das Innenleben seiner Darsteller in den Blickpunkt. Das "TWINS"-Projekt - der Kreativ-Pool der Partnerstädte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 hat es möglich gemacht, dass die aufwändige Produktion realisiert werden konnte. "
Recklinghäuser Zeitung, Afred Pfeffer / 06.07.2010Weitere Informationen zu Die drei Schleier der Europa
"The Ruhr Valley, Germany's former steel belt region, has undergone major structural and economic transformation, and one result, a celebration called European Capital of Culture RUHR.2010, has been buzzing with visitors right from the start earlier in the year. Openair events scheduled for the summer months are expected to multiply the spectator numbers. (…) The Ruhr region as European Capital of Culture offers alone 23 music festivals in July and August. Highlights are the Love Parade in Duisburg, formerly held in Berlin, with 1.5 million visitors (July 24) and the 'Bochum Total' city festival with several German and international stars on different stages throughout the city (July 15 -18)."
travelvideo.tv / 06.07.2010Weitere Informationen zu Loveparade und Bochum Total
"Radikal kooperieren statt lamentieren: In Zeiten höchster Not müssten die Ruhrgebietsstädte jetzt ohne Tabus enger zusammenarbeiten. Was bei der Kulturhauptstadt 2010 schon mal - mehr oder weniger erfolgreich - eingeübt wird, sollte rasch Normalität auf allen Ebenen werden. Verkehrsbetriebe, Stadtwerke, Ämter müssen radikal zusammengelegt werden. Dabei darf es keine Rücksichtnahme auf wegfallende Versorgungspöstchen für ausgemusterte Kommunalpolitiker mehr geben. Die Flächenentwicklung darf an der Stadtgrenze nicht Halt machen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Forderung, die RUHR.2010 GmbH als Organisation der Kulturhauptstadt 2010 auch danach weiterzuführen, ihren Charme. Diese neue Dachbehörde könnte sich verdient machen, wenn im Gegenzug die Kommunen auf einige Dutzend Kulturdezernenten verzichten würden. Aber wetten, dass weiter lamentiert statt konsequent kooperiert wird? Die Not, die gemeinhin erfinderisch machen soll, ist wohl noch nicht groß genug."
WAZ, Wilhelm Klümper / 05.07.2010"Im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres RUHR.2010 ist ein neues Kulturfestival geboren: die Nacht der Jugendkultur. Viele Städte des Ruhrgebiets beteiligten sich mit verschiedenen Aktionen, ähnlich wie bei der ExtraSchicht."
WAZ / 05.07.2010Weitere Informationen zu Nacht der Jugendkultur
"Kultur: Die Hoffnung der Industrie-Ruinen - Das Kulturhauptstadt-Jahr im Ruhrgebiet zeigt: Wo die Industrie stirbt, blüht die Kultur auf. Sie soll die wirtschaftliche Zukunft sein. Der erste Eindruck macht stutzig: Ist eine Baustelle am Bahnhof der EU-Kulturhauptstadt nicht peinlich? Immerhin ist bereits das halbe Jahr vorbei. Doch der staubige Empfang am Bahnhof in Essen könnte nicht passender sein. Denn die Veranstaltungen im Rahmen von RUHR.2010 erzählen die Geschichte eines Umbruches, der das Ruhrgebiet erfasst hat. Und ganz Europa betrifft: Gesucht wird eine wirtschaftliche Zukunft an Stelle der globalisierten Großindustrie. In den verwaisten Räumen des einst riesigen Bergbaus sollen die Kreativen eine andere Zukunft erfinden."
Kurier, Georg Leyrer / 04.07.2010"Auf Rekordkurs: Deutschland könnte England erneut alt aussehen lassen. Diesmal nicht im Fußball, sondern in Sachen Kultur: Bislang nämlich hält Liverpool mit 9,7 Millionen Besuchern einen Rekord in der 25-jährigen Geschichte europäischer Kulturhauptstädte. Zu den Veranstaltungen der Metropole Ruhr strömten aber schon im ersten Halbjahr 4,8 Millionen Menschen. Man wolle nun den Liverpool-Rekord knacken, kündigte RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen vergangene Woche an."
Sonntag Aktuell, Lisa Welzhofer / 04.07.2010"Schatzhaus der Industriekultur: Das Ruhrgebiet, bis vor wenigen Jahrzehnten das verschmutzte Herzland der Schwerarbeit in Deutschland, wandelt sich zu einer Kreativ- und Kulturmetropole."
oe1.orf.at / 03.07.2010"Ob diese Mischung aus Volksfest und Kunstmesse ästhetisch überzeugen kann, ist gar nicht so wichtig. Wer könnte dies bei einem Overkill von mehr als 5.000 Veranstaltungen überhaupt beurteilen? Und von zweitrangiger Bedeutung ist ebenfalls, dass sich das hochtrabende Konzept von der "Metropole Ruhr" am Ende als ziemlich blasiert herausstellt, weil jede Kommune die gewohnte Kirchturmpolitik betreibt. Was wirklich zählt, was dem Ruhrgebiet als Kulturlandschaft schon jetzt Schub verliehen hat, das sind die sogenannten Leuchttürme: das Essener Folkwang-Museum, erbaut von David Chipperfield, das Ruhrmuseum, spektakulär untergebracht in der einstigen Kohlenwäsche auf Zeche Zollverein, auch das Dortmunder "U", mit dem die Stadt ihr Wahrzeichen zurückerhält - nur drei der Energiezentren, die im Schwung des Kulturhauptstadtjahres ihren Betrieb aufgenommen haben. Sie werden dem Ruhrgebiet auch in Zukunft neues Selbstbewusstsein verleihen - "nachhaltig", wie es im Jargon der RUHR.2010-Manager heißt. Der Titel der Kulturhauptstadt muss nicht, aber er kann das Gesicht einer Stadt, einer ganzen Region zum Vorteilhaften verändern. (…) Wer von Köln aus ins Ruhrgebiet aufbricht, darf ruhig ein bisschen Neid mit im Gepäck tragen. Welche Impulse wären hier wohl wirksam geworden, hätte es mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt geklappt? Das Ruhrgebiet zeigt: Ein Titel wie dieser kann gerade in Zeiten klammer Kassen wenn auch nicht Flügel verleihen, so doch ein Antidepressivum sein. Auch wenn die Glückspille nur ein Jahr lang wirkt."
Kölner Stadt-Anzeiger, Frank Olbert / 03.07.2010"Zu neuen Ufern möchte das Festival auch künstlerisch aufbrechen. Erstmals hat es, das alle drei Jahre vom Internationalen Theater Institut in eine andere Stadt vergeben wird und 2010, die Kulturhauptstadt macht's möglich, in Mülheim und Essen festmacht, eine internationale Programmdirektorin. Die Belgierin Frie Leysen, die lange das "Kunstenfestivaldesartes" in Brüssel geleitet hat, wählte für die Eröffnung die doppelte Hintertür: Einmal, indem sie dafür die Barockoper "Montezuma" von Carl Heinrich Graun, für die Friedrich II. das Libretto schrieb, aussuchte, und zum anderen, indem sie dieses Spiel mit Geschichte, das die Unterwerfung Tenochtitlans durch die spanischen Conquestadores auf einen Tag konzentriert, dem jungen Regisseur Claudio Valdes Kuri anvertraute, um es aus der Sicht eines Mexikaners zu erzählen. (…) Kulinariker kommen nicht auf ihre Kosten, doch birst das junge Ensemble vor Spielfreude, Hingabe und Elan, und so kann die hemdsärmlige Aufführung einen kleinen Sturm des Südens entfachen, der das Publikum auch in einigen der folgenden Produktionen noch anweht. (…) Oper, Film, Stadtansicht. Ein Festival geht fremd. Wenn auch nicht so, wie es das Stadttheater schon seit Jahren mit Filmadaptionen, Romandramatisierungen und Liederabenden bis zum lähmenden Überdruss vormacht. Um den ganzen Erdball, zwischen Marrakesch und Manila, Oslo und Auckland, ist Frie Leysen, so kündet das Programm, fündig geworden. Hoffentlich geht das Theater in den achtzehn Tagen, die es dafür Zeit hat, nicht verloren."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Rossmann / 03.07.2010Weitere Informationen zu Theater der Welt
"Die "Metropole Ruhr" setzt im laufenden Kulturhauptstadtjahr auf spektakuläre wie hintergründige Interventionen im öffentlichen Raum. (…) Ende Mai zum Beispiel wurde das Projekt "SchachtZeichen" realisiert: (…) Die Aktion wurde ein riesiger Erfolg. Denn wie beim "Berg der Erinnerungen", einer Ausstellung der Kulturhauptstadt Graz im Jahr 2003, fühlten sich die "Ruhrgebietler" - manche sagen auch "Ruhris" - miteinbezogen: (…) Man campierte und erzählte sich Geschichten von damals, als das Ruhrgebiet der Wirtschaftsmotor Deutschlands war. An eine wirkliche "Metropole Ruhr" glauben aber nur die wenigsten: Auch wenn die Entfernungen zwischen den Städten im drittgrößten Ballungsgebiet Europas minimal sind, sind die Rivalitäten groß. Allerorts ist man von der Überlebensstrategie "Wandel durch Kultur", dem Motto des Kulturhauptstadtjahres, überzeugt. Man setzt unter anderem auf die Kreativwirtschaft und wandelt devastierte Gebiete in Landschaftsparks um. Das wohl ehrgeizigste Projekt befasst sich mit der Emscher, die als Kloake missbraucht wurde, um die anderen beiden Flüsse, Lippe und Ruhr, sauber zu halten. Sie soll "renaturiert" werden, sprich: ihren natürlichen Verlauf zurückerhalten. Denn derzeit fließt die Emscher noch in einer Betonrinne - parallel zum künstlich angelegten Rhein-Herne-Kanal. Dazwischen liegt ein 34 Kilometer langer, schmaler, der Donauinsel nicht unähnlicher Streifen: (…) Diese Emscherinsel ist bis 5. September Schauplatz des größten Kunstprojekts: Man fährt sie von Reckling- bis Oberhausen mit dem Rad ab und stößt ab und zu auf Interventionen, die sich in der Regel pointiert mit der Situation auseinandersetzen."
Der Standard, Thomas Trenkler / 02.07.2010Weitere Informationen zu Emscherkunst.2010 und SchachtZeichen.
"Besucheransturm an der "RUHR.2010""
Neue Zürcher Zeitung / 02.07.2010"Eine Brücke durch die Zeiten: Mit der ungewöhnlichen Inszenierung einer großen Barockoper ist das Festival "Theater der Welt" in Mülheim an der Ruhr eröffnet worden. Das Festival, das zu den international bedeutendsten Foren der darstellenden Kunst zählt, geht seit 1981 alle zwei bis drei Jahre jedes Mal in einer anderen Stadt unter wechselnder Leitung über die Bühne. In diesem Jahr macht das Festival mit seiner zwölften Ausgabe wegen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 Station in Essen und Mülheim. An 18 Tagen sind an 18 Spielorten 32 Produktionen mit insgesamt 121 Vorstellungen zu erleben. Allein elf Produktionen des Festivals sind Weltpremieren. Von den insgesamt 385 beteiligten internationalen Künstlern sind die meisten hierzulande noch gänzlich unbekannt. Festivalleiterin Frie Leysen hat für ihre Entscheidung, das eigentlich auf zeitgenössisches Theater ausgerichtete Festival ausgerechnet mit einer Oper zu eröffnen, eine plausible Begründung: "Weil die Oper das Gesamtkunst werk par excellence ist!""
Kölnische Rundschau, Constanze Schmidt / 02.07.2010Weitere Informationen zu Theater der Welt
"Was alles an Kunst in einen kleinen Holz-Container geht, zeigt die Aktion des Duisburger Kunstvereins, (…) die seit gestern auch im Erdgeschoss des Einkaufszentrum Forum an der Königstraße präsentiert wird. (…) Das Ganze ist Teil des Kulturhauptstadt-Projekts "GrenzGebietRuhr". Neben dem Duisburger Kunstverein sind elf weitere Kunstvereine und zwei Künstlerhäuser aus dem "Transitraum" beteiligt. Die einzelnen Container sind höchst unterschiedlich gestaltet. Einige sind verspielt-witzig, andere regen zur Nachdenklichkeit an. Der Duisburger Künstler Chinmayo, der bereits bei der Eröffnung Ende Mai die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko in seinem Container zum Thema machte, ist mit seiner Arbeit noch immer erschreckend aktuell. (…) Nach dem Halt im Forum wandert die Ausstellung weiter nach Nimwegen und Arnheim Niederlande), dann nach Antwerpen (Belgien). Ende des Jahres soll die Wanderausstellung in das Atelierhaus des Duisburger Kunstvereins an den Weidenweg 10 zurückkehren."
Rheinische Post / 02.07.2010Weitere Informationen zu GrenzGebietRuhr
"While 2010 is a stunning year in Germany with such fascinating events from the RUHR.2010 as the European Capital of Culture, the 300th anniversary of porcelain in Meissen, the 41st Passion Play in Oberammergau and the 200th anniversary of the Oktoberfest, next year promises to be no less exciting. One highlight will be the 125th anniversary of the automobile in Germany, celebrating the first car invented by Carl Benz in 1886."
Travel World News / 01.07.2010"So schön war Industrie noch nie - was das Ruhrgebiet so sehenswert macht: Manche fliegen nach Malaga, andere nach Mallorca. Und immer mehr Menschen machen gleich Urlaub in Deutschland. Sie entdecken die Nordsee, die Ostsee, den Bodensee. Ans Ruhrgebiet denken sie dabei selten. Und das ist ein Fehler. Ein großer sogar. Denn der Pott - jene Ansammlung von Städten und Autobahnen und Industrie - ist in diesem Jahr der größte Erlebnispark Deutschlands. Als Kulturhauptstadt Europas feiert sich das Ruhrgebiet selbst - mit Ausstellungen, Lichtkunst, Theater und Kunstaktiönchen und Kunstaktionen."
dewezet.de, ndz.de / 01.07.2010"Jede Woche stellen wir Ihnen Kunst-Höhepunkte vor, die Sie nicht verpassen dürfen. Diese Woche empfiehlt art-Autorin Frida Mindt Rock 'n' Roll in Essen (…): Ab dem 2. Juli werden in der Ausstellung "A Star Is Born" Fotografien von Annie Leibovitz, Richard Avedon, Olaf Heine und vielen weiteren aus den letzten 60 Jahren der internationalen Musikszene gezeigt. Darunter kann man Musiker wie Elvis Presley, Janis Joplin, David Bowie oder die Arctic Monkeys bewundern. Auf Konzerttourneen wurden viele Sänger und Bands mit der Fotokamera begleitet. Die Plattencover zeugen noch heute von den Inszenierungen der Studiofotografen, die die Imagebildung der Star mitprägten. Dieses Phänomen wird mit etwa 250 Ausstellungsobjekten wie Zeitschriften, PR-Material der Plattenfirmen und Autogrammkarten illustriert. Die Schau sei in Europa bislang einmalig, berichtete die Kuratorin und Leiterin der Fotografischen Sammlung Ute Eskildsen und ist im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 entstanden."
art-magazin.de, Frida Mindt / 01.07.2010Weitere Informationen zu A star is born
"Wir sind wieder wer! Endlich. Im Jahre des Herrn 2010 wird das Ruhrgebiet aus seinem tristen Einerlei von Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Integrationslast und vom politischen Filz erzeugten Überschuldungsdruck der Kommunen erlöst. Sollte man denken, glaubt man den Heilsversprechen, den blumigen Umschreibungen, mit denen RUHR.2010-Intendant Fritz Pleitgen bei jeder Gelegenheit das Engagement und die Resultate des in diesem Jahr größten anzunehmenden Kulturkasus in Deutschland an die staunende Öffentlichkeit trägt. (…) Ganz allgemein gilt: Kunst zur RUHR.2010 erscheint eher wie ein Label, weniger als Veränderungsmotor für diese Zueignung an die dauergebeutelte Region. Unter der Dachmarke werden die Engagierten zusammengefasst, das Geld selbst fließt dann gern in Großprojekte: (…) Was für ein Eindruck also bleibt zur Halbzeit? Ein zwiespältiges Gefühl. Es reißt einen hin und her: Zwischen Intelligenz, Liebenswürdigkeit, Große, Wahn und Kleingeist ist alles drin. Typisch Pott, möchte man ausrufen. Die teils zu sentimentaler Folklore abgedroschenen Mythen bleiben dennoch stärkste Batterie. Dabei waren sie doch dort an Emscher und Ruhr schon immer wer!"
Kunstzeitung, Matthias Weiß / 01.07.2010"Soundduschen, Audioguides, Videoloops, Rockbüro. Mick Jagger an der Außenwand des ehrwürdigen Hauses. Gerade feierte man den 200 000 Besucher, der die Ausstellung "Das schönste Museum der Welt" mit Werken von Chagall, Kandinsky, Marc und Beckmann besuchte und zum Dank ein Abendessen bekam. Der Neubau des Architekten David Chipperfield, dieses Jahr eingeweiht, hat das ohnehin schon angesehene Museum Folkwang in Essen in die vorderste Linie der internationalen Kulturstätten katapultiert. Und nun das. Verschwitzte, wilde Rocker in unzüchtigen Posen, Crossdresser, Halbnackte und Kiffer, ein blutverschmierter Sid Vicious von den Sex Pistols, Kinderschreck Marilyn Manson in Beißhaltung, Fans, entrückt und mit irrem Blick. Was war passiert? Vor drei Jahren hatte Ute Eskildsen, die Leiterin der fotografischen Sammlung und Vize-Direktorin des Museums, die Idee, dem Genre der Musikfotografie zum RUHR.2010-Jahr eine würdige Bestandsaufnahme zu gönnen. (…) Die wenigstens Exponate, betont die Ko-Kuratorin Christiane Kuhlmann, sind auf dem klassischen Kunstmarkt, also in Galerien oder Sammlungen, verfügbar. Gedacht für eine zeitnahe mediale Verwertung, ob in Magazinen, als Tourplakate oder Autogrammkarten, wurden die Original-Negative und -Dias meist in den Verlagen oder Musikfirmen abgegeben und direkt für den Druck benutzt. Der reguläre Print, vielleicht sogar als limitierte Edition, war äußerst selten. Dieses rare Vintage-Material hängt nun hier, neben Neuprints und Orginial-Plattencovern (etwa der legendären "Sticky Fingers "-Hülle mit Reißverschluss von den Stones) und sogar Kaugummi-Sammelkarten von Elvis oder den Beatles."
Süddeutsche Zeitung, Nadine Barth / 01.07.2010Weitere Informationen zu A Star Is Born
"Der »Ruhrschnellweg« ist nicht nur die einzige Straße, sondern überhaupt das einzige Realsymbol, das alle Ruhrgebietsstädte verbindet. Die Städte verbindet, die Stadtteile trennt. Der Revier-Boulevard, auf dem niemand flanieren darf. Auf dem man - aus dem Auto vor Schallschutzwände blickend - aus der Stadt verbannt ist. Ihn zu einem zentralen Objekt kulturhauptstädtischer Kunstintervention zu machen, war zwingend. (Weswegen die Stilllegung der A 40 am 18. Juli richtiger und wichtiger ist als Kritiker spotten: Sie bedeutet nämlich die Inbesitznahme der verbotenen Mitte.)"
K.WEST, Ulrich Deuter / Juli/August 2010Weitere Informationen zu B1IA40 und Still-Leben
