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Eine Metropole, über die man spricht, spricht für sich

Abbildung einer Muschelschale mit Perle auf grobkörnigem Sand.Abbildung einer Muschelschale mit Perle auf grobkörnigem Sand.

RUHR.2010 fischt nach den schönsten Zitatschätzen über die Metropole Ruhr und die Kulturhauptstadt Europas 2010. / Foto: Grace Winter, www.pixelio.de

"Die Kritik ist leicht, die Kunst ist schwer", behauptete der französische Dramatiker Philippe Destouches (1680-1754). Doch vielstimmige Resonanz – sei es Lob oder Tadel – beflügelt die Kunst, schafft inspirierende Reibungsflächen und stärkt die Motivation, Kreatives zu leisten.

Auch ein gemeinschaftliches Großprojekt wie die Kulturhauptstadt Europas 2010 polarisiert. Die Auseinandersetzung zeigt, dass RUHR.2010 den Nerv der Zeit getroffen hat, indem die Kulturhauptstadt versucht, das Ruhrgebiet zu vernetzen und die Metropole Ruhr als neue Kulturmetropole in Europa zu positionieren. Die bereits erzielten Effekte gehen von der kulturellen Kraft der Region aus, die aus den Errungenschaften der Institutionen und Kulturschaffenden wächst und lebt – und aus dem Wandel, der hier stattfindet.
So vielfältig wie die Kultur in der Metropole Ruhr ist, so facettenreich sind die Meinungen zur Kulturhauptstadt Europas 2010. Stöbern Sie in journalistischen Schlagzeilen, Berichten und Kommentaren rund um die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 und die Metropole Ruhr:

• Juni 2010 (in Auswahl)
• Mai 2010 (in Auswahl)
• April 2010 (in Auswahl)
    


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Medien-Rauschen Juni 2010 (in Auswahl):


""Grubenklang reloaded" ist der Beitrag des Dortmunder domicils zum Kulturhauptstadtjahr 2010. Basierend auf dem 1982 von Georg Graewe gegründeten Grubenklangorchester liest sich die aktuelle Besetzung wie ein "who is who" der progressiven Jazzszene aus deutschen Landen - Frank Gratkowski, Theo Jörgensmann und Eckhard Koltermann gehören unter anderem dazu. Aber "Grubenklang reloaded" umfasst noch viel mehr. So beleuchten gleich eine ganze Reihe von Nebenprojekten an wechselnden Aufführungsstätten im Revier die vielen Ausprägungen zeitgenössischer improvisierter Musik."

Recklinghäuser Zeitung / 30.06.2010
Weitere Informationen zu grubenklang reloaded

"Kulturhauptstadt Europas - Die besten Projekte: Die Nacht der Jugendkultur bietet Kultur für Jugendliche, aber vor allem Kultur von Jugendlichen - ab 12 Jahre. Museen, Parks, Bürgerhäuser, Medienwerkstätten und Industrieanlagen sind geöffnet. Für: Grafitti, HipHop und Rock in Gladbeck, Modern Dance und Stand-up Comedy in Ennepetal, Theater, Tanz, Video und Malerei in Bottrop, Film und Foto, Skaten und Klettern in Dorsten, Lagerfeuer, Nachtwanderungen und BMX in Bergkamen, Fackeldinner in Seim, Poetry Slam in Oer-Erkenschwick, Nixen und Könige performen in Witten. Die Jugendlichen können das Programm mitgestalten, sie bestimmen, was in Jugendkunstschulen in dieser Nacht gemalt wird, welche Bands auftreten, welche Filme open air gezeigt werden, was in Theatern geprobt, in Musikschulen gespielt wird. Die Nacht der Jugendkultur" soll künftig regelmäßig stattfinden."

WAZ / 30.06.2010
Weitere Informationen zu Nacht der Jugendkultur

"Aschenpottels neue Kleider: Spätestens als die Bundeskanzlerin in ihrer Neujahrsansprache ausgerechnet die Kulturhauptstadt Europas eine Perspektive aus der Krise nannte, war allen Beteiligten klar: Ruhr.2010 ist eine nationale Angelegenheit. Die Hoffnung als Herausforderung, das Ruhrgebiet als Rollenmodell - wer hätte das gedacht? (…) Bis jetzt, da exakt Halbzeit ist in diesem etwas anderen Kulturhauptstadtjahr, scheint die Rechnung aufzugehen, auf einen weichen Standortfaktor zu setzen. RUHR.2010 ist unbestritten ein Publikums- und Medienerfolg. Die Währung heißt Aufmerksamkeit, mehr Scheinwerferlicht war nie. Fünf Millionen Besucher werden bald Grönemeyers Einladung gefolgt sein: Komm zur Ruhr. Der Begriff Umwegsrentabilität ist sicher nicht so sexy wie seine Bedeutung. Die Agentur für Arbeit aber führt den Aufschwung mit über 30 Prozent mehr Jobs im Hotel- und Gastronomiegewerbe allein in Essen - wenngleich meist zeitlich befristet - auf die Kulturhauptstadt zurück. Längst gibt es in der einstigen Wege des Wirtschaftswunders mehr Beschäftigte in der Kreativwirtschaft als im Bergbau, die Mieten sind mit im Schnitt 4,19 Euro pro Quadratmeter so günstig wie nirgendwo, ein neues Arbeitsethos ist allgegenwärtig. (…) 2010 in der Kulturmetropole Ruhr: die Zeit des Erwachens. Und danach? Das Ruhrgebiet bleibt seines Glückes Schmied."

FAZ, Marc Oliver Hänig / 30.06.2010

"Liverpool wankt - Kulturhauptstadt Ruhr lockt: Zur Halbzeit ist selten schon alles entschieden. Die Europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 aber kann sie als Erfolg feiern. Hat sie in den ersten sechs Monaten, so melden ihre Organisatoren, doch bereits 4,8 Millionen Besucher angezogen. Und das heißt auch, ist ja kein Wunder nach Bloemfontein, dass Liverpool wankt: In der englischen Hafenstadt wurden, als sie 2008 den Titel trug, insgesamt 9,7 Millionen Gäste gezählt. Dieser Rekord soll geknackt und, so Doris Pack, die Kulturausschussvorsitzende des Europäischen Parlaments, "die Kooperation in Fragen der urbanen und kulturellen Entwicklung" fortgesetzt werden. Denn "das Ruhrgebiet", ruft Fritz Pleitgen, "muss Kulturhauptstadt bleiben!" Ob er darüber mit den Kämmerern der in ihrer Mehrheit hochverschuldeten Kommunen schon gesprochen hat?"

FAZ, Andreas Rossmann / 30.06.2010

"Germany's Ruhr turns from coal to creativity: All over the region, around 1,000 former industrial structures have been turned into cultural venues, among them Dortmunder U, a former brewery that has become a gallery, and Zeche Nordstern, a former coal mine that was turned into office space and a museum for model railroads. There are more than 100 theaters and dozens of concerts and musical festivals taking place every year in the Ruhr region, one of Europe's most densely populated areas, making it also one of the culturally most happening places. As testament to the success of the program, the entire Ruhr region, with its 5.3 million inhabitants and 53 cities, was chosen by the European Union this year as a European Capital of Culture 2010 - the first time the distinction went to an area rather than a single city. More than just creative installations, many RUHR.2010 cultural ventures combine cutting-edge art with longterm reconstruction efforts that seek to revitalize an area that has been on the decline since the 1970s."

Forbes.com / charlotteobserver.com / theinsider.com / zimbio.com / times-standard.com / muscatinejournal.com / signonsandiego.com / kcba.com / Townhall.com / abcnews.com / examiner.com / nytimes.com / cnbc.com / contracostatimes.com / mercurynews.com / feeds.bignewsnetwork.com, Kirsten Grieshaber / 29.06.2010

"Die RUHR.2010 peilt einen Besucherrekord in der 25-jährigen Geschichte der europäischen Kulturhauptstädte an. "Wenn der Andrang so weitergeht, können wir den bisherigen Spitzenwert von Liverpool (9,7 Millionen im Jahr 2008) knacken", sagte RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen bei einer Halbzeitbilanz. Von der verschneiten Eröffnungsfeier im Januar bis Ende Juni hatten bereits 4,8 Millionen Menschen Veranstaltungen besucht."

Welt kompakt / 29.06.2010

"Geliebtes Ungeheuer: Die A40 zwischen Dortmund und Duisburg ist die Aorta des Reviers. (…) Heimweh nach der A 40? Im Revier zählt nicht, ob die Heimat schön ist. Die Liebe zu ihr hat etwas Bedingungsloses. Sie kommt ohne Schminke aus. Selbst im Jahr, in dem die Stadt Essen für das Ruhrgebiet Europas Kulturhauptstadt ist, verzichtet sie auf Puder: Das Highlight von RUHR.2010 ereignet sich auf dem Asphalt der A 40. Am 18. Juli wird sie für das Kunstprojekt „Still-Leben Ruhrschnellweg“ auf 60 Kilometern zwischen Duisburg und Dortmund komplett gesperrt und geöffnet für den Trumpf der Kulturhauptstadt: ihre Menschen."

FOCUS, Tim Pröse / 28.06.2010
Weitere Informationen zu Still-Leben

Lesen Sie die komplette Reportage von Tim Pröse auf FOCUS online
.

"Sensationelle Halbzeitbilanz"

Nordbayerischer Kurier / 28.06.2010

"Ruhrgebiet jagt Rekord"

Mainpost / 28.06.2010

"RUHR.2010 entwickelt sich zum Besuchermagneten"

Rheinische Post / 28.06.2010

"Besucheransturm, positive Presse und Begeisterung in den Ruhrgebietsstädten - das Kulturhauptstadtprogramm im einstigen Kohle- und Stahlrevier hat viel Zuspruch gefunden."

Leipziger Volkszeitung / 28.06.2010

"Es hat sich was getan. Definitiv. Mehr Menschen im Revier begreifen endlich, dass das Ruhrgebiet eines der größten Kulturzentren der Welt ist. Und das schon lange. Sie sind stolz darauf dank sei Massenveranstaltungen wie dem DAY OF SONG oder den SchachtZeichen - und nutzen inzwischen sogar kulturelle Angebote, die hinter eigenen Stadtgrenzen liegen. In punkto Innenwirkung hat RUHR.2010 also etwas bewirkt. Gut! Sehr gut! (…) Was in'2011 bleiben wird, sind ein aufpoliertes Selbstverständnis und die neuen Besuchermagneten wie Zollverein. Aber die gemeinsamen Projekte und Absprachen kann man ab 2011 getrost wieder vergessen. Dann kocht jede Kommune wieder ihr eigenes Süppchen. Das Revier ist eine Region, nicht eine Stadt wie Glasgow. Eine Region mit 52 Stimmen!"

Recklinghäuser Zeitung, Jan Mühldorfer / 28.06.2010

"Sie machen - was? Sie leben in Wohnungen, die nicht ihre sind und schreiben auf, was sie denken. Oder was sie erlebt haben, oder beides. Ist das Kunst? Diese Frage sollte man nie ohne Not stellen; sie kann in eine Sackgasse führen. (…) Die Kulturhauptstadt bietet 78 Menschen in zwei bis drei Straßen des Ruhrgebiets ein Jahr lang eine Bleibe, gibt ihnen ein Laptop und sagt: Schreibt. Bittet auch die Leute, die sonst noch und immer da wohnen, zu schreiben. Heute, morgen. Was ihr wollt. Der Text verschwindet in einer Art Vorratsdose, keiner kann ihn lesen: Damit alles immer neu und anders ist. Und der nächste setzt da an, wo der vorige endet. (…) Es fließt und fließt, ist eigenartig und so berührend, wie man es von Kunst erwarten darf. Also ist es doch Kunst? (…) Wenn Kunst etwas mit menschlicher Gemeinsamkeit zu tun hat: Dann entsteht sie hier, vielleicht. Kultur ist es ganz sicher."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 28.06.2010
Weitere Informationen zu 2-3 Straßen

"Integration - spielend leicht: Es war Begegnungswetter. Sonntäglich-sonnig und warm - wie geschaffen für eine Begegnung von behinderten und nicht behinderten Menschen, von Fußballfans und Fußballmuffeln, von Kindern und Erwachsenen, von Künstlern, Musikern und ganz normalen Sonntagsausflüglern. Der "Tag der Begegnung", das europaweit größte Integrationsfest für Menschen mit und ohne Behinderung, hat gestern zehntausende Besucher im Essener Grugapark begeistert. Im Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010 fand das Fest des Landschaftsverbandes Rheinland unter dem Motto Integration durch "Kultur" erstmals in Essen anstatt wie bisher in Xanten statt. Selten hat der Essener Grugapark ein so großes Fest gesehen. An engen Wegkreuzungen drängten sich die Menschen schon am Morgen, vorbei an bunten Zirkuszelten, die mit den prächtigen Blumenbeeten um die Wette leuchteten. Waffelduft von links, Bratwurstgeruch von rechts, über den Köpfen stiegen weiße, blaue und rote Luftballons in den Sommerhimmel. Mehr als 200 Vereine, Einrichtungen, Verbände und Initiativen von Rhein und Ruhr stellten ihr Engagement für ein barrierefreies und gleichberechtigtes Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap vor."

WAZ, Katrin Martens, Cornelia Färber / 28.06.2010

"Gästezahl hat sich in Essen verdoppelt: Im Kulturhauptstadtjahr 2010 ist gerade mal die Halbzeit erreicht, doch die Gästezahl auf Zollverein ist mit rund einer Million schon jetzt so hoch wie im gesamten Jahr 2009. Das deckt sich mit Zahlen der Essen Marketing GmbH: Die Touristikzentrale der EMG konnte kürzlich ihren 30.000. Kunden in diesem Jahr beraten - so viel wie 2009 insgesamt."

WAZ / 28.06.2010

"RUHR.2010: Alle Erwartungen schon jetzt übertroffen"

Berliner Morgenpost / 27.06.2010

"Halbzeit in der Kulturhauptstadt Europas, dem Ruhrgebiet: Ein Versuch, durch 5.000 Termine eine Schneise zu schlagen Als größte künstliche Landschaft Europas hat das Ruhrrevier die Chance, zum größten Kunstwerk der Welt zu werden. An diesem Projekt einer Komposition aus Städten, Straßen, Verkehrswegen, Seen, Wäldern et cetera sollen Maler, Bildhauer, Architekten, Städteplaner, Techniker, Ingenieure, Psychologen, Soziologen, Politiker, Gewerkschaftler, Dichter, Musiker, Filmer, Regisseure, Arbeiter, Unternehmer und all jene mitarbeiten, deren schöpferische Fantasie über die Mauern der Museen, Bibliotheken und Konzertsäle hinausreicht. Las Vegas und die Alpen sind nichts gegen das RUHR-KUNSTWERK. Glückauf. Was klingt wie ein Eintrag im Poesiealbum Fritz Pleitgens, dem Sonnenbürgermeister der Kulturhauptstadt Europas 2010, ist ein waschechter Achtundsechziger: Ferdinand Kriwets Manifest Rettet das Revier . 42 Jahre hat es gedauert, bis jemand Ernst macht mit dem Plakat des Düsseldorfer Künstlers."

zeit.de, Christoph Siemes / 27.06.2010

"Erfolg zur Halbzeit - RUHR.2010 will kein Strohfeuer sein: Das Ruhrgebiet als Kulturhauptstadtregion Europas hat die Erwartungen weit übertroffen. Der Erfolg zur Halbzeit löst aber auch eine Diskussion über die Zeit nach 2010 aus. Besucheransturm, positive Presse und Begeisterung in den Ruhrgebietsstädten - das Kulturhauptstadtprogramm im einstigen Kohle- und Stahlrevier hat viel Zuspruch gefunden. Rund 4,8 Millionen Gäste, etwa ein Fünftel aus dem Ausland, konnten sich selbst überzeugen, dass zwischen Duisburg und Dortmund die Luft schon lange nicht mehr schwarz ist vor Kohlenstaub. (…) Das führte vergangene Woche zum öffentlichen Schlagabtausch: Kommunalvertreter ließen ein RUHR.2010-Papier, das mögliche künftige, erweiterte Aufgaben beschreibt, aus einer internen Sitzung an die Presse durchsickern. Pleitgen sah sich genötigt klarzustellen, dass die RUHR.2010 keineswegs ein "Kulturdezernat für das ganze Ruhrgebiet" oder eine neue Bürokratie-Instanz anstrebe. Erfolgreiche Kulturarbeit für das Ruhrgebiet funktioniere aber nur im Zusammenwirken der Region, betonte Pleitgen in einer Erklärung mit der Überschrift "Wider die Rosinenpicker". "Sonst war das hier alles nur ein Strohfeuer", sagt ein 2010-Mitarbeiter. Die Entwicklung "nachhaltiger Strukturen" für die Zeit nach dem Kulturfest gehört schließlich zu den Satzungsaufgaben der RUHR.2010."

n-TV.de / 26.06.2010

"Zufrieden zur Halbzeit: Im zweiten Halbjahr gibt es wieder einen Mix aus stillen Projekten und "Blockbustern" - etwa eine Tagung mit Mitmach-Konzerten über Wiegenlieder aus der ganzen Welt und andererseits die Loveparade in Duisburg, eine große Impressionistenschau im Folkwangmuseum oder Mahlers "Sinfonie der Tausend" im Duisburger Landschaftspark. Wenn im Herbst genauso viele Menschen kommen wie im Frühjahr, kann das Ruhrgebiet sogar den Kulturhauptstadtrekord knacken. "Nach Liverpool kamen 9,7 Millionen - wenn wir das übertreffen, sind wir die erfolgreichste Kulturhauptstadt aller Zeiten", sagt RUHR.2010-Sprecher Marc Oliver Hänig."

Kölner Stadt-Anzeiger / 26.06.2010

"Das renommierte Festival "Theater der Welt" startet im Kulturhauptstadtjahr im Ruhrgebiet mit der Barockoper "Montezuma" von Carl Heinrich Graun. "Die Oper ist das Gesamtkunstwerk par Excellence", sagte Programmdirektorin Frie Leysen bei einem Probenbesuch der Oper gestern in Mülheim. Dort wird "Montezuma" am kommenden Mittwoch das Festival eröffnen, das dann an 18 Tagen an 18 Spielorten 32 Produktionen mit insgesamt 121 Vorstellungen bietet. Allein 11 Produktionen des Festivals sind Weltpremieren. 385 Künstler sind beteiligt."

Leipziger Volkszeitung / 24.06.2010
Weitere Informationen zu Theater der Welt

"Das halbe Kulturhauptstadtjahr ist also fast abgelaufen. Unkende Berufspessimisten sehen das Glas leerer als halbleer und prophezeien uns für 2011 eine Kulturwüste. Aber kann trotz der desolaten Haushalte der Kommunen die Zukunft auch nicht ganz anders aussehen? Gläser werden nachgefüllt, wenn der Inhalt mundet. Und Kultur verändert die Welt. Im Juni 1969 fand das Woodstock-Festival statt, erst im April 1975 endete der Vietnamkrieg. Im Juni 1988 spielte Pink Floyd vor dem Reichstag, erst im November 1989 fiel die Mauer. Ebenfalls im Juni 1988 fand das Konzert für Nelson Mandela im Wembley-Stadion in London statt. In diesem Jahr feiern wir in einem von der Apartheid befreiten Südafrika die Fußballweltmeisterschaft. Warum also sollte dieses Kulturhauptstadtjahr mit seinen Massenveranstaltungen nicht auch eine Wirkung haben? Wenn die Bewohner der Region und auch die Entscheidungsträger in den Kommunen, in Düsseldorf, Berlin und Brüssel erkennen, welche positive Kraft dieser Kulturlandschaft innewohnt, können auch wieder andere Rahmenbedingungen geschaffen werden. Die Abschaffung wichtiger kommunaler Einnahmen, das Aufbürden immer neuer finanzieller Belastungen für die Städte und Gemeinden und infolgedessen die Ausblutung der öffentlichen Kassen und das Streichkonzert im kulturellen Bereich sind kein unabänderliches Naturphänomen, sondern von Menschen, genauer: von Politikern gemacht. Vielleicht bleibt 2010 als das Jahr in Erinnerung, in dem die europäische Kulturhauptstadt gegründet wurde."

trailer, Lutz Debus / Juni 2010

"Einfach ein gutes Stück zu weit nach vom gedacht? Mutiger Vorstoß und eiliges Zurückrudern, Richtungsstreit zwischen Neuerern und Bewahrern, schlichtes Gerangel um Macht - für die Querelen, die jetzt um Europas Kulturhauptstadt "Ruhr 2010" entstanden sind, gibt es viele Deutungen. Und wahrscheinlich treffen alle ein wenig zu. Worum geht es? Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt, Macher und Frontleute der "RUHR.2010"-GmbH, haben vorgeschlagen, mit einem erweiterten Profil der GmbH der Kulturpolitik des Ruhrgebiets auch über das Jahr 2010 hinaus eine feste Struktur zu geben. (…) Inzwischen hat Nordrhein-Westfalens geschäftsführender Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) der Kulturhauptstadt attestiert, das Gesicht des Ruhrgebiets" verändert zu haben. Offenbar nicht genug, um offenen Zwist zu verhindern."

Neue Osnabrücker Zeitung, Stefan Lüddemann / 23.06.2010
Weitere Informationen zur Kabinettsrede von Jürgen Rüttgers

"Am liebsten würden die Marketingstrategen des Strukturwandels Mülheim wohl wirklich zum "Hawaii an der Ruhr" (v)erklären. Schöne neue Kulturhauptstadtwelt. Bei Rene Pollesch ist so ein Name natürlich Lüge. Liebevolle, lustige Lüge. Denn die schotterige Brache, auf der auch der dritte Teil seiner "Ruhrtrilogie" uraufgeführt wird, hat so gar nichts von Aloha. Vielmehr zittert das Publikum nachts um elf auf Plastikstühlen im rauen Revierwind. Kein Wunder, dass Fabian Hinrichs, der dieses Quasi-Solo zwei Stunden lang meist nackt in Unterhose oder Steinzeitlendenschurz bestreitet, direkt nach der Premiere erkältet ausfiel. Dabei hatte er so wacker als großer Zeremonienmeister den "Perfekten Tag" gepredigt, noch so ein Schwindel. Die Lüge vom Fortschritt, der Irrglaube an die Perfektion: Menschheitsthemen, Ruhrgebietsthemen. (…) Autor Pollesch und sein charismatischer Performer sprechen von der "Armut in dieser Region". Einer Region, die sich "das Rad" neu erfinden muss - bei dem Hinrichs in die Pedale tritt. (…) Blödsinn und Tiefsinn a la Pollesch vereint. Sie münden in seinen bewährten Diskursen über falsche Gefühle in echten Ökonomien. "Nur Lügen können perfekt sein", raunt Volker Spengler. Und die schönste Metapher für den systemstabilisierenden Selbstbeschiss sind die (nicht ganz perfekten) Zaubertricks, die Fabian Hinrichs im Fakirkostüm zeigt. Der Abend zerfällt aber, ganz Zirkusshow, in einzelne Nummern und bleibt so hinter dem zweiten Trilogie-Teil "Cinecittä Aperta" zurück. Polleschs Schlusspointe hat es dafür in sich: Glücklich wird nur, wer sein Leben im bewussten Selbstbetrug einrichtet. Lügen und belügen lassen. Aloha 'oe."

Süddeutsche Zeitung, Vasco Boenisch / 23.06.2010
Weitere Informationen zu Ruhrtrilogie

"Im Prinzip ist die Idee eines Super-Kulturdezernats für die 53 Städte und Gemeinden des Reviers nicht schlecht. Zumal hier allerorten die Geldnot regiert. Die Kulturverwaltung zwischen Xanten und Breckerfeld ließe sich so kostengünstiger bündeln; vor allem aber könnte eine Zentrale für die Ruhr-Kultur Entscheidungen treffen. Also Theaterbühnen diverser Städte dazu verdonnern, mehr zusammenzuarbeiten als bisher. Oder die Profile und Ausstellungsangebote von fast zwei Dutzend Museen aufeinander abstimmen, weil kein Haus mehr eine Rundumversorgung anbieten kann. Zu all dem hat die RUHR.2010 GmbH erste Schritte gemacht. Aber sie waren nicht nachhaltig genug, um sich gegen die eifersüchtelnden Beharrungskräfte in den Städten durchsetzen zu können. Dort will sich weiterhin niemand von außen hineinregieren lassen. Da müsste die RUHR.2010 GmbH schon ein neues, großes, elektrisierendes Ziel verfolgen, das jede Stadt für sich genauso wenig erreichen würde wie den Kulturhauptstadt-Titel. Um jeden Preis eine weitere Kulturinstitution zu verewigen, wäre grober Unfug. Der Zweck von Kulturbürokratie ist ja nicht Verwaltung, sondern Kultur zu ermöglichen."

WAZ, Jens Dirksen / 22.06.2010

""Komm zur Ruhr" zeigt Wirkung. Im ersten Quartal des Kulturhauptstadtjahres stieg die Zahl der Übernachtungsgäste bereits um 5,4 Prozent - und dabei standen Top-Ereignisse wie die SchachtZeichen oder der Day of Song erst in den letzten Wochen auf dem Programm. Mittlerweile gilt es als sehr wahrscheinlich, dass das Ruhrgebiet auf Jahressicht ein sattes Besucherplus von 10 bis 15 Prozent verzeichnen kann. Ein klassisches Ziel für Städtereisen wie Berlin, Hamburg oder München wird das Revier nie werden. Doch der Trend zur Ruhr ist unübersehbar und äußert sich in vielen kleinen Erfolgsmeldungen. Am Gasometer in Oberhausen wurden heuer bereits über 200.000 Besucher gezählt, jeder Dritte kam aus dem Ausland. Gleich 25 Busse standen am vorletzten Freitagmorgen vor Zollverein - mehr als man dort verkraften konnte. Um 15- bis 20 Prozent stieg die Zahl der Buchungen, die über Reiseveranstalter vermittelt wurden, im gleichen Umfang nahmen auch die Anfragen für Tagungen und Kongresse zu. Eine stolze Bilanz, in der noch viel Luft nach oben ist."

WAZ, Rolf Kiesendahl / 22.06.2010

"Das gab's nur einmal, das kommt nicht wieder. Mit diesen schönen Schlagerzeilen wird man das Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 in gut sechs Monaten getrost in den Ruhestand verabschieden dürfen. Fortsetzung - welcher Art auch immer - folgt garantiert nicht. Dass im Laufe dieses Jahres neuerliche Begehrlichkeiten geweckt würden, die Kulturpolitik im Ruhrgebiet weg vom eingeübten Kirchturmdenken hin zu mehr Metropolengefühl zu entwickeln, war zwar zu erwarten. Allein: Es fehlt der Glaube, dass sich auch nur kleinste Sprengel des Ruhrgebiets einem quasi obersten Kulturdezernat mit dem Machtzentrum Essen anvertrauen wollten. Oder dass sie bereit wären, für irgendeine weitere Kulturförderungs- oder Tourismus-Ankurbelungs GmbH im grauen Alltag nicht vorhandenes Geld aus leeren Stadtkassen auszugeben. Sehen wir's realistisch. Überörtliche Leistungen haben viele Städte des Ruhrgebiets schon in besseren Zeiten nur mit langen Zähnen erbracht. Das Ruhrgebiet 2011 wird deshalb wie das Ruhrgebiet 2009 sein. Plus ein paar schöne Erinnerungen."

Westfälische Rundschau, Jürgen Potthoff / 22.06.2010

"Gesichter im Schatten des Stadtplans, Augen hinter Kameralinsen: Sie sind da, die Ruhrtouristen. Kulturhauptstadtbesucher, mal im Reisegruppenformat, mal auf Solotour, tauschen Bares gegen Betten, machen Stadtspaziergänge auf Steigers Spuren. Reiseziel Revier: 2010 lässt grüßen - das Ruhrgebiet als Besuchermagnet."

WAZ, Anne Wiegel / 22.06.2010

"Today the Ruhr valley - encompassing the cities of Dortmund, Duisburg and Essen - boasts lush green countryside, in which lonely steel structures and silent chimneys rise above the treeline as statuesque relics of the past. (…) Halfway through its tenure as European Capital of Culture, the head of the RUHR.2010 festival, Fritz Pleitgen, said the 53 towns within Germany's former industrial heartland still 'suffered under a completely outmoded image.' Pleitgen described his vision of region's future as a creative hub, in which the new produce was intellectual property - in areas such as film, fashion, design and architecture."

earthtimes.org / monstersandcritics.com, Helen Marguire / 22.06.2010

"Mit 27 mal 27 Metern Grundfläche, rot-weiß gestreiften Mauern und dem 17 Meter hohen Turm-Portal ist er der größte tamilisch-hinduistische Tempel Europas. Doch wer weiß schon, dass der schmucke Sakralbau, benannt nach der Göttin Sri Kamadchi Ampal, in Hamm-Uentrop steht, wo er 2002 eingeweiht wurde? Das erfährt der Besucher der Wanderausstellung "Fremde Impulse - Baudenkmale im Ruhrgebiet" im Haus des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) am Kennedy-Ufer. Die Schau ist Teil eines Gemeinschaftsprojekts, mit dem der LVR und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe einen Beitrag zur "Kulturhauptstadt RUHR.2010" leisten. Zu den Themenkomplexeh gehören "Glaube", "Kunst und Architektur" sowie "Herrschaft", und der Bogen spannt sich vom römischen Hafentempel in Xanten über die Vorzeigesiedlung Margarethenhöhe in Essen, an der ungezählte italienische Arbeiter mitgebaut haben, bis zum Epitaph für den aus Flandern stammenden Kartografen Gerhard Mercator in der Duisburger Salvatorkirche."

Kölner Stadt-Anzeiger / 22.06.2010
Weitere Informationen zu Fremde Impulse

"Samstagnacht ist auf Zollverein ein Haus eingestürzt. In der Spitze des Tetraeders saß schweigend ein Engel. In einem Park haben Blumentöpfe gebrannt, durch dichten Nebel über dem Kanal glitt ein geheimnisvoller Viermaster, und der Gasometer ging in Flammen auf. Schaurig-schön! Wie auch das Ruhrgebiet manchmal eben ist. Es hat geleuchtet in dieser Nacht und sich wieder einmal selbst erfahren: 200.000 Besucher sollen es gewesen sein, freiwillig auf "ExtraSchicht" und so viele wie nie. Die "Nacht der Industriekultur" wollte das Sommerfest der Kulturhauptstadt sein, und der einzige, der nicht kam, war der Sommer. Allerdings war der höchst selten da, wenn man zurückblickt in die Jahre. Die Menschen also ließen sich treiben vom eisigen Wind und der heißen Lust auf eine Schönheit, die man woanders gar nicht kennen kann."

WAZ, Annika Fischer / 21.06.2010
Weitere Informationen zu ExtraSchicht

"Kann man sich bezaubern lassen, obwohl man den Trick durchschaut? (...) Der Schauspieler Fabian Hichrichs kriegt das hin. Und schafft es, dass an diesem Abend tatsächlich Nummer 101 der "100 wichtigsten Erfindungen der Menschheit" in die Welt kommt: "Der perfekte Tag". (...) Bert Neumanns wunderbare Kulissenversatzstücke aus dem zweiten Teil der Trilogie - eine transparente Kopie des benachbarten Häuserzugs und eine Wagenburg mit fahrender Showbühne - sind wieder da. Das Crazy Horse, das mit abgeschnittenem Pony tatsächlich noch auftreten wird, wiehert fern. (...) Irgendwie auch nur ein billiger Illuisionstrick. Die Nacht funkelt verheißungsvoll. Wir haben alles durchschaut, wären dabei fast in Kälte erstarrt, und es war zauberhaft."

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Marion Ammicht / 20.06.2010
Weitere Informationen zu Ruhrtrilogie

"Pollesch macht, so wird zunehmend klar, das Theater selbst zum Thema. Ihm geht es um Realität und Illusion, Sein und Nichtsein, Wahrheit und Lüge. "Der perfekte Tag" ist - einen kürzeren Monolog von Volker Spengler gegen Ende abgerechnet - eine große Soloperformance für den an der Bochumer Schauspielschule ausgebildeten Berliner Volksbühnenschauspieler Fabian Hinrichs. Er lebt den Pollesch-Text, spielt mit ihm, gibt ihm nicht nur einen emphatischen Ton, sondern auch Gesichter, Gesten und Bewegung. Er spielt in Bademantel, Unterhose, mit Lendenschurz oder Magierumhang. Und wenn er aus der Rolle fällt oder etwa als Zauberkünstler seine Hilfsmittel verrät und dabei verschmitzt lächelt, dann macht er auch die Täuschung offenbar. Ein vergnüglicher Theaterabend."

Ruhr-Nachrichten online / 20.06.2010
Weitere Informationen zu Ruhrtrilogie

"Wieder Aufruhr im Revier - Wie das Ruhrgebiet als Europäische Kulturhauptstadt den Traum von einer großen Zukunft inszeniert: Mit über 1.000 Veranstaltungen wollen die Programm-Manager der Europäischen Kulturhauptstadt nicht nur Image-Werbung betreiben. Nach dem Zusammenbruch der Zechen sollen im Ruhrgebiet die Grenzen zwischen den Städten fallen. Eine Aktion gegen alten Neid. (…) Marketinggerecht hat man dem visionären Unternehmen Slogans verpasst. "Wandel durch Kultur, Kultur durch Wandel" heißt das Motto, von städteplanerischem Aufbruch ist die Rede, und was böte sich besser an im Revier als wieder mal das altgediente Wortspiel "Aufruhr". Um die Überwindung der deutschen Kleinstädterei geht es, um das große Ziel "Ruhr-Metropole", auch wenn dieser Begriff bei Stadtplanern nur bedingt Gefallen findet. (…) In den Straßen und Spielstätten der Ruhr-Städte, egal ob in Essen, Duisburg oder Bochum, ist eine Art urbanes Vibrieren zu spüren. Man glaubt, den Soundtrack des Aufbruchs zu hören, auch wenn die Musik nur von den vielen Straßenkünstlern oder aus den originellen Kneipen kommt. Die Romantik eigens wiederbelebter Kioske und Trinkbuden mischt sich mit fantasievollen Kunst-Aktionen. (…) Zwischen erlesenen Klassik-Zyklen, landschaftlich motivierten Kunstinszenierungen und Pop-Mainstream hat man darauf geachtet, auch Kegel-, Wander- und Schützenvereine an der Mammut-Show zu beteiligen."

Stuttgarter Nachrichten, Joe Bauer / 19.06.2010

"App der Woche: Das Ruhrgebiet ist unter dem Namen "RUHR.2010" die diesjährige europäische Kulturhauptstadt. Tolle Infos und Tipps zu den vielen Veranstaltungen und Ausstellungen liefert das Zusatzprogramm RUHR.2010. Gibt's kostenlos für Apples Trio iPhone, iPodtouch undiPad."

Computer Bild / 19.06.2010
Weitere Informationen zu App RUHR.2010

"Das Ruhrgebiet ist auf dem Weg, sich einen Namen als neue Metropole zu machen. Dabei spielt das kulturelle Angebot auch wirtschaftlich eine bedeutende Rolle. Dies sollte bei allen Notwendigkeiten zu einschneidenden Sparmaßnahmen bedacht werden, denn es gut, nicht nach 2010 einzureißen, was gerade erst aufgebaut wurde. Ohne ein entsprechend attraktives Bildungs-, Freizeit- und Kulturangebot kann eine Metropole nicht wachsen und gedeihen, da sie nur so anziehend auf mögliche Investoren, Mitarbeiter und Existenzgründer wirkt."

Börsen-Zeitung, Julia Frohne / 19.06.2010

"Der MELEZ-Kulturzug fährt kreuz und quer durchs Revier: Eigentlich hätte die Bahn sagen müssen: "Seid ihr verrückt?" So denkt man sie sich, die Bahn. Sie kann aber auch anders; die Bahn kann auch Kultur. Ein Herzblutprojekt und eine Herausforderung nennt Dieter Harder, DB-Projektleiter, den wundersamen Zug, der von Azubis mit Musikanlagen ausgerüstet und angemalt wird: in Gold und Türkis. "Melez" steht darauf, das türkische Wort für Mischung. MELEZ, das Festival, wurde 2005 gegründet, als Ausblick auf die Kulturhauptstadt. MELEZ ist ein Festival der kulturellen Vielfalt, und der Zug soll ein Symbol sein für Migration, sagt Asli Sevindim, künstlerische Direktorin von RUHR.2010: "Es geht um Reisen und Ankommen. Und Bahnhöfe sind ganz wichtige Orte für Migranten." MELEZ, der Zug, das sind: ein Bühnenwagen, aus dem ein paar Sitzreihen ausgebaut wurden, für, eben: eine Minibühne. Der Orientwagen, in dem schon das Stahlgerüst fürs Klavier montiert ist. Der Weiße Wagen, auch "Das weiße Blatt Papier" genannt: Der Reisende ist freundlich gebeten, Polster und Wände zu bemalen. Und noch viel mehr. Vom 3. bis 28. Oktober gibt es an 15 Tagen je zwei bis drei Fahrten für 250 Reisende, vor allem über die Revier-Nordroute; Strecken für den Güterverkehr werden einbezogen, auch die Privatstrecke auf Zollverein. Der Zug hält u. a. in Duisburg, Mülheim, Essen, Dortmund, Oberhausen und Bochum, hier setzt sich das Kulturprogramm für alle Reisenden fort auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen."

Westfälische Rundschau, Gudrun Norbisrath / 18.06.2010
Weitere Informationen zu MELEZ

"Für einen Tag Techno-Hauptstadt: Zur Loveparade im Kulturhauptstadtjahr erwarten die Veranstalter am 24. Juli in der Ruhrgebietsstadt Duisburg weit über eine Million Techno-Fans. Nach der Zwangspause im vergangenen Jahr werde die Loveparade ein Riesenspektakel, sagte Loveparade-Geschäftsführer Rainer Schaller am Donnerstag in Duisburg. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs soll es zwei Bühnen geben."

FOCUS Online / 17.06.2010
Weitere Informationen zur Loveparade

"Revier. 42 Jahre hat es gedauert, bis jemand Ernst macht mit dem Plakat des Düsseldorfer Künstlers. Denn das ist ja der Anspruch des 60-Millionen-Euro- Kolosses RUHR.2010: das Revier, nun "Metropole Ruhr" genannt, durch Kultur, in Kultur zu verwandeln. Das Experiment ist zur Hälfte rum, Zeit für eine erste Bilanz. Lernt man zwischen Dortmund und Duisburg etwas über die Welt nach dem Ende des Industriezeitalters? Gute Frage, doch zuvor stellt sich eine ganz andere, praktische: Wie einen Überblick bekommen über ein Dickicht aus 5000 Veranstaltungen? Kein Mensch kann das bewerten. Bleibt nur die Methode "Schneise schlagen". Glück auf! (…) Eine typische Kulturhauptstadt-Idee: interaktiv, vernetzt, sozial engagiert, nah bei den Menschen - und wahnsinnig verkopft. Unter der Geschäftsführung von Fritz Pleitgen, dem Ex-WDR-Intendanten, und Oliver Scheytt, dem früheren Essener Kulturdezernenten, hat Ruhr.2010 einen starken Drang zum Überbau. Unter dem Hauptmotto "Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel" wuchert ein komplizierter Stammbau aus "Arealen", "Leitthemen" und "Programmfeldern", von "Mythos Ruhr begreifen" bis zu "Europa gestalten" - ein klarer Fall von Übermottovation. (…) Die zentrale Kulturhauptstadt-Idee von der "Metropole Ruhr" freilich führt das Ruhrmuseum ad absurdum. Wer, gereinigt von allerlei Vorurteilen, schließlich von der Kohlenwäsche wieder ausgespuckt wird, ist überwältigt von der Vielfalt und Widersprüchlichkeit dieses Gebildes namens Ruhrgebiet. In Wahrheit besteht auch 42 Jahre nach seiner Proklamation das größte Kunstwerk der Welt weiterhin nur aus lauter Einzelteilen. An denen wird nun noch ein halbes Jahr lang verschärft herumgeschraubt. Fertig wird es wohl nie werden. Glück auf!"

DIE ZEIT, Christof Siemes / 17.06.2010

"Endlich ist der Sommer da! Warme und sonnige Wochenenden liegen vor uns. Die Sommerferien rücken in greifbare Nähe. Gute Gelegenheit, sich die RUHR.2010-Projekte vor der Haustüre anzuschauen! Schnappen Sie sich doch die ganze Familie und machen Sie einen Ausflug zum Baldeneysee in Essen. Hier liegen vier kleine Inseln vor Anker - das Ruhr-Atoll. Besucher können ein Tretboot mieten, durch die Inselgruppe schippern und drei der Inseln sogar betreten. Wetten, dass das Eltern, Großeltern und Enkeln Spaß macht? Und keine Sorge: Auf jeder Insel sitzt ein Rettungsschwimmer und passt auf, dass Ihnen nichts passiert. Wenn Sie lieber Fahrrad fahren wollen, dann ab zur Emscherinsel. 34 Kilometer Radweg warten. Auf dem Weg kommen Sie an 20 Kunstwerken des größten RUHR.2010-Projekt.es vorbei. Da wäre ein Gasometer, beklebt mit fünf Millionen Mosaiksteinchen, der die Geschichte des Bergbaus erzählt. Außerdem eine Holz-Brücke, in der man wohnen kann - Frühstück und Abendessen inklusive! Und eine Toilette, die über der Emscher schwebt und tatsächlich benutzt werden kann. Ihr Abwasser bewirtschaftet einen kleinen Garten. Und der Eintritt? Kostet nichts! Sie brauchen nicht einmal ein eigenes Fahrrad: An drei Stationen stehen Mieträder zur Verfügung. Übrigens: Falls Sie doch nicht radeln wollen, können Sie die Emscherkunst-lnsel auch mit einer spannenden Schiffstour erkunden. Sind Sie jetzt neugierig geworden?"

BILD / 16.06.2010
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"Kulturhauptstadt als Werbeträger: "SchachtZeichen" in den TV-Nachrichten, Artikel über Zollverein und das Museum Folkwang in vielen Illustrierten - seit Jahresanfang vergeht kein Tag, an dem nicht über die Kulturhauptstadt 2010 berichtet wird."

Neue Rhein Zeitung, Ulrich Führmann / 16.06.2010

"Das Festival "Mord am Hellweg" wagt sich gen Westen und holt 200 Krimi-Autoren in die Kulturhauptstadt: Richtig spannend, dieses Ruhrgebiet, nicht nur tief im Osten: Die fünfte Auflage der Krimi-Biennale "Mord am Hellweg" ist diesmal ein Projekt der Kulturhauptstadt, nennt sich deshalb "Tatort Ruhr" - und verspricht von Warstein bis Wesel Mord und Totschlag. Da freuen wir uns! Die Ausmaße des verbrecherischen Unterfangens sind diesmal in der Tat metropolig: 200 Autoren kommen, davon 70 internationale Krimi-Größen - Karin Slaughter, Simon Beckett, Martin Walker, Deon Meyer, David Peace, Arne Dahl. Aus Deutschland sind unter vielen anderen Ingrid Noll, Friedrich Ani oder Sebastian Fitzek dabei. (…) Die Tatorte des Festivals waren immer schon typisch Kulturhauptstadt - so ungewöhnlich wie verstreut. Banktresore, Kaufhauskeller, Zechentürme, Mühlen oder gar ein Zirkus: Im "Circus Travados" in Unna eröffnen am 18. September feierlich die Autoren Simon Beckett, Jason Starr, Camilla Läckberg, Ken Bruen das Festival."

WAZ, Britta Heidemann / 16.06.2010
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"Deindustrialisierung schafft Freizeitspaß. Der nach der Wende in den früheren Braunkohlerevieren Ostdeutschlands eingeleitete Transformationsprozess in Freizeitareale prägt auch das Ruhrgebiet. Noch zaghaften Schrittes macht die Bevölkerung den Wechsel vom Diktat der Arbeit hin zur Aufforderung nach Zerstreuung mit. Je jünger die Menschen sind, desto unkomplizierter nehmen sie die neuen Möglichkeiten wahr. Das beweisen die diversen Bootsfahrten, die im Rahmen des Mammut-Kulturprogramms von RUHR.2010 auf den Wasseradern des Ruhrgebiets angeboten werden. (…) Die gut vierstündige Fahrt über 35 des 45 Kilometer langen Kanals ist eine Reise mitten hinein in den Umwandlungsprozess des Ruhrgebiets. Sie offeriert ein paar Spuren der industriellen Vergangenheit wie die Stahlbleche, die den Kanal begrenzen. Der weiße Dampf, der von der einzig verbliebenen Kokerei ausgestoßen wird, weist auf die letzten Monumente aktueller Industrie hin."

Neues Deutschland, Tom Mustroph / 15.06.2010
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"Still-Leben stellt Lebensqualität vor Mobilitätszwang. Warum nicht Greenpeace, Robin Wood oder die Kulturszene selbst auf diese Idee gekommen sind, sondern öffentlich-rechtliche Kulturverwalter, wird ein Geheimnis bleiben."

trailer, Lutz Debus / Juni 2010
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"Die zahlreichen Veranstaltungen von RUHR.2010 sind zumeist gut besucht. Die Menschen im Ruhrgebiet machen sich ihr Kulturhauptstadtjahr zunehmend zu eigen. Aber es ist ein gewaltiger Kraftakt, der natürlich auch etwas mit Geld zu tun hat. (…) Oder anders gesagt: Wer A sagt, muss auch B sagen; und B sagen heißt "Bezahlen". Gerade im Kulturhauptstadtjahr sollte und könnte Sponsoring ein Zeichen besonderer Verbundenheit mit der Metropole Ruhr sein."

TOP Magazin / 15.06.2010

"Seitdem hier keine Kohle mehr zutage gefördert wird, ist vielleicht der Himmel blauer, die Region aber nicht gerade reich. Immerhin jedoch ist sie im Wandel, im Strukturwandel. Viele stillgelegte Zechen, Kokereien etc. wurden in den letzten Jahren zu imposanten Industriedenkmälern und Kulturzentren umfunktioniert. Alte Abraumhalden bieten nun Platz für gigantische Open-Air-Events. Überhaupt ist nichts so leicht entkräftet wie das Vorurteil, das Ruhrgebiet könnte es kulturell nicht locker mit München oder Hamburg aufnehmen: drei Musical-Theater, sechs Orchester, fünf riesige Shopping- Mails, acht Sprechtheater, fünf Opernhäuser und fünf Ballettcompagnien, international renommierte Festivals wie die Recklinghauser Ruhrfestspiele und die Oberhausener Kurzfilmtage, unzählige Museen, Kletterpütts, Spaßbäder. Zu Recht wurde das Revier zur Kulturhauptstadt 2010 auserkoren."

Glamour, Martina Koch / 14.06.2010

"WM-Tauglichkeit hat die Kulturhauptstadt in den vergangenen Wochen unter Beweis gestellt. Nach dem fulminanten Auftakt im Schneegestöber auf Zollverein hatte RUHR.2010 einen leichten Durchhänger. Mittlerweile reiht sich ein Veranstaltungsjuwel ans nächste. Die Kulturhauptstadt ist bei den Leuten angekommen. Der "Day of Song" vor dem Theater war ein stimmungsvoller Beleg dafür. Und demnächst wird auch noch die Autobahn zur Kulturbühne und 40 Kilometer langen Flaniermeile. Freuen wir uns drauf!"

WAZ, Wolfgang Gerrits / 12.06.2010
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"Eigentlich hätte ja unsere Region Braunschweig Kulturhauptstadt Europas 2010 werden sollen - verdient hätte sie es auch gehabt, und der Weg der ausgezeichneten Bewerbung war ja schon ein Ziel an sich - doch jetzt blicken wir in den Westen. RUHR.2010. Was für ein Auftritt! (…) In der Zeche Zollverein in Essen, dem unbestrittenen Kristallisationspunkt von RUHR.2010, ist es zu spüren: Im Reich der Zechen regiert heute die Leichtigkeit des Seins. Vom Portal der Industriekultur über der einstigen Kohlenwäsche, auf das wir gestiegen sind, hat man einen Panoramablick über die größte Kulturhauptstadt der Welt. Der Pott! Und es drängt sich unwillkürlich das farbliche Bild auf: Gelb und Grün statt Schwarz. Es ist nur ein klitzekleiner Foto-Streifzug, mehr nicht. Wer einen gelungenen Strukturwandel besichtigen möchte, gigantische Industrie-Anlagen, die jetzt "Locations" für Design, Kunst und Tanz sind, der ist hier richtig. Bloß eines sei gleich empfohlen: Du brauchst Zeit, Zeit, Zeit. Und komm' am besten nochmal wieder."

Wolfsburger Nachrichten, Henning Noske / 12.06.2010

"Hölle und Idylle im Spaghetti-Knoten: Tausendmal durchgefahren, tausendmal im Stau geflucht: Kreuz Kaiserberg, ein Alptraum. Wie - pardon - bekloppt muss man eigentlich sein, da durch zu spazieren? Kulturhauptstadtverrückt! Und es hat Zoom gemacht. "B1IA40 - Die Schönheit der großen Straße" heißt die Ausstellung mit Stationen entlang der Straße, die mal Ruhrschnellweg, mal Ruhrschleichweg ist."

WAZ / NRZ, Anne Horstmeier / 11.06.2010
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"Eine Nacht voller Träume: Die Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010 feiert Extraschicht."

Rheinische Post / 11.06.2010
Weitere Informatione zu ExtraSchicht

"Da schau her, wir sind ja wer: Im Jahr als europäische Kulturhauptstadt RUHR.2010 hat sich das Ruhrgebiet den Kohlestaub vom Image gepustet, sich auf sich selbst besonnen und strahlt nun wie frisch poliert. Kein Ort, an dem derzeit nicht irgendein kulturelles Glanzlicht gesetzt würde."

Rhein-Zeitung, Nicole Mieding / 11.06.2010

"Region als Marke: Das Ruhrgebiet positioniert sich neu. Als Kulturhauptstadt 2010 nutzt die Region die Chance, sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit frisch, stark und fortschrittlich zu präsentieren. (…)  "Essen für das Ruhrgebiet" macht deutlich, welch entscheidende Bedeutung die Kultur als Motor des Wandels übernehmen kann und welche kulturellen Potenziale im Umgang mit dem belasteten industriellen Erbe liegen. RUHR.2010 thematisiert diesen Umbruch, der die Entwicklung von vielen Städten in Europa und auch weltweit beherrschen wird. (…) RUHR.2010 ist mehr als ein Eventprogramm für ein Jahr - es ist ein kulturelles und urbanes Entwicklungsprojekt von europäischer Dimension."

m+a report, Jons Messedat / 11.06.2010

"Kreative Keimzelle Mülheim: Die Games Factory Ruhr mit Sitz an der Kreuzstraße macht das, wofür sie vor einem Jahr gegründet worden ist: Sie entwickelt Strahlkraft für die kreative Branche der Spieleentwickler und Zulieferer der Spieleproduktion. Am Wochenende veranstaltet eine der Mieterinnen der Mülheimer Wirtschaftsimmobilie, die Aruba Events GmbH, zum dritten Mal ein in Europa einzigartiges Kulturfestival, das sich ausschließlich mit Computer- und Videospielen beschäftigt: das "Living Games Festival" in der Bochumer Jahrhunderthalle. Von Freitag bis Sonntag können 1500 erwartete Besucher an "Kreativinseln" Machern einer Videospielproduktion bei ihrer Arbeit zuschauen - der Prozess von der Spielidee bis hin zur Animation der Spielcharaktere soll anschaulich sein."

WAZ, Mirco Stodollick / 11.06.2010
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"Tag zum Feiern und zum Helfen: Eine solche Riesenparty hat der Essener Grugapark noch nie erlebt. Am 27. Juni lassen die "Höhner" die Blümchen rocken, die Kölner Kult-Band "Klee" schmettert mit Chören ihren Hit "Wir halten zusammen" und die Junge Sinfonie spielt auf zur "Nussknacker-Suite". Dazu gibt's Kunst und Sport, Akrobatik, Seiltanzen und Kinderzirkus... 50 000 Menschen mit und ohne Behinderungen erwartet der Landschaftsverband Rheinland in diesem Jahr zum "Tag der Begegnung" in Essen. Das größte Familienfest für Menschen mit und ohne Handicap ist für Planer eine große Herausforderung. Wie kommen Hunderte Rollstuhlfahrer barrierefrei ans Ziel? Wie finden sich Blinde zurecht? Was passiert bei Unwetter? (…) Ohne ehrenamtliche Helfer wäre das kaum zu schaffen. Über 100 Volunteers der Kulturhauptstadt RUHR.2010 helfen über Treppen und Schwellen. 140 Mitglieder des Lions-Clubs schieben Rollstühle über die Steigungen des Parks oder passen auf, dass es nicht zu unfreiwilligen Begegnungen mit dem Gruga-Bimmelbähnchen kommt. Malteser Hilfsdienst und Deutsches Rotes Kreuz sind mit 150 Einsatzkräften da."

Neue Rhein Zeitung, Peter Toussaint / 10.06.2010
Weitere Informationen zu Tag der Begegnung

"Vom ADAC-Magazin bis zur AOK-Zeitschrift, vom GEO Spezial bis zur Beilage der Süddeutschen blättert man durch schön bebilderte Beiträge, die Lust auf Ruhr machen. Ob "Le Figaro", "La Stampa" oder "The Guardian" - auf einmal sind wir Thema. Die Marke Ruhr ist nicht zu übersehen: auf der AirBerlin-Maschine und dem ICE, auf Rubbellosen in der Lottobude, auf Bierdeckeln und Bekenner-T-Shirts. Das Geschäft mit Fan- Artikeln blüht. Ganz nebenbei entsteht das, worauf sich früher niemand so recht verständigen mochte, weil wir uns doch unbedingt von unserer Vergangenheit lösen wollten: ein Markenzeichen für die Ruhr! In seiner Struktur ähnelt es dem Kölner: Auch unseres ist symmetrisch, und auch unseres stellt einen Turm dar, nur dass es bei uns kein Kirchturm ist, sondern ein Förderturm, und dass unseres nicht spitze Elemente hat, sondern runde: die Räder des Doppelbockfördergerüsts von Zollverein. Erinnern Sie sich an die Kampagne "Der Pott kocht"? Was war das für ein Geschrei! Und nun? Der Pott kocht! Und wie! Industriekultur ist Kult. Und die Ikone der Ruhr heißt Zollverein. Da hat selbst die Goldene Madonna kein Problem damit. Denn einer kann es nur sein; sonst gibt's Chaos."

Ruhr Revue, Dagmar Gaßdorf / 08.06.2010

"Emscher-Insel? Da hört man auch von gestandenen Ruhrmenschen oft "Wat is dattenn?" Das dürfte sich ändern. Mit EMSCHERKUNST.2010 startet die größte Kunst-Aktion des Kultur-Jahres auf jener Insel, und dass man dabei dieses Stück Land per Rad kennen lernt, ist nicht der schlechteste Aspekt des Projektes. Wandel durch Kultur! (…) Diese erstaunlichen Veränderungen will das Projekt EMSCHERKUNST.2010 begleiten, künstlerisch aufbereiten und schließlich auch befördern - getreu dem Kulturhauptstadt-Motto "Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel". 40 international renommierte Künstler haben sich mit dem Thema und der ungewöhnlichen Landschaft auseinandergesetzt; das Ergebnis ist eine Ausstellung mit 20 Installationen und Interventionen zwischen Oberhausen und Castrop. Bis das Emschersystem komplett umgebaut ist, soll auch die EMSCHERKUNST.2010 sich als Biennale weiterhin mit dem Prozess auseinandersetzen."

Ruhr Revue / 08.06.2010
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"Eine Singfonie der Großstadt als Höhepunkt des Kulturhauptstadtjahrs 2010 im Ruhrgebiet. Ferienstimmung im Pott. (…) Das Finale des "Day of Song" ist kein punktuelles Halligalli-Event - sondern mit langem Atem vorbereitet. Bereits am Donnerstag wurden Chöre aus 14 Partnerstädten in der Ruhrmetropole begrüßt, und am Freitag veranstaltete die Essener Musikhochschule ein Wandelkonzert in Werden, an ihrem Stammsitz, einem ehemaligen Kloster, wo im Jahr 900 die allererste mehrstimmige Partitur der Musikgeschichte niedergeschrieben wurde, die "musica enchiriadis". Eine 40-stimmige Motette von Thomas Taliis erklang um Mitternacht im Gasometer Oberhausen, der Samstag begann um 5.08 Uhr mit einem Sonnenaufgangskonzert im Nordsternpark Gelsenkirchen. Mittags sollte dann das gesamte Ruhrgebiet innehalten, um gemeinsam auf Straßen und Plätzen das "Steigerlied" sowie Herbert Grönemeyers Kulturhauptstadthymne "Komm zur Ruhr" anzustimmen. Im "Musiktheater im Revier" wurde Live-Karaoke mit Orchester geboten, und von Bergkamen bis Schwerte starteten überall in der Region lokale Chorfeste. Von dort machten sich dann 8.000 Laiensänger auf, um - bestens eingesungen - ihre Plätze auf dem Spielfeld der Schalke-Arena einzunehmen. (…) Die Stimmung in der Arena ist von Anfang an sensationell. 65.000 haben sich versammelt, halten ihre Notenhefte in den Händen, im vierstimmigen Satz für die 233 Chöre auf dem Spielfeld, die sich seit 2009 vorbereitet haben, in der vereinfachten Melodiestimmen-Version für die Leute oben auf den Rängen - die aber genauso wild entschlossen sind, das Programm aktiv mitzugestalten. Los geht's wieder mit "Glück auf, der Steiger kommt" - und einer akustischen Offenbarung. Ein Klang rauscht auf, der Gänsehaut macht, prachtvolle Fülle des Wohllauts. Sogar als der über dem Anstoßpunkt in der Arenamitte thronende Sloane in der dritten Strophe zum Leisesingen auffordert, klappt das Diminuendo auf Anhieb. Hardchor-Pianissimo. Whow. (…) Jede Nummer schmettern die Massen mit Inbrunst. Lediglich bei Händels "Halleluja" muss Steven Sloane einmal eingreifen, zu mehr Textpräzision mahnen - und wird sofort erhört. Hochprofessionelles Handeln allenthalben: Die Auf- und Abtritte der Chöre auf den diversen Bühnen gelingen perfekt, die Tontechnik bewerkstelligt ein wahres Meisterstück, wenn sie die Bochumer Symphoniker mit den aus allen Richtungen schallenden Singstimmen zusammenbringt. Am Ende ist genauso viel Energie im Raum wie zu Beginn; die Leute könnten noch stundenlang weitersingen. Und auch wenn unser aller Lena hier weder als Überraschungs-Act auftritt noch sonst irgendwie Erwähnung findet, so ist mit diesem Abend doch der perfekte Austragungsort für den Eurovision Song Contest 2011 in Deutschland gefunden. Vorwärts zur großen Schlagerschlacht auf Schalke! Wir haben einen Ruf als Gesangsnation zu gewinnen."

Der Tagesspiegel, Frederik Hansen / 07.06.2010
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"Als Kulturhauptstadt hat das Ruhrgebiet mit einem Massen-Singen in 50 Städten neue Maßstäbe gesetzt. Zehntausende Menschen stimmten am Samstag gemeinsam das traditionsreiche Bergmannslied "Glück auf, Glück auf. Der Steiger kommt" an. Danach folgten Auftritte hunderter Chöre im ganzen Ruhrgebiet und Gesangseinlagen auf Plätzen, Schiffen, in Geschäften und der U-Bahn. Passanten wurden mit Liedblättern zum Mitsingen animiert. Höhepunkt des "Day of Song" war am Abend ein Mega-Konzert in der Gelsenkirchener Veltins-Arena mit rund 55.000 Menschen und ein Auftritt des US-Sängers Bobby McFerrin."

Berliner Morgenpost / 07.06.2010
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"In der Arena auf Schalke wird die Kulturhauptstadt zur Volksbewegung. Denn der Klang bringt alle zusammen. Die Halbprofis auf dem Spielfeld haben natürlich geübt für dieses Programm, das Beatles genau so trägt wie Beethoven. Gut 50.000 andere aber sind nur da aus lauter Spaß an der Freude, die gemeinsames Singen macht. Das hätte schief gehen und klingen können. Doch dieser Chor, das ist das Erstaunliche, kann, was nicht viele Chöre können: leise singen. Und zuhören. Deshalb wächst schon vor den ersten Tönen die Gänsehaut: Da stehen die Leute auf, obwohl niemand es ihnen gesagt hat, bis in die obersten Ränge, und wenn noch irgendetwas zu hören ist außer Musik, dann ist es das synchrone Umblättern der Liederbuchseiten. Oder die aufregenden Klänge, die die "Wise Guys" ihrem größten Publikum entlocken. Und vorn, der Dirigent, er lacht. Lacht, weil sie ihm folgen, lacht, weil der Klang zusammenhält: den Schall, das Orchester, die Solo-Künstler, Schalke- und BVB-Fans. Sloane hat es probiert: keinerlei Dissonanzen! Auch nicht zwischen Alten und Jungen, die sogar tanzen, nicht zwischen Pop- und Opernsängern, nicht zwischen Jazz- und klassischen Solisten: Am Ende singen Bobby McFerrin, mit dem das Ave Maria" jeden Kitsch verliert, und Vesselina Kasarova gemeinsam. Grönemeyer war nicht da. Schön geschrieben, möchte man fast sagen, aber gesungen haben die Menschen sein "Komm zur Ruhr" noch schöner. Die können aber auch Carmen und McCartney. Arm in Arm lassen sie die letzten Akkorde dieses langen Tages klingen, Feuerwehrmänner knicksen zu "Land of Hope and Glory", der schwedische "Motettkören" steht auf den Stühlen, der Gebärdenchor winkt. Die Kulturhauptstadt ist eine Volksbewegung geworden. Halleluja."

WAZ, Annika Fischer / 07.06.2010
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"Halleluja und Glückauf - mit dem "Day of Song" ist das Kulturhauptstadt-Programm endlich richtig ins Rollen gekommen. Waren die beeindruckenden "SchachtZeichen"-Ballons noch in erster Linie eine touristische Attraktion, die besichtigt werden wollte, lebte das Liederfest vom Mitsingen. Und da ließen sich Zehntausende im Ruhrgebiet nicht zweimal bitten, egal ob Volkslied in der Fußgängerzone oder Händels Messias auf Schalke. Dass der WDR den Einsatz zum revierweiten Steigerlied verpasste und aus der Schalke-Arena nicht live übertragen mochte, geht dabei als peinliche Randnotiz in die Geschichte ein. Abgesehen davon war der "Day of Song" Kulturhauptstadt par excellence. Schließlich soll da (auch) gebündelt präsentiert werden, was die Kultur an Rhein und Ruhr eben ausmacht. Und gemeinsames Singen gehört ganz offenkundig dazu. Doch der Erfolg verpflichtet. Wenn die Kulturhauptstadt wirklich nachhaltig sein soll, liegt im Singen die große Chance. London macht es mit der "Last Night of the Proms" vor: Warum nicht jedes Jahr ein großes Mitsing-Fest? Das funktioniert jedoch nur mit Dirigenten wie Steven Sloane, der Laien auch bei beliebten, aber schwierigen Opern-Stücken mitsingen ließ. Manchmal lebt eben auch anspruchsvolle Musik nicht nur vom Zuhören."

Neue Rhein Zeitung, Thomas Rünker / 07.06.2010
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"Es war ein gewaltiges Gefühl, die Stimme zu vereinen mit denen von mehr als 60 000 anderen Menschen, die sich auf Schalke getroffen hatten zum Abschluss von "!Sing - Day of Song". Wo sich sonst 22 Kicker auf dem Grün verlieren, da saßen nun 8.000 Sänger. (…) Aber am Samstag gab es auch auf den Rängen keine Zuhörer. Alle sollten ihren Einsatz haben. Wieder zielt ein Projekt der Kulturhauptstadt auf die Masse. (…) Aber diesmal feierte sich die Masse hemmungslos selbst. Schon bevor es überhaupt losgegangen war, brandeten im Spielfeld-Chor La-Ola-Wellen auf, die schließlich auch auf den Rängen das Stadion umrundeten. Fähnchen wurden geschwungen, getanzt, selbst Schlachtenbummler-Choräle gebrummt: "Oh, ohohoh ooh-oh!" Die Macher wagten sich gar an Klassisches wie den Schlusssatz von Beethovens 9. Sinfonie. Das klappte sogar. (…) Die mehr als 60.000 feierten eine Mischung aus Kirchentag, Ferienlager-Animation und Stadionfest, samt einigen Vuvuzelas. (…) Alle Beteiligten waren begeistert, von mehreren Seiten wurde eine Fortsetzung ins Spiel gebracht, am besten jährlich."

Westfälischer Anzeiger, Ralf Stiftel / 07.06.2010
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"Einmal gemeinsam auf dem Schalker Rasen singen: Mehr, als man sich außerhalb des Ruhrgebiets vorstellen kann, schweißt ein solches Erlebnis die Menschen des Reviers zusammen. Das große Chorfestival hat Gemeinschaft gestiftet. Und die braucht eine Region, die gern Metropole der Zukunft sein möchte, sich gegenwärtig allerdings zu häufig in kleinlichen Abgrenzungsstreitereien verhakt. Mit dem gigantischen Chor-Marathon hat "RUHR.2010" die nächsten symbolträchtigen Bilder geliefert. Wie bei "SchachtZeichen" verweist der Inhalt des Projektes in die Vergangenheit. Schächte, Steigerlied, Partystimmung: Das alles macht Laune, bietet jedoch kein Zukunftsprogramm. Obendrein bleibt die Frage nach den künstlerischen Großtaten des Kulturhauptstadtjahres. Hier ist die Substanz noch allzu dünn. So bleibt das Bild des Reviers als Kulturregion gespalten - zwischen Steigerlied und Kreativwirtschaft."

Neue Osnabrücker Zeitung, Stefan Lüddemann / 07.06.2010
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"Mehr als 60.000 Menschen haben sich am Samstagabend in Gelsenkirchen am größten mehrstimmigen Chor Europas beteiligt. Das Mitmachkonzert in der Schalke-Arena war der Abschluss des Kulturhauptstadtprojekts "!SING – DAY OF SONG", das mehr als 600 Veranstaltungen im Ruhrgebiet umfasste. Unter der Leitung des Generalmusikdirektors der Bochumer Symphoniker Steven Sloane, sangen alleine auf dem Spielfeld 8.000 Sänger. Unterstützt wurden sie von Künstlern wie Bobby McFerrin und der deutschen A-cappella-Cruppe "Wise Guys". Das Konzert spannte den Bogen von Beatles-Songs über Beethoven bis zur Grönemeyer-Hymne "Komm zur Ruhr"."

Kölner Stadt-Anzeiger / 07.06.2010
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"Gänsehaut-Stimmung unter 60 000 Menschen: Ein ganzes Stadion voller Chöre. Jung und Alt begeistert beim Ruhrgebiets-Projekt "Day of Song" in der Gelsenkirchener Veltins Arena."

Aachener Zeitung, Julia Wäschenbach  / 07.06.2010
Weitere Informationen zu !SING -DAY OF SONG

"Zehntausende warten am Samstagabend in der Schalker Veltins-Arena gespannt auf ihren musikalischen Einsatz. Um 20.24 Uhr stehen kurz vor dem Abschlusskonzert des RUHR.2010-Projekts "Day of Song" statt elf Fußballern tausende Sänger auf dem Platz. Die Tribünen des Gelsenkirchener Stadions sind bunt - sonst dominiert hier das BlauWeiß des FC Schalke 04. Chöre aus ganz Europa säumen das Spielfeld. Vor 55. 000 Menschen liegt ein bewegendes Gesangsfest, niemand ist hier nur Zuschauer - Gänsehaut-Feeling pur."

Salzburger Volkszeitung / 07.06.2010
Weitere Informationen zu !SING -DAY OF SONG

"After some rocky times, Berlin Loveparade organisers decided to take the world’s best-known street party elsewhere. Now known as Loveparade Metropole Ruhr 2007-2011, it tours different cities until 2011, and this year bring it to Duisburg as part of the North Rhine Westphalia European Capital of Culture celebrations. The parade has always been hugely popular, attracting crowds from around the world and spanning all facets of electronic music. It has even spawned a series of sister events in such far-flung places as the UK, Israel and South Africa."

The Malta Times / 06.06.2010
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"Ende der Orientierungslosigkeit: Das Ruhrgebiet hat neues Selbstbewusstsein und ist mit erstaunlicher Begeisterung für Kunst und Kultur eine würdige Kulturhauptstadt 2010. Gerade erst haben sie die gelben Leuchtsignale wieder eingeholt überm Pott: Die "SchachtZeichen", die "größte Kunstinstallation der Welt", bei der 311 gelbe Gasballone über den alten Schächten im Ruhrgebiet schwebten, waren von Wind und Wetter arg gebeutelt worden. Doch darauf kam es eigentlich gar nicht mehr an. Die Aktion wurde zu einem großen Volksfest, bei dem Tausende auf Türme und Halden stiegen, um die Ballone als Zeichen einer nicht nur großen, sondern auch großartigen Vergangenheit ihrer Region zu erkennen. Seit dem großen Zechensterben in den 80ern hatte das Ruhrgebiet nach einer neuen Identität gesucht, hatte mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Emscherpark von 1989 bis 1999 Umdeutungen und Strukturwandel über sich ergehen lassen, hatte misstrauisch Kunst und Kultur beäugt, die Stück für Stück die alten Industriegiganten besetzten. Und nun, mit RUHR.2010 und Essen als Kulturhauptstadt Europas, ist es soweit: Der Pott, in dem nur noch vier Zechen und zwei Kokereien in Betrieb sind, weiß wieder, wer er ist."

Abendzeitung, Michael Grill / 05.06.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Mit allen Wassern gewaschen: Die Emscher zwischen Castrop und Oberhausen ist jetzt ein Ort für Freizeit, Kultur und Sport. "Kunst im öffentlichen Raum" und "Emscher", das ging früher nicht zusammen. Erstens war die Landschaft am stinkenden Abwasserfluss Emscher zum großen Teil nicht-öffentlicher "Meideraum", und zweitens hatte man mit Kunst in dieser industriell extrem deformierten Region wenig am Hut. Nun aber kommt "Emscherkunst": Zwanzig Installationen und Interventionen auf der "Emscherinsel" zwischen Oberhausen und Castrop, das größte Kunstprojekt der Kulturhauptstadt im öffentlichen Raum. Es wird als Biennale auch künftig den ambitionierten Umbau der einstigen Kloake zum naturnahen Fluss begleiten."

Süddeutsche Zeitung, Martin Kuhna / 05.06.2010
Weitere Informationen zu Emscherkunst 2010

"Rust never sleeps in the Ruhrgebiet (Ruhr region) of Germany, and this month a veritable circus of huge yellow balloons reminded everyone of the area's past and its unfolding future. Visitors to the Ruhr, the "European Capital of Culture" in 2010, and passengers in low-flying planes saw the scattered presence of 350 giant yellow balloons perched at 80 meters above ground. Welcome to Schachtzeichen ("Shaft Signs") - a Christo-esque project similar to his 1991 Umbrellas project on the Grapevine - designed to commemorate the Ruhr's coal mines of old. This former industrial heartland of Germany - tour guide called it a "triangle of coal, steel and beer" - found its stronghold waning in the '60s. Now, the region boasts considerable natural beauty and inherent historical fascination, perhaps a hint of what would happen if factories shuttered and Mother Earth reclaimed her turf. For a dramatic view of the transitional Ruhr reality to today's culture and tourism-friendly zone, one heads to Essen's Zollverein, a massive coalmine operation active from 1947 to 1986, morphing into a massive cultural center and museum."

Santa Barbara Independent, Josef Woodard / 03.06.2010

"Die Kulturhauptstadt bringt Jobs: Die Arbeitslosigkeit in Essen ist im Mai leicht gesunken. Das liegt auch an den örtlichen Kulturhauptstadt-Aktivitäten, schätzen die Experten der Agentur für Arbeit. Vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe seien im Lauf des bisherigen Jahres deutlich mehr Jobs geschaffen worden als im Vorjahreszeitraum."

WAZ, Martin Spletter / 02.06.2010

"Herzzerreißend: Wie ein Trauerflor umschließt die runde, schwarze Spielfläche den Orchestergraben im Dortmunder Opernhaus. Ein Tenor in schwarz, asketisch, ernst und kerzengerade, hebt an zu einem Trauergesang von ergreifender Schönheit. Zwei konzertante Werke Hans Werner Henzes umrahmen Glucks Oper "Orpheus und Eurydike", das Zentrum des ambitionierten "Orpheus-Projekts" der Dortmunder Oper. Den Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr nahm Intendantin Christine Mielitz mit GMD Jac van Steen mit Inspiration und Fantasie in Angriff. Hier begeistern nicht nur die darstellerische Intensität und die üppige Bilderflut, mit denen Mielitz Glucks Oper so menschlich berührend darstellt wie selten. Auch Henzes 45-minütige "Kammermusik 1958" für Tenor, Gitarre und acht Soloinstrumente sowie "nachtstücke und arien" nach Gedichten von Ingeborg Bachmann entfalten als Trauermusiken ein suggestives Kolorit. (…) Sensibilität bestimmte auch das musikalische Niveau der Aufführung. Dafür sorgten unter Leitung von Jac van Steen die sehr transparent und einfühlsam agierenden Dortmunder Philharmoniker, der dezente Opernchor sowie die herausragenden Gesangssolisten."

Westfälischer Anzeiger, Pedro Obiera / 02.06.2010
Weitere Informationen zu Orpheus-Projekt

"Wenn Sie am Samstag (5. 6.) um 12.10 Uhr im Supermarkt stehen oder im Bus sitzen und plötzlich singen alle Menschen um sie herum "Glück auf, der Steiger kommt" und "Komm zur Ruhr": Nicht wundern - mitsingen. In allen Städten werden um 12.10 Uhr zeitgleich diese beiden Lieder gesungen. Das ganze Revier soll singen beim "Day of Song", der deshalb "!Sing" heißt. Das ist eine Aufforderung und Einladung, Teil eines der emotionalsten und größten Kulturhauptstadt-Projekte zu werden."

MünsterischeZeitung.de, Julia Gaß / 02.06.2010
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!SING - DAY OF SONG


"Kunst ist im Alltag angekommen: Ein bisschen wirkt es wie ein Niemandsland. Normalerweise sitzen vereinzelt Angler am Kanalufer, drehen dort Spaziergänger und Hundebesitzer ihre Runden oder nutzen Radfahrer vor allem an den Wochenenden die langgezogene Strecke zwischen Rhein-Herne-Kanal und Emscher für eine Ausfahrt. Doch spätestens seit Samstag soll diese beschauliche Idylle nun mehr in den kulturellen Fokus rücken. Von Oberhausen bis Castrop-Rauxel bilden 20 Kunstwerke entlang dieser rund elf Quadratkilometer großen Landflächen zwischen den Kanälen noch bis zum 5. September das größte Projekt des Kulturhauptstadtjahres, an dem insgesamt 40 Künstler oder Künstlergruppen beteiligt sind. (…) "Schon beim Aufbau kamen vor allem Kinder und Jugendliche aus der Umgebung vorbei, um einfach mal zu gucken, was hier so passiert", erinnert sich Irmgard Schlottmann, die dort regelmäßig mit ihrem Hund entlang läuft. Lange Zeit sei die Kulturhauptstadt bei ihr vor Ort nicht angekommen. Doch jetzt, nach den SchachtZeichen und der Emscherkunst-Eröffnung, fühlt auch die Rentnerin aus Karnap sich "als Teil des Ganzen". Der Besucherandrang des ersten Tages wird nun wohl wieder abklingen. Aber im Alltag bleibt das Kunstobjekt, für Leute aus der Umgebung, Spaziergänger und Radfahrer an den Wochenenden und die vereinzelten Angler. Gut so."

Neue Rhein Zeitung, Markus Fuhrmeister / 02.06.2010
Weitere Informationen zu Emscherkunst 2010

"An island for the arts in Ruhr: The biggest art project of the European Capital of Culture in the German city of Ruhr kicked off Saturday. The exhibition "Emscherkunst.2010" is on display on Emscher Island, a venue that could hardly be more unusual."

hurriyetdailynews.com / 02.06.2010
Weitere Informationen zu Emscherkunst 2010

"Vermutlich ist das der eigentliche Sinn des "Day of Song": der Welt zu zeigen, wie lustig wir hier sind. Das Revier, ein Landstrich voller musizierender Dr. Stratmanns. Hömma, wart die da singen: Dschö t'ämö. Watt schön. Wiewe la Kultur."

PRINZ, Andreas Meyer / 01.06.2010
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!SING - DAY OF SONG


"Eben hat das Ruhrgebiet die Schachtzeichen vom Himmel geholt, nun erhebt es seine Stimme: In der Kulturhauptstadt sind die Menschen selbst die Kultur, und am Wochenende werden sie ein Lied davon singen. Beim "Day of Song" rollt sich das Revier selbst den Klangteppich aus. Melodien von Millionen sollen es werden, alle Bürger ein einziger Chor. Kommenden Samstag. 5. Juni, ab 10 Uhr sollen sie singen, in über 50 Städten, auf Straßen, Plätzen und Märkten, auf Schiffen und in Straßenbahnen, auf Rolltreppen, in Geschäften - wo sie gerade sind. Es ist den Tücken der deutschen Sprache geschuldet, aber ein schönes Bild, dass der britische Regisseur Jonathan Eaton die singenden Massen "eine Sammlung" nennt: 760 Chöre sind dabei, 26 000 Sänger bei über 600 Auftritten in jedem Winkel der Region. Ihre Musik soll wandern, schwimmen, Räume füllen."

WAZ, Annika Fischer / 01.06.2010
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!SING - DAY OF SONG


"Kulturelle Kraftzentrale: Das Warten hat sich gelohnt: Am 28. Mai wurde das Dortmunder U - Zentrum für Kunst und Kreativität feierlich eröffnet: mit vier Ausstellungen auf drei Etagen sowie Installationen des Filmkünstlers Adolf Winkelmann im Prolog-Programm eröffnet. Nach sukzessiver Eröffnung weiterer Etagen mündet es am 8. Oktober 2010 in die Gesamteröffnung des siebenstöckigen U. Seit Jahrzehnten prägt das Dortmunder U die Silhouette der Stadt. Zum Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 wird das denkmalgeschützte Wahrzeichen, das einst als Kellereihochhaus der Union-Brauerei gebaut wurde, zu einem Zentrum für Kunst und Kreativität."

Architektur International / 01.06.2010
Weitere Informationen zum Dortmunder U

"Feiertage im Sommer - Strukturwandel der besonderen Art: Vom Pott zur Party. Sommerzeit ist Partyzeit. Die großen Events im Kulturhauptstadtjahr finden im Juni und Juli statt: !SING, Still-Leben, Bochum Total, Loveparade. Die großen Feste bergen eine große Chance: Das Ruhrgebiet erfindet sich in diesem Jahr neu."

trailer, Lutz Debus / Juni 2010
Weitere Informationen zu !SING, Still-Leben Ruhrschnellweg, Bochum Total und Loveparade.
                
           


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Medien-Rauschen Mai 2010 (in Auswahl):


"Man kann sich vorstellen, wie aus dieser Baustelle einmal ein Zentrum für Medienkunst werden kann. Die beiden Hauptausstellungen, die dort bereits laufen, sind auf internationalem Niveau. Der Hartware Medienkunstverein (HMKV), den es seit 1996 gibt, hat sie realisiert. In "Building Memory" beschäftigen sich vier renommierte Videokünstler mit "Architekturen der Erinnerung". Von Miroslaw Balkas grobkörnigen Bildern, die den Besuch Kardinal Ratzingers, beziehungsweise seines Autos in der Gedenkstätte Auschwitz zeigt, über Marcel Odenbachs Rundfahrt durch das Mahnmal für das KZ Majdanek und Deimantes Narkevicius Collage aus Defa-Material, bis zu Yael Bartanas absurder Errichtung eines hölzernen Kibbuz im ehemaligen Warschauer Ghetto, um dem Aufruf zur Rekolonisierung Polens durch junge israelische Siedler zu folgen. Die Schau "Agents Provocateurs" bündelt daneben Werke von mehr als 30 Künstlern. Am 8. Oktober wird die Gesamteröffnung des U gefeiert. Dann wird auch das Museum Ostwall dort residieren. Insgesamt stehen 15.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Ob allerdings die Ausstellungen viele Menschen nach Dortmund locken werden, zumal experimentelle Medienkunst nicht unbedingt ein Publikumsmagnet ist, bleibt abzuwarten."

Süddeutsche Zeitung, Nadine Barth / 31.05.2010
Weitere Informationen zum Dortmunder U

"Spannende Kulturprojekte, davon gibt es im Ruhrgebiet in diesem Jahr viele. Eine der Hauptattraktionen ist die Ausstellung 'Emscherkunst'. 20 Werke zeigen den Wandel des Ruhrgebiets - auf einer Insel unter freiem Himmel. Am besten erfährt man die Emscherkunst mit dem Fahrrad oder mit dem Schiff auf dem Rhein-Herne-Kanal. Die Ausstellung mit ihren acht Stationen ist über 30 Kilometer lang und liegt auf der Insel zwischen dem Abwasserkanal - der einst der Fluss Emscher war - und einem künstlichen Schifffahrtsweg zwischen Oberhausen und Recklinghausen. Alte Halden, Brachflächen und ausgediente Kläranlagen haben die 40 beteiligten Bildhauer, Architekten und Aktionskünstler mit ihren Werken erobert."

Deutsche Welle, dw-world.de, Bernd Riegert / 31.05.2010
Weitere Informationen zu Emscherkunst 2010

"Am Ende hat das Projekt "SchachtZeichen" sogar noch eine Auszeichnung bekommen - von der Standortinitiative "Deutschland - Land der Ideen". Mit Verlaub: Das ist PR- Geklingel, das von Schwächen ablenkt. Man kann es drehen und wenden, wie man will: "SchachtZeichen" war leider nicht technisch ausgereift. Zu viele Ballons gingen zwischendurch kaputt - die Folie, offenbar nur 0,2 Millimeter stark, scheuerte sich nachts löchrig an den Kanten der Pkw-Anhänger, an denen die Ballons vertäut waren. Man muss auch die Frage stellen, ob ein Projekt sinnvoll ist, das nur bis zu Windstärke 3 betrieben werden kann. An vier von neun Tagen blieben die Ballons unten. Eine Schmach für die ehrenamtlichen Helfer. Trotzdem: "SchachtZeichen" ist ein Riesen-Erfolg, auf das die Bürger und viele der Macher stolz sein können. Die Idee, mit weithin sichtbaren Zeichen an alte Zechen-Standorte zu erinnern, ist genial, hat viele Leute fasziniert, ihnen die Heimat nähergebracht. "SchachtZeichen" ist trotz Mängeln in der Umsetzung Volks-Kunst im besten Sinne geworden, und es hat gezeigt: Die Leute hier sind stolz auf ihre Industriegeschichte, kriegen zusammen was hin und lassen sich von Rückschlagen nicht kleinkriegen."

Westdeutsche Allgemeine, Martin Spletter / 31.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Seit Januar also gibt die Region unter dem Titel "RUHR.2010" mit 300 Dauerprojekten und mehr als 2.500 Veranstaltungen nicht nur ihren Landsleuten die Chance zu begreifen, dass hier eine innovative und unkonventionelle Metropole entsteht, die mit kulturellen Angeboten en masse, herausgeputzten Industriedenkmälern und vielen Möglichkeiten zur Erholung in der Natur aufwarten kann."

Darmstädter Echo / 29.05.2010

"Neuer Blick auf fremde Kulturen: Fast 400 Künstler treffen sich beim Festival "Theater der Welt", das vom 30. Juni bis 17. Juli im Rahmen von RUHR.2010 stattfindet. (…) 32 Produktionen zeigen sie, darunter neun Deutschland- und sechs Europa-Premieren. Elf Stücke haben hier sogar ihre Welturaufführung. (…) Federführend beim "Theater der Welt" sind immer die Gastgeber, in diesem Fall wurde mit Frie Leysen erstmals eine Programmdirektorin engagiert. (…) Leysen lädt das Festival-Publikum zu einer Reise um den Globus ein, zu einem Perspektivwechsel weg vom eigenen eurozentrischen Blick: Der Zuschauer sieht, wie Künstler aus anderen sozialen und politischen Zusammenhängen die Welt sehen. Das können sehr individuelle Standpunkte oder sehr persönliche Visionen sein, Missverständnisse sind dabei durchaus einkalkuliert. Denn wer in einer Megacity, einem Schwellenland, einem Naturparadies oder einer Krisenregion lebt, hat notgedrungen seine ganz eigene Sicht auf die Dinge - und die muss ein anderer nicht sofort verstehen. Die Künstler - so Leysens Philosophie - stehen dabei allein für sich selbst, sie repräsentierten nicht das Land ihrer Herkunft."

Süddeutsche Zeitung, Jürgen Schön / 28.05.2010
Weitere Informationen zu Theater der Welt

"Das W-U-nderwerk ist gezündet: I love U! Das scheint die einzig angemessene Reaktion auf das Ereignis, das Dortmund seit Monaten erwartet, für das die Menschen gerungen, gestritten, geackert haben: Das Dortmunder U als Zentrum für Kunst und Kreativität ist eröffnet - zumindest zum Teil. »Es ist ein Wunder-werk. Ein Ding der Unmöglichkeit, dass es fertig geworden ist« U wie Unfall - beinahe hätte der Tag so begonnen. So strahlend erhebt sich das ehemalige Kellerhochhaus über die Stadt, so einladend leuchtet die Bilderuhr von Adolf Winkelmann an der Spitze mit dem vergoldeten "U" um die Wette, dass die Autos auf der Rheinischen Straße langsamer fahren. Was noch vor wenigen Tagen nach Rohbau aussah, gibt jetzt, ohne Gerüst und mit glutroter Fassade, eine Ahnung davon, was RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen meint, wenn er vom "U" als "Wunderwerk" und "besonderem Höhepunkt der Kulturhauptstadt" spricht: Kunst, Kreativität, Bildung und Forschung will Gründungsdirektor Dr. Andreas Broeckmann auf sieben Etagen und 15.000 Quadratmetern eine Heimat schenken - und so "das Verständnis für das, was Kultur im 21. Jahrhundert bedeutet, neu definieren". Zum "Investitionsmotor" könne der Turm werden, hofft OB Ullrich Sierau. Eine Vision, die so glanzvoll ist, dass Land und EU sie förderten - und Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff die Teileröffnung mitfeiern."

Westfalen-Post, Nadine Albach / 29.05.2010
Weitere Informationen zum Dortmunder U

"Die Biennale für Internationale Lichtkunst ist zu Ende. 90.000 Besuche verzeichneten die Gastgeber seit dem 28. März bei dem Projekt der Kulturhauptstadt Ruhr.2010. Besonders viele von ihnen kamen von außerhalb und sogar aus dem Ausland. Dafür war die Resonanz bei den Bürgern im Kreis Unna weniger hoch als erwartet."

Hellweger Anzeiger / 28.05.2010
Weitere Informationen zu Biennale für Internationale Lichtkunst

"200.000 feiern beim großen RUHR.2010-Sommerfest: Es ist die Nacht, in der das ganze Revier zum Kulturtempel wird. Die Kulisse ist weltweit einmalig: Zechen, Halden, Gasometer, Kokereien und Hochöfen. Doch statt Stahl und Koks gibt es Straßentheater, Musik, Artistik, Tanz und Lichtinszenierungen. Am 19. Juni feiert das Ruhrgebiet seine 10. Extraschicht, die dieses Jahr zugleich das große Sommerfest der Kulturhauptstadt ist. Mehr als 200.000 Besucher aus ganz Europa werden erwartet. Von 18 Uhr bis 2 Uhr können sie mit Shuttlebussen auf Entdeckungsreise gehen. Die größte Extraschicht aller Zeiten in Zahlen: 200 Events an 50 Spielorten zwischen Duisburg und Hamm. Marl und Hagen. Rund 200 Busse. 15 Schiffe. 150 Leihräder verbinden die Spielorte. 200 Lotsen helfen den Besuchern."

Bild / 27.05.2010
Weitere Informationen zu ExtraSchicht

"Das Ruhrgebiet nutzt das Kulturhauptstadtjahr, um sein angestaubtes Industrie-Image los zu werden. Mit Erfolg. (…) Und wenn man genauer hingesehen hat, weiß man: Der Ruhrpott steckt voller wunderbarer Überraschungen."

Kleine Zeitung / Kärnten, Nina Müller / 27.05.2010

"Ballons sind im Ruhrgebiet zurzeit ein großes Thema. Heißluft-Ballons, Fesselballons, Gasballons. Mit welchem fährt man eigentlich am schnellsten, am weitesten, am höchsten? Und mit welchem am sichersten? Nichts als Fragen. (…) Im Ruhrgebiet weiß man seit dem vergangenen Wochenende, dass Ballons in der Regel wohl gelb sind und über den früheren Schächten des Bergbaus hängen. Manchmal bläst der Wind aber auch zu heftig, dann müssen die Ballons runter. Wird die Luft rausgelassen? Gibt es Ballon-Garagen? Schon wieder diese ganzen Fragen. Sportler, zum Beispiel Fußballer, müssen bei Wind weiter spielen. Also sind Ballons wohl doch kein Fall für die Sportseite. Lassen wir sie in der Kulturhauptstadt, da sind sie bestimmt auch besser aufgehoben."

WAZ, Ralf Birkhan / 27.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Art creates a bridge between Greensburg and Germany: The catalyst for a burgeoning exchange between Europe and Western Pennsylvania is not, as might be presumed, trade or a new Web application. It's art. This may surprise policymakers, but not art-world professionals who know the power of art to build international relationships that result in cultural exploration and mutual respect. When the Westmoreland Museum of American Art began to organize the exhibition "Born of Fire: The Valley of Work", drawn from their admirable collection of artwork inspired by the region's Big Steel Era, the staff had hopes that there would be life after the museum run. (…) One outcome is the "Building a Transatlantic Bridge" project, which connects high school students in Greensburg to those in Oberhausen and Dinslaken, Germany, inspired by the regions' shared industrial history. Tomorrow will be declared "Transatlantic Bridge Day" by Oberhausen Mayor Elia Albrecht-Mainz and Greensburg Mayor Karl Eisaman. The Westmoreland will celebrate with a free public event, beginning at 7 p.m. (…) Graciously participating in a live video chat (it will be 1 a.m. in Germany) will be Stephanie Buchholz, project leader at the LVR-Industriemuseum in Oberhausen, where the "Born of Fire" exhibition made its European debut in 2007. (…) Portions of the exhibition will return this summer to the Oberhausen museum to appear in "Feuerlander - Regions of Vulcan," part of the activities celebrating the designation of the Ruhr Valley as Cultural Capital of Europe 2010. The Westmoreland is the only non-European museum represented."

Pittsburgh Post-Gazette, Mary Thomas / 26.05.2010
Weitere Informationen zu Feuerländer - Regions of Vulcan

"Aussie visits to Germany soar in 2010: The world economic downturn in 2008 and 2009 produced only a mild dip in tourism from Australia to Germany. The figures have now recovered and are soaring ahead in 2010. This is the Ruhr region’s year as European Capital of Culture, which should help. Virginia Haddon, the German National Tourist Office's Sales and Marketing representative in Australia, commented: »Despite the uncertainties of last year, Germany continues to be a highly appealing destination for Australian travellers of all ages and the 2010 figures are looking extremely positive so far. (…)« Projected growth figures for 2010 are 2-3%, but the German National Tourist Office anticipates that this figure will be exceeded. Haddon added: »(…) the numerous cultural events marking the Ruhr region's year as European Capital of Culture are luring visitors in 2010.«"

e-Global Travel News Australia/New Zealand, Peter Needham / 26.05.2010

"Kul-Touri-Boom: RUHR.2010 lockt die Welt ins Revier: Die SchachtZeichen hängen am Ruhrpott-Himmel - und die RUHR.2010-Aktion ist ein gigantischer Erfolg. Aber: Nicht nur die gelben Ballons begeistern die Menschen, sondern das gesamte Kulturhauptstadt-Jahr. Insgesamt 2,5 Millionen kamen im ersten Quartal. Jeder Besucher gibt im Schnitt 80 Euro pro Tag aus. Die Zahl ausländischer Touristen hat sich um 11 % gesteigert."

Bild, N. Klussmann & D. Lamb / 26.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Österreichische Kulturfans können von Köln die "Metropole Ruhr" ganz einfach erreichen und nach Belieben die spannendsten Events in einem der fünf Erlebnis-Areale der Kulturhauptstadt 2010 ansteuern."

Dolomiten - Südtiroler Zeitung / 26.05.2010

"Pfingsten hat die Kulturhauptstadt einmal mehr Hunderttausende bewegt - auch dazu, ein bisschen über sich und die Region zu staunen. Die meisten wären bei dem blauen Himmel über der Ruhr und der Emscher ohnehin auf den Beinen gewesen. Aber so waren sie auch von den Socken. Wo es überall Zechen gab! Wie locker sich über 300 Ballons in dieser Riesenregion verteilen! Und wie viel Luft dazwischen! Wie leicht diese himmlischen Ausrufezeichen vom Winde verweht wurden! Und wie imposant das Bild erst wäre, wenn man sämtliche der über 1000 Zechenstandorte auf diese Weise sichtbar machen würde??? Aber das wäre den Nachfolge-Firmen der einstigen Kohleförderer noch weniger recht gewesen: Dass man sehen könnte, wie sehr der Boden unter unseren Füßen einem Schweizer Käse gleicht. Immerhin wiesen die schwarzen "Gegen"-Ballons der Bergbaugeschädigten darauf hin, dass es auch eine dunkle Seite des Bergbaus gab. Und gibt. Sie vervollständigen das Bild. Als der Wind dann die Ballons in die Knie gehen ließ, merkte man, wie gern man doch zu ihnen aufgeschaut hat. Um die Augen auf dem sanften Schweben dieser Zwergsonnen ruhen zu lassen. Nicht auf die Masse kam es an, sondern auf jeden Einzelnen. So viel immerhin haben Ballons und Menschen gemeinsam."

WAZ, Jens Dirksen / 25.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Die Aktion "Schachtzeichen" ist ein sensationeller Erfolg. Daran können auch die Windböen nichts ändern. Und auch von den Kriminellen, die sich einige der Ballons unter den Nagel rissen, lassen wir uns den Spaß nicht verderben. Da sind die Menschen an Rhein und Ruhr schon mit ganz anderen Widrigkeiten fertig geworden als mit Stürmchen und blöden Vandalen. Das Fest geht weiter. Die Kulturhauptstadt RUHR.2010 begeistert. Das war schon beim Auftakt auf der verschneiten Zeche Zollverein so. Und am Wochenende bei mehr als 20 Grad: Die Menschen "lebten" Kulturhauptstadt. Sie machten die Theorie eindrucksvoll zur Praxis. Hunderttausende waren auf den Beinen, suchten und besuchten ihre SchachtZeichen, feierten, schwelgten in Erinnerungen."

Neue Rhein Zeitung, Peter Toussaint / 25.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Zehntausende erleben ein bombastisches Spektakel mit "La Fura dels Baus". (…) Im Hafen der Kulturhauptstadt inszenierte die auf solche Schauplätze versessene weltberühmte katalanische Truppe "La Fura dels Baus" zur Eröffnung der Duisburger Local-Hero-Woche und des Festivals "Akzente" mit "Global Rheingold" ein mit tosendem Beifall gefeiertes Spektakel. An bombastischer Theatralik übertraf es alles, was die Kulturhauptstadt bisher zu bieten hatte. Als Speditions-Umschlagplatz hat die langgestreckte Landzunge der Mercatorinsel ausgedient. Noch bevor sie sich zum Mercator-Jahr 2012 in eine Park-Oase verwandelt, erlebten 20.000 begeisterte Nachtschwärmer und Zehntausende, die den Leinpfad gegenüber und die Brüstung der Friedrich-Ebert-Brücke über dem Rhein säumten, wie das RUHR.2010-Motto "Wandel durch Kultur" zu verstehen ist als vitaler Impuls für eine Region, deren neues Selbstbewusstsein gerade erst erwacht. (…) Nicht nur die in Schwindel erregender Höhe an riesigen Kränen hängenden Menschenornamente der Nibelungen mit 60 höhensicheren Komparsen, auch die kosmischen Projektionen auf einer Erdenkugel lieferten in Duisburg jene vom neuen Revier kündenden überwältigenden Bilder, die sich RUHR.2010-Chef Fritz Pleitgen so sehnlich wünscht."

Recklinghäuser Zeitung, Bernd Aulich / 25.05.2010
Weitere Informationen zur Local Hero-Woche Duisburg

"Die Schachtzeichen locken auf Halden, Türme und Hochhäuser. Von oben sehen die Menschen: Das Ruhrgebiet im Wandel. (…) Sie kraxeln vergnügten Sinnes auf die Halden, mit Fototasche, Sektflasche, Campingkorb, mit Kind und Kegel, Hund, Katze, Mann, Maus. Menschen im 17. Stock der Knappschaft, im 15. Stock eines Gelsenkirchener Hotels; Menschen in Firmenhochhäusern, hier auf einem Gasometer, dort einem Bismarckturm - alles, was Sicht macht. Da hinten, ein Ballon! Dort drüben zwischen den Türmen ist noch einer, und was da hinten so glitzert, ist das auch ein Ballon? "Papa, ich hab auch noch einen gefunden!" Da, ist das schon Dortmund? Eine Frau sagt: "Mensch Friedhelm, zu jedem Scheiß nimmst Du Deinen Fotoapparat mit, aber heute..." Ruhrgebiet macht Ah."

WAZ, Hubert Wolf / 25.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Zusammengecastete Straßensportler unter Anleitung von Profiartisten, ein denkbar enger Zeitrahmen und knappe Finanzen - die Artistikshow Urbanatix war ein großes Risiko und ein voller Erfolg. Mehr als 5000 Besucher in drei Tagen beklatschten enthusiastisch die rund 40 Jungartisten, die mit ihren BMX-Rädern über Schanzen flogen, im Dauerlauf über Hindernisse und mit dem Trampolin die Wände hinauf. Spätestens nach der ersten Vorstellung sprach sich diese Begeisterung auf der Bühne und davor herum. (…) Drum wird es einen Auftritt bei der Extraschicht am 19. Juni geben. Das Urbanatix-Team zeigt dann im BVB-Stadion um Mitternacht Ausschnitte aus dem Programm, und auch bei Bochum Total (15.-18.Juli) wird es vertreten sein. Überdies ist die Jahrhunderthalle für zwei Wochen im November 2011 geblockt."

WAZ, Thomas Mader / 25.05.2010
Weitere Informationen zu Urbanatix

"Es war die mit Abstand spektakulärste Eröffnung der "Duisburger Akzente" in ihrem 33-jährigen Bestehen. 80.000 Besucher pilgerten auf die Mercatorinsel, um zwischen malerisch illuminierten Hafenbecken Zeugen der neuesten Show der legendären katalanischen Schauspieltruppe "La Fura dels Baus", "Global Rheingold", sein zu dürfen. Mt dem monumentalen Ereignis gab man nicht nur den Startschuss zu den 33. "Duisburger Akzenten", die bis zum 6. Juni das ohnehin reiche kulturelle Leben der Stadt bereichern sollen, sondern leitete auch die "Local Heroes Woche" ein, in der sich Duisburg als Teil der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 präsentiert."

Westfälischer Anzeiger, Pedro Obiera / 25.05.2010
Weitere Informationen zur Local Hero-Woche Duisburg

"Kultur und Natur statt Kohle und Kumpel: Eine Kulturhauptstadt im Ruhrgebiet? Nein, gleich der gesamte Ruhrpott ist Europas Kulturmetropole 2010. Das "Land der Kohleminen" war einmal. Heute präsentiert es sich als Kulturzentrum, Reiseziel und Standort für innovative Branchen."

Neue Zürcher Zeitung am Sonntag / 23.05.2010

"The rust belt cities of the Ruhr Valley have transformed themselves into a heady scene of art and culture for this year’s designation as a European Capital of Culture. Coal shafts, gasworks, and decommissioned steel plants form the backdrop for galleries, installations, and concerts all year long. The cities of Essen and Duisburg plan to keep the vibe alive beyond 2010 to rival Berlin as a new hub for contemporary art."

The Boston Globe, Paul French / 23.05.2010

"Ein Bild von einem Wandel: Es soll ja Menschen im Ruhrgebiet geben, denen die spektakuläre "Schachtzeichen"-Aktion der Kulturhauptstadt gar nicht so recht ist. Weil die über 300 gelben Großballons an den ehemaligen Kohle- Standorten in der kommenden Woche auf imposante Weise an die Vergangenheit erinnern. Dieser Teil der Revier-Geschichte hat schließlich zu tun mit Dreck und Staub, mit harter körperlicher Arbeit und einer Region ohne Studenten. Es ist schon eine ganze Weile her, dass das Ruhrgebiet davon bestimmt war - und doch: diese Kohle-und-Stahl-Ära, diese schmuddelige Kinderstube der Region gehört unverlierbar zu ihrer Identität. Es hat keinen Zweck, die längst sauber gewaschenen Hände vorzustrecken und so zu tun, als habe man mit dem Ruhrgebiet von früher nichts mehr zu tun. Nein, es ist exakt diese Herkunft, die es unverwechselbar gemacht hat, anders als andere Regionen und - wiedererkennbar. Die "Schachtzeichen" werden eines jener Mega-Bilder sein, von denen die Kulturhauptstadt hofft, dass sie um die Welt gehen. Und der Welt erzählen, dass es einen großen Wandel in der Region gegeben hat, dass sie heute anders ist als andere Landstriche Europas: grün und punktuell auch gelb statt grau in grau."

WAZ, Jens Dirksen / 21.05.2010
Weitere Informationen zu SchachtZeichen

"Das Ruhrgebiet feiert: Das Leben, die Kunst und sich selbst; seine Lust an diesem Leben und an aller Kunst und seine Fähigkeit aufzustehen und den Kohlenstaub abzuklopfen und zu sagen: Jetzt machen wir was anderes. Kultur. Das Ruhrgebiet feiert sich, zu Recht, und damit es nicht übermütig wird und vergisst, dass es außer Zollverein weitere Nabel der Welt gibt, haben die beiden derzeit wichtigsten Theatermänner der Region ein Festival eingeladen, das ausdrücklich nach draußen sieht: Theater der Welt. Es bringt alle drei Jahre internationale Produktionen in eine deutsche Stadt, und diesmal sind es sogar zwei: Mülheim und Essen. (…) Theater der Welt erlaubt einen anderen Blick auf die Kultur dieser Zeit als alles, was Ruhr20T0 sonst bietet; es zeigt, wie man in anderen Gegenden der Welt lebt und denkt, welche Art Kunst man da macht und braucht: Video, Oper, Film, Tanz, Theater der freien Szene; alles überkreuz, schräg, bunt, witzig, klug und versonnen, ehrlich, rasend, laut und poetisch. Also schon sehr merkwürdig. Und sehr spannend. (…) Ob es das etwa doch gibt - Kunst, die etwas bewirkt und zugleich Spaß macht? Theater der Welt hat das Zeug dazu. Es fährt alles auf, was es kriegen konnte: dicke Tänzerinnen, Monteverdi als Puppenspiel, die Heilige Barbara als Patronin der Waffen-Produzenten, perfekte Choreographie; Theater auf Wackelvideos, unerhört emotional."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 21.05.2010
Weitere Informationen zu Theater der Welt

"Was bleibt von einer Kulturhauptstadt? Vor allem neue Kulturbauten. Und im besten Fall verbesserte Kommunikationswege, höhere Qualitätsansprüche, erneuerte Selbstbilder. Das Ruhrgebiet ist auf bestem Weg, dies alles zu schaffen. "RUHR.2010" hat mit Mega-Events der Musik oder der großen Sause auf der gesperrten A40 noch Ereignisse vor sich, die Bilder für die Hauptnachrichten liefern werden. Zugleich macht sich eine ganze Region auf die Reise - hin zu einer neuen Identität. Und die lebt von beziehungsreichen Gegensätzen. Das neue Museum Folkwang als Glanzstück der Spitzenkultur, das Dortmunder U als Labor und Ideenschmiede: Zwischen diesen Polen spannt sich Kultur künftig als Kraftfeld voll produktiver Spannung auf. Denn Kultur bezieht immer Energie aus ihrer Fähigkeit, ganz unterschiedliche Denkweisen, Milieus, Medien und Interessenlagen miteinander in Beziehung zu setzen. Genau dies ist Kreativität. Sie hat jetzt einen neuen Ort: das Ruhrgebiet."

Neue OZ, Stefan Lüddemann / 19.05.2010

"Von wegen verstaubt und trocken - Hier stehen die Besucher Schlange für die Museen im Ruhrgebiet! Das Folkwang-Museum in Essen, das neue Ruhrmuseum Essen und das Archäologie-Museum in Herne sind echte Publikumsmagnete, lockten dieses Jahr schon mehr als 450 000 Besucher an. Auch ein sensationeller Erfolg: die Monet-Ausstellung im Von-der-Heydt-Museum Wuppertal mit rund 300 000 Besuchern innerhalb von sechs Monaten. (…) Seit Mitte der 90er Jahre ist die Besucherzahl in NRW-Museen um knapp 25 Prozent gestiegen. Im bundesweiten Vergleich (Institut für Museumsforschung, Stand 2008) liegt NRW mit fast 15 Millionen hinter Bayern (18,2 Millionen) auf dem zweiten Rang. Und: Die boomenden Zahlen für das Kulturhauptstadtjahr sind noch in keiner Statistik erfasst."

BILD / 18.05.2010
Weitere Informationen zu den RuhrKunstMuseen


"Im Kulturhauptstadt-Jahr RUHR.2010 wandelt sich das lang verkannte Ruhrgebiet zu einem attraktiven Reiseziel mit Tradition und neuem Kunst-Sinn. (…) die Resonanz blieb nicht aus. "Der Pott, ein Hotspot" beschrieb unlängst der Wiener "Kurier" den Wandel der Ruhrgebietsstädte zu einem Schmelztiegel aus Tradition und Moderne. "Der Ofen ist aus, aber die Funken fliegen immer noch", staunten die Prozessbeobachter des Schweizer "Tagesanzeigers", und der niederländische "Steden" meinte: "Eine der spektakulärsten und intelligentesten urbanen Metamorphosen, in der die Pflege industriellen Erbes zur Kunstform avanciert." (…) Drei Millionen Besucher und 5,8 Millionen Übernachtungen registrierte die Tourismus-Statistik für das Revier im vergangenen Jahr. Die Prognosen für 2010 mit einem Plus von zehn Prozent werden vermutlich weit übertroffen. Kultur macht's möglich."

FOCUS, Thomas van Zütphen / 17.05.2010

"Nehmen wir das Beispiel Ruhrgebiet. Dort hat man lange versucht, sich als grüne Schönheit zu verkaufen, um das Pott-Image loszuwerden. Vergebens. Das Revier ist nun mal kein Allgäu. Jetzt hat man die einmalige Chance, sich als Kulturhauptstadt in beste Erinnerung zu bringen. Aber auch hier gilt: Die nähere Betrachtung der Wirklichkeit muss halten, was die Kulturhauptstadtreklame verspricht. Sonst hat das Ganze keine Dauer."

Augsburger Allgemeine, Rainer Bonhorst / 17.05.2010

"Es war ein erfolgreicher Probelauf: Nach rund zweieinhalb Stunden standen die 400 Tische, 800 Bänke, Toiletten, Absperrungen und Schilder auf dem Probekilometer der Autobahn. Einziger Verletzter: ein Küchenhelfer des technischen Hilfswerks, der sich beim Catering in den Finger schnitt. In zwei Monaten müssen in derselben Zeit auf der A 40 allerdings 60 Mal so viele Tische aufgebaut werden. Rund 5000 Helfer vor allem des THW und Freiwillige der Kulturhauptstadt werden im Einsatz sein. 2010-Chef Fritz Pleitgen ist optimistisch: «Die Generalprobe ist gelungen, das Unternehmen kann steigen.»"

ZEIT online / 16.05.2010
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"Die Kultur-Touristen sind da: Essener Hotels sind durch die Bank gut gebucht - und der Sommer verspricht noch manchen Höhepunkt. Die Kulturhauptstadt kommt ins Rollen - jetzt wohl auch bei den Essener Hotelbetrieben. Nach übereinstimmender Darstellung haben in den letzten sechs Wochen deutlich mehr Touristen in Essen übernachtet als vor einem Jahr. Die meisten ausländischen Gäste kommen aus den Niederlanden, Österreich und Großbritannien. (…) Auch die Touristikzentrale im Handelshof bemerkt einen steigenden Zulauf: Im ersten Quartal fragten bereits über 10 000 Besucher nach Informationen - das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der europaweit verschickten Infopakete habe sich im Vergleich sogar beinahe vervierfacht."

WAZ, Tobias Appelt / 14.05.2010
Weitere Informationen für Touristen

""Ruhrblicke" gehen auch nach draußen: auf Straßen und Gärten, Birken und Borken, schlichte Wohnbebauung und Weltkulturerbe. Alle sind quadratisch gerahmt, wobei die Größe mit den Fenstern variiert, die asymmetrisch auf der Fassade des Sanaa-Gebäudes verteilt sind. Kuehn Malvezzi Architekten haben in den Betonkubus, den ihre Kollegen Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa auf das Gelände der Zeche Zollverein in Essen gestellt haben, einen Parcours aus U-förmig arrangierten Wandflächen angelegt, die die Fotoausstellung "Ruhrblicke" aufnehmen und dabei so viel Luft und Licht lassen, das die Exponate mit der Außenwelt in Kontakt treten. Konkurrenz holen sie sich nur bedingt ins Haus. (…) Die stärkste Position ist gleich die erste. Matthias Koch zeigt das Ruhrgebiet, wie es noch nie zu sehen war, Orte, die der herrschenden Trennung von At und Neu, noch anstehendem und bereits erfolgtem Strukturwandel widerstehen. Etwa die zurückgelassenen Fundamente der nach China exportierten Westfalenhütte in Dortmund, ein Labyrinth aus Treppen, Gräben, Vertiefungen und Restflächen, auf dem sich Moos ansetzt und Reifenspuren abdrücken - ein Relikt der Industrie und ein "piece de resistance", das sich wie eine archäologische Stätte, ein Troja des zwanzigsten Jahrhunderts ausnimmt. (…)  Das alte Montanrevier, so zeigen diese "Ruhrblicke", ist nicht mehr auf einen Nenner oder auch nur auf eine Reihe von Strukturmerkmalen zu bringen. Kohle und Stahl haben als bestimmende Prägekräfte ausgedient, aber die geforderten "neuen Bilder einer Metropole im Werden" können (und wollen) die Fotografen noch nicht (er)finden. Die Wirklichkeit gibt sie bei aller Veränderungsdynamik, die sie auszeichnet, (noch?) nicht her."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Andreas Rossmann / 12.05.2010
Weitere Informationen zu Ruhrblicke

"Ein täuschend echt aussehender Eisberg und ein U-Boot-Rumpf: Mitten auf Essens beliebtestem Naherholungsziel, dem Baldeneysee, startet die Kulturhauptstadt heute ihr Groß-Projekt "Ruhr-Atoll". Vier Installationen von bis zu 360 Quadratmetern Größe befassen sich mit Klimaschutz, dem Kampf um Energie und ihre Verschwendung. Das Ganze ist auch eine touristische Attraktion, die sich bei einer Tretbootfahrt mit der ganzen Familie von nahem bestaunen lässt. Die Organisatoren erwarten im Sommer viele Tausend Besucher. Zur Eröffnung gibt es ein Volksfest mit Feuerwerk, wie RUHR.2010-Geschäftsführer Oliver Scheytt gestern ankündigte. Das größte Aufsehen hat vorab das Stahl-"U-Boot" von Andreas Kaufmann erregt. Aus dem Turm der 18 Meter langen Schiffs-Nachbildung hat Kaufmann den Kant-Satz "Ich kann, weil ich will, was ich muss" herausgeschweißt."

Salzburger Zeitung / 12.05.2010
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"Der typische Teilnehmer am Projekt "Polyphonie - Stimmen der kulturellen Vielfalt" singt gerne, hat einen Migrationshintergrund, hat das fünfzigste Lebensjahr bereits überschritten und lebt im Ruhrgebiet. Über 150 Menschen haben hier in den letzten drei Jahren ihren Gesang in Workshops, Meisterklassen und Chorproben weiter entwickelt. Jetzt feierte das erfolgreiche Projekt, das auch schon im Duisburger Opernfoyer zu erleben war, seinen Höhepunkt mit einem fast dreistündigen, kurzweiligen Konzert in der Philharmonie Mercatorhalle, als Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Das Schönste an "Polyphonie" ist wohl, dass es Grenzen verschwinden lässt: zwischen Sängern und Instrumentalisten, Alteingesessenen und Zugewanderten, Berufsmusikern und Laien, Ausführenden und Zuhörenden, zwischen Generationen, zwischen Kulturen. Der gemeinsame Spaß an guter Musik ist alles."

Rheinische Post, Ingo Hoddick / 11.05.2010
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"Neben den Türmen des Kölner Doms ist im Kulturhauptstadtjahr 2010 das Fördergerüst der Essener Zeche Zollverein zum Symbol für Nordrhein-Westfalen (NRW) geworden. Es steht für den Wandel des mit rund 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Bundeslandes weg von Kohle und Stahl hin zu Dienstleistung und Kultur."

Salzburger Nachrichten / 10.05.2010

"All change in centre of innovation: When you think of holidaying in Germany it would be hard to find a place that is less of a traditional tourist attraction than the Ruhr. (...) If you are wondering how this change from the industrial to the cultural came about, it's a rather long story. (...) All this innovation and hard work has not gone without reward. The Ruhr is the first region, rather than a city, to be selected as a European Capital of Culture."

Daily Express, Sunday Express / 09.05.2010

"Die Spuren der Zechen sind noch zu sehen, Straßennamen wie Glückauf- oder Gussstahlstraße in Bochum erinnern an alte Zeiten, aber die rauchenden Schornsteine, mit denen man das Ruhrgebiet noch assoziieren mag, sind passe. Dafür flanieren heute die Gäste der "Kulturhauptstadt 2010" in der Zeche Zollverein in Essen. Das Image hat sich geändert, parallel zum Strukturwandel, der etwa in Essen schön sichtbar ist."

Die Presse, Eva Male / 09.05.2010

"Mondän, nicht montan: Rauchende Schlote, Büdchen an der Ecke, Laubenpieper, Bier und Fußball - so stellen sich viele immer noch das Ruhrgebiet vor. (…) Der viel beschworene Strukturwandel hat das staubige Kohlenpottgesicht reingewaschen. Die Montanindustrie ist nahezu vollständig verschwunden. In stillgelegte Kohlezechen zogen Kunst- und Kulturzentren ein, aus Hüttenwerken wurden Freizeitparks und Industriebrachen verwandelten sich in blühende Gartenlandschaften."

Frankfurter Rundschau, Nicole Quint / 08.05.2010

"Willy Brandts alte Forderung, der Himmel über der Ruhr müsse wieder blau werden, scheitert heute nur noch an atlantischen Tiefausläufern oder an hochnebelartiger Bewölkung auf der Rückseite eines skandinavischen Hochs. Qualmende Schlote sind im Ruhrgebiet heute derart selten geworden, dass sich alle, die zum ersten Mal hierher kommen, wie auf Knopfdruck wundern. Und den Satz sagen, der den Einheimischen fast schon zu den Ohren wieder rauskommt: "Ist das aber grün hier!" Erst recht staunen werden Gäste über die Zahl, die Üppigkeit der Gartenparadiese im Zweistromland an Emscher und Ruhr. (…) So passt das Motto der Europäischen Kulturhauptstadt 2010 - "Wandel durch Kultur, Kultur durch Wandel" - erst recht zur Gartenkultur des Reviers. Die gärtnerischen Glanzpunkte der Region sind die grün gefassten Mosaiksteine des neuen Ruhrgebiets. Ringsum warten schöne Museen mit grandiosen Ausstellungen, warten Denkmäler der Industriekultur, weitläufige, alte Parks und schöne "Gartenpforten"-Gärten, gemütliche Cafés und besondere Restaurants. Denn auch die Seitenpfade gehören zu einer Gartenreise durch das blühende Revier des 21. Jahrhunderts. Wie schrieb einst Heinrich Böll? "Das Ruhrgebiet will entdeckt sein"!"

WAZ, Jens Dirksen / 08.05.2010

"Lighting a fire in Germany's heartland: After years of decline, a huge Ruhr rescue effort is under way - with an uncertain outcome. As the area is a European capital of culture in 2010, the state government hopes to change how locals and visitors view the region, away from an industrial and towards a cultural metropole."

Saturday's Irish Times, Derel Scally / 08.05.2010

"Schönheit auf den zweiten Blick: "Kulturhauptstadt 2010" Ruhrgebiet zeigt, wie der Strukturwandel einer Region gelingen kann. (…) an Emscher, Lippe und Ruhr [hat sich] ein Strukturwandel vollzogen, der in mancherlei Hinsicht als beispielhaft gelten kann für andere Regionen, die erst am Beginn oder mitten in grundlegenden Veränderungen stecken, wie etwa auch der Bayerische Wald. Das Ruhrgebiet hat konsequent nach einem Alleinstellungsmerkmal gesucht und es in einer Kulturlandschaft zwischen Industriekultur und Industrienatur gefunden."

Passauer Neue Presse, Petra Grond / 08.05.2010

"Wenn sich das Ruhrgebiet aber tatsächlich aus eigener Kraft regenerieren soll, ergäben sich daraus eine Vielzahl kommunaler Aufgaben. Die Gemeinden müssten gegen die Abwanderung der Bevölkerung investieren, die Lebensqualität erhöhen und Hochschulabgänger am Ort halten. Doch die Kommunen sind pleite, und die allerärmsten liegen im nördlichen Ruhrgebiet, dort, wohin der Bergbau noch vorstieß, um dann sein Leben auszuhauchen. Duisburg, Recklinghausen, Gelsenkirchen, Oberhausen, Bottrop - mit ihren enormen Sozialausgaben, ihren Verpflichtungen im Solidarpakt Ost sowie ihren verkauften und zurückgemieteten Stadtwerken, alle diese Städte befinden sich inzwischen in einer so aussichtslosen Lage, dass selbst mit härtesten Sparplänen nicht einmal die Netto-Neuverschuldung von 2009 eingebracht werden kann. Die Etats aller großen Kommunen - Ausnahmen sind Düsseldorf und Münster - werden mit Spardiktat von den zuständigen Regierungspräsidien geführt. Die Lage seiner Städte, das ist Rüttgers' Zeitbombe, dort fließt sein Haushalt weg. (…) Die Rangelei um Subventionen, der skurrile Schnitt der Verwaltungsbezirke, die Dialekt- und Kulturgrenzen, die Stämme des Fußballs: ein heilloses Patchwork. Fördergelder, heißt es, flössen ohnehin in die konservative Fläche, wo Rüttgers' Wähler wohnen. Rüttgers stärke das wirtschaftlich Starke, er setze keinen Landesteil dem Reformstress aus. Die öffentliche Figur des Ministerpräsidenten war eine Anverwandlung ans Ruhrgebietshafte, aber nicht viel mehr. Ansonsten blieb im Land das meiste beim Alten, ob man das Filz oder Beton nennt. Dem Filz oder Beton ist es inzwischen egal, welche Partei unter ihm regiert."

Die Zeit, Thomas E. Schmidt / 06.05.2010

"Alltag, Bläulich, Rituale: Große Dokumentarfotografen versuchen eigene "Ruhrblicke" zu finden. (…) Und so spannt sich der Bogen dieser bemerkenswerten Ausstellung von vertraut wirkenden Bildern rauchender Schlote und moderner Arbeits- und Kulturstätten bis hin zu sehr subjektiven Porträts. (…) Die Ruhe, eine den Bildern innewohnende Stille spielt eine der Hauptrollen in dieser Schau. Die Ausstellungsarchitektur von Kuehn Malvezzi – meterhohe Wände, eigene Räume für jeden Künstler, verschieden ausgerichtet, ein Irrgarten der Sichtweisen – kam dem sehr entgegen. (…) Alle an dem Projekt beteiligten Fotografen haben einen starken Bezug zum Ruhrgebiet, sind entweder hier geboren oder haben sich thematisch bereits damit auseinandergesetzt. Fast alle Bilder sind neu entstanden (…)."

Süddeutsche Zeitung, Nadine Barth / 05.05.2010
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"Die Region ist jünger, unfertiger und entwurzelter als jede Millionen-Gegend Deutschlands. Daran ändert auch der Malocherkult nicht viel. (…) Dass das Ruhrgebiet ein planloses Gewühl aus Feldern, Autobahnen, Kanälen, Siedlungen und Wäldern und Industriebrachen ist, resultiert aus der Geschichte, verdient aber nicht, unter Denkmalschutz gestellt zu werden. (…) Vielleicht ist die Siedlungsgeschichte auch ein Grund für die oft beschworene Gemütlichkeit und Bodenständigkeit im Ruhrgebiet. Die Menschen kamen von überallher in ein riesiges Chaos. Umso größer war der Drang, es sich heimelig einzurichten im Viertel. Das könnte der Grund dafür sein, dass im Ruhrgebiet alle gemütlich nebeneinander her leben, als Werdener, Kettwiger, Rüttenscheider, vielleicht auch als Essener und Dortmunder, aber sicher nicht als Ruhri. (…) Das Ruhrgebiet ist ein Flickenteppich, ein Schmelztiegel, ein Nebeneinander von Arm und Reich. Es ist liebenswert, es ist die spannendste Region Deutschlands. Nur eines ist er sicher nicht: eine homogene Masse. (…) Hier ist gar nichts fertig. Deshalb mag ich das Ruhrgebiet so sehr."

SPIEGEL ONLINE, Konrad Lischka / 04.05.2010

"Schon vor zehn Jahren hatte der Konzeptkünstler Norbert Bauer die Idee, auf dem Baldeneysee etwas "mit Energie" zu machen - mitten im Ruhrgebiet, das lange von der Energie gelebt hat. Bauer ist Kurator des Ruhr-Atolls, das RUHR.2010 nun verwirklicht hat; er will zum Nachdenken anregen, über den Umgang mit Ressourcen, auch darüber, welche Energie in Kunst, in Kreativität steckt. Das klingt schon wieder nach hartem Stoff, und ist es auch; ist aber auch schön."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 04.05.2010
Weitere Informationen zum Ruhr-Atoll

"Correva l' anno 2004 e Genova si inorgogliva del suo ruolo di Capitale Europea della Cultura. La città ha offerto una nuova immagine di sé e ha sfruttato l'evento per attuare un cambiamento. Sei anni dopo, Genova è riuscita non solo a riqualificare il centro della città dal punto di vista urbanistico, ma sono nati nuovi posti di lavoro nei campi più disparati, come la cultura, il turismo, la scienza e la ricerca. Anche nella regione della Ruhrsi spera in impulsi di questo tipo, dato che RUHR.2010, l'anno della "Capitale europea della cultura" sarà festeggiato attraverso il tema: "Il cambiamento attraverso la cultura - la cultura attraverso il cambiamento". (...) L'intero programma offre alla regione della Ruhr una grande opportunità per un cambiamento durevole nella percezione di sé stessa e dell'esterno, nell'integrazione della cultura e della creatività nella quotidianità dei suoi abitanti e per una buona convivenza delle differenti culture. Dal 2010 forse questa regione non sarà più una semplice macchia bianca sulla carta geografica mentale della maggior parte degli europei."

Blue, Lutz Meltzer / 01.05.2010

"Das Spektrum reicht bekanntlich von den verschiedensten "ortsbezogenen Interventionen" über "Kunst im öffentlichen Raum" bis eben hin zur "Kunst im privaten Raum". Wobei die intime Privat-Schau wohl zu den diffizilsten und sensibelsten Präsentationsformen überhaupt gehört - insbesondere dann, wenn sie für eine internationale Großausstellung gewählt wird. Bei der Lichtkunst-Biennale bestand die besondere Schwierigkeit zudem darin, 60 Kunstwerke in 60 privaten Räumen parallel in sechs (!) verschiedenen Orten zu zeigen - eine logistische und organisatorische Herausforderung, die mit einem Budget von einer Million Euro zu bewerkstelligen war und von dem Kurator und seinem Team bravourös gemeistert worden ist. (…) RUHR.2010 setzt in diesem Kontext einen leuchtenden Akzent und vorläufigen Höhepunkt, dem in zweijährigem Rhythmus weitere Großausstellungen mit wechselnden Schwerpunktthemen und Austragungsorten folgen sollen. (…) Die erste Biennale für internationale Lichtkunst ist vom Anspruch her eine Großausstellung, die sich in jeder Hinsicht mit anderen internationalen Biennalen messen kann. (…) Zu dem einzigartigen "Mehrwert" dieser Großausstellung gehört auch die persönliche Begegnung mit den Gastgebern, der Austausch mit Menschen, die nicht nur bereit sind, unbekannte, oft schwierige und sperrige Kunst in ihren Privaträumen aufzunehmen, sondern diese auch völlig Fremden zu öffnen."

Kunstforum, Susanne Boecker / 01.05.2010
Weitere Informationen zu Biennale für Internationale Lichtkunst 2010

"Die Kultur-Haupt-Stadt diesmal ein Kultur-Haupt-Gebiet? Geht denn das, den Slogan "Essen für das Ruhrgebiet" zu kreieren? Natürlich geht das. Warum auch nicht. Wer einmal mit dem Auto von Dortmund nach Duisburg gefahren ist, der weiß, dass man dort das Gefühl hat, eine einzige große Stadt zu durchqueren. Der Gebiet-Gedanke lenkt auch angenehm von der Monokultur ab, immer nur einzelne Städte im Zusammenhang mit kulturellen Aspekten zu positionieren. (…) Vielleicht ist ja "Essen für das Ruhrgebiet" die weitaus spannendere Location als schöngeistige Vorgängerinnen wie Florenz, Paris oder Madrid - auch wenn dem Kulturjournalisten bei diesen Namen natürlich das gastrokulturelle Wasser im Munde zusammenläuft. Der Ruhrpott ist nämlich im wahrsten Wortsinn ein köchelnder und brodelnder Melting-Pott."

Kulturjournalist, Ekkehard Brandhoff / 01.05.2010

"Was ist der Titel "Kulturhauptstadt 2010" wert? Für Apostolos Tsalastras bedeutet er so viel wie: ein Jahr lang Waffenstillstand. Die Forderungen, das Theater seiner Stadt zu schließen, sind vorübergehend verstummt, es wäre ja auch ein wenig werbewirksames Signal für Nordrhein-Westfalen, so kurz vor der Landtagswahl. "Im nächsten Jahr, wenn das Ruhrgebiet wieder aus dem Rampenlicht verschwindet", sagt Tsalastras, "dann könnte es richtig ungemütlich werden." Apostolos Tsalastras ist Kulturdezernent der Stadt Oberhausen, dunkel umrahmte Brille, Koteletten, Sohn griechischer Hilfsarbeiter, "ich habe selbst erst spät gelernt", sagt er, "dass es so etwas wie Theater überhaupt gibt und wie wertvoll das ist." Auch deswegen fühlt er sich besonders berufen, für das kulturelle Fundament seiner Stadt zu kämpfen."

NEON, Tobias Zick / 01.05.2010
                  
                         


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Medien-Rauschen April 2010 (in Auswahl):


"Hinter der RUHR.2010 verbirgt sich die Europäische Kulturhauptstadt Essen, die ihre Aktivitäten aber über das gesamte Ruhrgebiet ausweitet und somit Städtereisen in der Region überall zum besonderen Highlight macht."

Städtereisen Deutschland, Kai Rebmann / 29.04.2010

"Der Aufforderung von Herbert Grönemeyer sind bereits viele Hunderttausende Menschen gefolgt. Die Veranstalter sind mit dem ersten Drittel der Kulturhauptstadt Europas 2010 im Ruhrgebiet sehr zufrieden - wohlwissend, dass der Höhepunkt in den vor uns liegenden Sommermonaten noch kommt. Das letzte Ereignis dieser Dimension in Deutschland war neben der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die Expo 2000 in Hannover. Da haben viele Menschen erst zum Ende der 153 Tage dauernden Veranstaltung begriffen, was sie zu verpassen drohen. Dieses Mal stehen 365 Tage zur Verfügung - und erst 119 sind heute davon vorbei. Also Zeit genug, beispielsweise "das schönste Museum der Welt", das Museum Folkwang in Essen, zu besuchen oder die weiteren 19 der insgesamt 20 RuhrKunstMuseen im Verbund. Und Zeit genug, neben der heute präsentierten diesjährigen Ruhrtriennale in der Jahrhunderthalle in Bochum viele weitere Beispiele der Hochkultur in der Region zu entdecken. Und auch Zeit genug, das Alleinstellungsmerkmal des Ruhrgebiets hautnah zu erleben: die Route der Industriekultur. Gerade entlang des Ruhrtalradwegs ergibt sich ein individuell dosierbarer Mix aus Kultur- und Natureriebnis, der deutschlandweit in Form eines Radwanderweges seinesgleichen sucht. Und nicht zuletzt Zeit genug, die Menschen im Ruhrgebiet kennenzulernen, wie Götz George sie als Horst Schimanski schätzengelernt hat und wie Herbert Grönemeyer sie in seiner Hymne für das Ruhrgebiet besingt: "Wo ein rauhes Wort dich trägt, weil dich hier kein Schaum erschlägt, wo man nicht dem Schein erliegt, weil man nur auf Sein was gibt. Wo man gleich den Kern benennt und das Kind beim Namen kennt. Von klarer offener Natur, urverlässlich, sonnig stur, so weit so pur Komm zur Ruhr.""

Frankfurter Allgemeine Zeitung / 29.04.2010

"Die Welt der Kumpel im Revier war schon vielschichtig, ehe das Wort multikulti geboren wurde. Tausende von Polen, Italienern, Türken sind im Pott zur Solidargemeinschaft verschmolzen. Kirchen, Synagogen und Moscheen stehen friedlich nebeneinander. Als Kulturhauptstadt kann das Revier, mit 5,3 Millionen Einwohnern drittgrößter Ballungsraum Europas, 2010 seine Zukunftsfähigkeit beweisen. 2500 Kulturveranstaltungen und Feste sollen Millionen Touristen in die Metropole Ruhr locken und die 53 Städte und Gemeinden tatsächlich zu einer Einheit zusammenschweißen."

Augsburger Allgemeine, Ulo Solcher / 27.04.2010

"Eine Werkschau zu Lebzeiten ist nur wenigen Künstlern vergönnt. Erst recht unter den Komponisten ist diese Ehre, die dem 84-jährigen Hans Werner Henze nun widerfährt, die rühmliche Ausnahme von der Regel, dass ein Tonsetzer ausreichend lange tot sein muss, bevor sein Werk zur Gänze gewürdigt wird. Nichts Geringeres aber ereignet sich derzeit unter der poppigen Bekenntnisformel "I love Henze" im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres mit dem "henzeprojekt - neue musik für eine metropole". Über 40 Kulturinstitutionen des Ruhrgebiets beleuchten von Januar bis Dezember 2010 nicht nur Henzes vielfältiges musikalisches Werk, sondern das ganze Spektrum seiner Aktivitäten als Schriftsteller, Festivalgründer und Musikvermittler."

Rheinische Post, Regine Müller / 26.04.2010
Weitere Informationen zum Henze-Projekt

"Natürlich sorgt die Kulturhauptstadt in diesem Jahr für besondere Erlebnisse: Einige RUHR.2010-Projekte befinden sich direkt am RuhrtalRadweg, so die Sonderausstellung "HELDEN. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen" im LWL-Industriemuseum Henrichshütte Hattingen. Ab 12. Mai lässt sich auch das Ruhr-Atoll, künstlich erschaffene Inseln mit temporären Kunstinstallationen im Essener Baldeneysee, vom Rad aus bestaunen. Zwischen Arnsberg und Mülheim an der Ruhr setzen auf dem "Kunstpfad Ruhr" innovative Kunstobjekte Kraftwerke, Hochspannungsmasten und Markierungspfahle in Szene. Der RuhrtalRadweg ist touristisch perfekt erschlossen. Das erleben die Radler nicht nur bei Streckenauswahl, Beschilderung oder Sehenswürdigkeiten, sondern auch beim vielfältigen Angebot von Gastronomie und Hotels, die zur Pause oder zur Übernachtung bei Mehr-Tages- Touren einladen."

Welt am Sonntag, Alfred Harke / 25.04.2010
Weitere Informationen zum Kunstpfad Ruhr

"Das Ruhrgebiet ist sexy. Diese Aussage duldet keinen Widerspruch, bedenkt man, dass die Region in den vergangenen Jahrzehnten pausenlos von allen Seiten fotografiert worden ist. Von spektakulären Motiven der Schwerindustrie über massive politische Demonstrationen vor Zechen und Stahlwerken bis hin zu lauschigen Schrebergärten und gegelten Mantafahrern richtete sich das Interesse der Fotografen. Sie entdeckten die Industriestätten als Herausforderungen einer modernen Ästhetik und in der Lebensart der Menschen neue kulturelle Identitäten. (…) Steht man im Inneren des Kubus, so eröffnet sich eine Sicht auf das Ruhrgebiet, wie sie Fotografen nicht besser festhalten könnten. Man blickt durch die gerahmten Fenster auf Schachtanlagen, Wohnblocks, Kleingärten, Straßenzüge. Es sind authentische Momentaufnahmen, geschossen mit den eigenen Augen. (…) "Ruhrblicke", so kann man festhalten, gibt den banalen Klischees des Ruhrgebiets wenig Raum und gewinnt neue Erkenntnisse über diese Region im Umbruch. Auch der Blick aus dem Fenster bestätigt: Das Ruhrgebiet hat ein neues Gesicht."

Welt am Sonntag, Christiane Hoffmans / 25.04.2010
Weitere Informationen zur Ausstellung Ruhrblicke

"Von den frühesten Knochenfunden bis zur Reisewaage eines Silberschmieds, von Carl Arnold Kortums Reiseberichten bis zum Werkzeug, das die ersten türkischen Gastarbeiter mitbrachten. Wer dachte, Bochums Geschichte bestehe nur aus Herbert Grönemeyer, Currywurst und dem VfL, kann sich nun im Stadtarchiv vom Gegenteil überzeugen. Unter dem Motto "Bochum - das fremde und das eigene" zeichnet das Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte auf zwei Etagen und in acht Stationen jahrhundertelange Zuwanderung ins Ruhrgebiet nach. Dabei wird nicht nur die klassische Zuwanderungszeit beleuchtet, sondern sowohl die Jahrhunderte davor als auch die Gegenwart. "Was verbindet uns eigentlich miteinander?", fragte sich Asli Sevindim, künstlerische Direktorin von Ruhr 2010, bei der Vorbereitung des Projekts. (…) Die Ausstellung "Bochum - das fremde und das eigene" ist das größte aller Projekte und zugleich Auftakt und Abschluss von "Fremd(e) im Revier?!". Sie soll auch in das bundesweite Projekt "Deine Stadt - gib ihr deine Geschichte" integriert werden."

WAZ, Andreas Bartel / 23.04.2010
Weitere Informationen zu
Fremd(e) im Revier?!

"The incongruous focal point for this year-long festival is the Zeche Zollverein, on the outskirts of Essen - once the world’s biggest colliery, now an improbable Unesco World Heritage Site. Since the mine closed in 1986, it’s been converted into a lively cultural quarter, including a design museum in the old boiler house (redesigned by Sir Norman Foster) and an industrial museum above the old pithead. Think Tate Modern, but on an even bigger scale. (…) This thriving complex also rents office space to high-tech firms that have ousted the old industries. Handled the right way, art can pay its way. After lunch at the Zeche Zollverein’s busy gourmet restaurant, I headed back into town for a tour of the Folkwang Museum. Since my last visit, this gallery has been transformed, with a brand new extension by one of Germany’s favourite British architects, David Chipperfield. (…) The Folkwang’s permanent display is well worth a weekend trip, but this year’s highlight is a spectacular reassembly of the original ‘degenerate’ collection, scattered around the world by the Nazis before the second world war. Essen is probably the best base from which to tour this year’s cultural capital, but there are many more cities in the Ruhr - 52 more, in fact. (…) Imagine a Teutonic version of the West Midlands. No one in their right mind would call it pretty. Yet this dark satanic landscape is a great canvas, full of industrial landmarks that make dramatic exhibition spaces. In Dortmund, a brewery has become an art gallery. In Oberhausen, a gasometer has become a science museum. From Oberhausen I travelled to Duisburg, on the Rhine, to see the Küppersmühle Museum, an old corn mill transformed into a modern art gallery by leading Swiss architects Herzog & De Meuron. This monolithic edifice is an artwork in its own right, and the contents are equally impressive - a wide range of living artists, including modern masters such as Georg Baselitz, Sigmar Polke and Gerhard Richter. The quayside café is a pleasant spot from which to admire the renovated harbour, also revitalised by Sir Norman. Why do Britain’s best architects end up doing so much of their best work abroad? On my last evening in Essen, I went to the opera to see Verdi’s Nabucco. It was a Saturday night, and the place was packed. The concert hall next door was equally crowded. A hundred years ago, Karl Ernst Osthaus, the founder of the Folkwang Museum, described the Ruhr as ‘art-forsaken’. Today, like Glasgow and Bilbao, it has become an unlikely centre of the arts. (…) I mean to say, whoever thought of going to Glasgow for the weekend before it became European Capital of Culture in 1990? Glaswegians still tell a good joke about the transformation of their hometown, which may yet find its equivalent in the Ruhr. Before its stint as Cultural Capital, they say, the tramps used to ask locals for 10p for a cup of tea. Afterwards, they started asking tourists for a pound for a cappuccino."

The Spectator, William Cook / 21.04.2010

"Das Kulturhauptstadt-Jahr macht's möglich. Auch im Februar haben wieder mehr Touristen das Ruhrgebiet besucht. Genau 223.351 Gästeankünfte wurden gezählt - 8,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Übernachtungen stiegen um 5,7 Prozent auf 410.910. Besonders groß ist der Zuwachs bei ausländischen Touristen aus Großbritannien (plus 30 Prozent) und Belgien (plus 29 Prozent)."

BILD / 20.04.2010
Weitere Informationen für Touristen


"Und so schaut man viereinhalb Stunden in den Hinterhof des Ruhrgebiets, seine Bootsanleger und Schrottplätze, seine Vereinsheime und Gutehoffnungshütten, sieht die Lagerfeuer und die Müllverbrennungsanlagen in dieser endlosen Stadt, die man lieben muss, wie man einen hässlichen Hund liebt, also mit heißem Herzen."

WAZ, Hubert Wolf / 19.04.2010
Weitere Informationen zum Kulturkanal / Kanalglühen


"Ein Außenseiter, lange umstritten, im Alter hoch geachtet. Hans Werner Henze hat sich nie darum gekümmert, welche Stile und Denkweisen gerade in der Musikszene besonders gefragt waren. Als die meisten Komponisten nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Tradition brachen, Melodien und Emotionen an sich verdächtig waren, machte Henze nicht mit. Er verbindet eine heutige, gebrochene Musiksprache mit rauschhaften Gefühlswelten. Es gibt manchmal Nummern, die an Donizetti oder Rossini erinnern. Die RUHR.2010 widmet nun dem 84-Jährigen ihr größtes Musikprojekt. Die erste große Opernpremiere ist nun die "Elegie für junge Liebende" am Aalto-Musiktheater Essen. Über 40 Orchester, Theater und Ensembles machen mit beim Henze-Projekt. Allein 16 Bühnenwerke werden im Ruhrgebiet zu sehen sein. (…) Enorm viele Komponisten zählen zu seinen Schülern oder wurden von ihm beeinflusst. Auch einige ihrer Werke werden im Programm der RUHR.2010 zu hören sein. Henze will über die Konzert- und Opernhäuser hinaus wirken und mit seiner Musik kommunizieren. Eben das ist auch das Anliegen der Kulturhauptstadt. (…) Ob im Ruhrgebiet nach dem Kulturhauptstadtjahr jeder die Frage "Kennze Henze?" positiv beantworten kann, ist natürlich fraglich. Das ganze Projekt atmet den Geist der Hochkultur, die Musik ist sehr komplex und verlangt Zuhörer, die sich genau auf sie einlassen. Aber immerhin ist sowohl bei Hans Werner Henze wie bei allen Musikern und Theatermachern - der feste Wille zu spüren, das Expertenghetto der zeitgenössischen Musik zu verlassen."

Welt am Sonntag, Stefan Keim / 18.04.2010
Weitere Informationen zum Henze-Projekt


"Die Stadt Essen im Ruhrgebiet ist keine Schönheit, obwohl sie es zusammen mit Istanbul und Pecs zur Kulturhauptstadt 2010 geschafft hat. Und wenn man an einem trübkalten Februartag mit der Strassenbahn vom Hauptbahnhof in Richtung Zeche Zollverein rumpelt, könnte man leicht schwermütig werden. Die Sünden der deutschen Schwerindustrie lasten bleiern auf Stadt und Landschaft. Aber sie ist bald Vergangenheit, die letzte Zeche wird 2018 geschlossen. Heute soll im Ruhrgebiet nicht mehr schwarze Kohle, sondern bunte Kultur im Mittelpunkt stehen; Brennpunkt der Region ist die Zeche Zollverein, die 2001 sogar Unesco-Weltkulturerbe geworden ist. Die gigantische Anlage beeindruckt. Das breitbeinige turmhohe Fördergerüst die Kohlenbunker und Industriebauten bilden ein spannendes, atmosphärisch dichtes Ensemble, das die Tristesse ringsherum bald vergessen lässt. In der ehemaligen Kohlenwäsche ist seit Januar auch das Ruhr-Museum untergebracht. (…) Ein eindrückliches, von Rem Koolhaas ganz in Orange gestaltetes Treppenhaus in einem fensterlosen Kohlenbunker verbindet die Ebenen, eine davon ist Wechselausstellungen vorbehalten. Hier ist die erste Sonderschau des neuen Museums, "Das grosse Spiel - Archäologie und Politik", installiert. (…) Der Begriff "The Great Game / Das Grosse Spiel" bezeichnete im 19 Jahrhundert den Kampf zwischen Russland und England um Territorien in Zentralasien. (…) Es steht für das politische Schachspiel aller Kolonialmächte um die prestigeträchtigsten Ausgrabungsplätze und für die Instrumentalisierung der Archäologie. Denn gegraben wurde nicht irgendwo und von irgendwem. Handfeste Machtinteressen beeinflussten die Wahl, militärische Strategien waren zu berücksichtigen und Spionage, Religion und Wirtschaft spielten mit. (…) Auf der anderen Seite standen Visionäre, Abenteurer, Enthusiasten, die mit heldenhaftem Mut unglaubliche Strapazen auf sich nahmen, nicht alles Archäologen, auch Ingenieure, Offiziere, Geistliche, Geologen, Juristen, Politiker… Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Anhand von 25 Biografien wird das Thema aufgeblättert."

Neue Zürcher Zeitung, Geneviève Lüscher / 16.04.2010
Weitere Informationen zur Ausstellung "Das Grosse Spiel"


""Was für ein Schinken!" - Das wird sicher jeder denken, der das Buch zum ersten Mal in den Händen hält, darin blättert oder es einfach nur betrachtet. Es ist ein besonderes Buch. Nicht nur, weil es knapp einen halben Meter misst und damit alles andere als ein handliches Taschenbuch ist. Auch nicht, weil es satte 35 Kilogramm wiegt und erst einmal gestemmt werden will: Das Buch gibt es nur ein einziges Mal, es ist ein Unikat mit 2010 Seiten. Ebenso viele junge Künstler aus neun Ruhrgebietsstädten haben es gestaltet, vor allem in Schulen. Warum 2010? Die Idee war, anlässlich der Kulturhauptstadt RUHR.2010, ein Buch von Kindern für Kinder zu entwerfen. Das Kinderhilfswerk Unicef steht hinter dem Projekt. (…) Mehr als 300 Bilder haben es ins fertige Buch, das im Februar in Essen erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und ausgestellt wurde, geschafft. Seitdem ist es auf Tour quer durch die an der Kulturhauptstadt beteiligten Städte des Ruhrgebiets."

WAZ, Tim Griese / 16.04.2010

"Als Weimar 1999 Kulturhauptstadt wurde, nahm die Stadt den Titel hin wie Regen: angenehm und bedeutungslos. Oder Berlin 1988. Keiner nahm das Kulturjahr wahr, am wenigsten die Berliner. Sie gingen wie alle andern, wie Prag, Athen, Florenz davon aus, dass der Titel ihnen zustehe. Im Ruhrgebiet ist das anders; wer im Hemd nach den Sternen greift, muss sich ausweisen. 100 Tage Kulturhauptstadt, und wer geglaubt hat, die Region tanze auf dem Tisch, hat sich geirrt. Sie wird das schon auch noch tun, spätestens im Juli. Bisher aber war saisongemäß schlechtes Wetter und RUHR.2010 fand im Saal statt. Es kamen so viele, dass es nicht nur Lehrer gewesen sein können. Trotzdem ist auch in der Kulturhauptstadt die Mehrheit von der Kunst ausgeschlossen. Aus Unkenntnis, Scheu; und weil wir, die wir Kunst als Bereicherung kennen lernen durften, es nicht für nötig halten, andere dafür zu gewinnen. Wer ist denn RUHR.2010? Wir. Wir müssen vermitteln, dass im Theater, im Konzert, im Museum jeder gut unterhalten wird. Leicht ist das nicht; ein Jahr wird nicht reichen. Das Ruhrgebiet mit seiner einzigartigen Struktur aber hat die Möglichkeit, den spektakulären Anfang eines Paradigmenwechsels zu machen. Weimar hatte sie nicht."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 10.04.2010
Weitere Informationen zu Still-Leben Ruhrschnellweg

"100 Tage Kulturhauptstadt - war da was? (…) Aber ja, da war auch schon was: Der schneeverzückten Eröffnung auf Zollverein folgten Glanzlichter wie die Folkwang-Neueröffnung, das gemeinsame "Odyssee"-Projekt von sechs Theatern oder auch die Lichtkunst-Biennale in Wohnzimmern des nordöstlichen Reviers. Und es war noch viel mehr: Eine Woche lang ließen Städte wie Dinslaken, Breckerfeld und Schwerte ihre kulturellen Muskeln spielen. Das indes wurde vor allem in Dinslaken, Breckerfeld und Schwerte zur Kenntnis genommen - und das ist auch gut so. Kultur, das sollte man sich gelegentlich ins Gedächtnis rufen, findet vor allem vor Ort statt, live und in Farbe. Der Augenblick, die unmittelbare Begegnung von Werk und Publikum ist der innerste Kern von Kunst. (…) Und ja, da kommt noch so viel, und auch Spektakel: Der Massengesangstag "!Sing" am 5. Juni oder die organisierte Autobahnbesetzung "Stillleben A 40" am ersten Wochenende der Sommerferien. Und schon in der Woche nach Pfingsten dann die "SchachtZeichen", die mit gelben Ballons die ehemaligen Zechenstandorte im Revier markieren werden. Wie kaum ein zweites steht dieses Projekt für den Zwiespalt, in dem das Ruhrgebiet steckt, in diesem Jahr vielleicht noch mehr als sonst: Die alten Geschichten von Kohle und Stahl sind längst Geschichte; aber gerade diese Geschichte ist der Markenkern der Region, das einzige, was es bis zur Wiedererkennbarkeit von anderen Regionen unterscheidet - es sei denn, man hält die zu schierer Größe geballte Peripherie, die kein wirkliches Zentrum hat, für markant. Sie ist aber nur so diffus wie die Wahrnehmung der Kulturhauptstadt Ruhr bislang geblieben ist. Die Kulturhauptstadt hat das Pech, dass sie 2010 stattfindet und nicht 2009 oder 2013. Fast alles, was RUHR.2010 anrichtet, wird begleitet und überlagert vom Spar- und Streich-Alarm, den die neueste Krise der Stadt- und Gemeindefinanzen im ganzen Land auslöst. Fast muss man sich schämen für das Feuerwerk, das da abgebrannt wird - man könnte es ungenierter genießen, wenn die versprochenen, erhofften Langzeit- und Vernetzungswirkungen der Kulturhauptstadt schon eingetreten wären. (…) Und ein bisschen Kulturhauptstadt-Gefühl ist uns RUHR.2010 auch noch schuldig. Ja, in einem antizentralen Riesen-Gebiet wie dem Revier verliert sich das eine oder andere Kultur-Ereignis schon mal vor Ort. Umso wichtiger wäre es, an möglichst vielen Straßenecken daran erinnert zu werden, dass jetzt ein ganzes Jahr lang Kulturhauptstadt ist - warum künden eigentlich nicht allerorten Fahnen, Plakate und Spruchbänder davon?"

WAZ, Jens Dirksen / 10.04.2010
Weitere Informationen zu Eröffnung RUHR.2010, Neubau Museum Folkwang, Odyssee Europa, Biennale für Internationale Lichtkunst 2010, Local Heroes, !SING, Still-Leben Ruhrschnellweg und SchachtZeichen.

"Gemessen an den Erwartungen, die medial geweckt wurden, gemessen an einer Eröffnungsfeier, die mit bombastisch zurückhaltend umschrieben ist, kommt der Alltag der Kulturhauptstadt ausgesprochen nüchtern daher. Viele Essener wissen inzwischen von Besuchern zu berichten, die etwas verwirrt am Hauptbahnhof standen und sich unter einer Kulturhauptstadt etwas anderes vorgestellt hatten: mehr warmes Willkommen und weniger Baustellen, mehr äußere Anzeichen im Stadtbild und, ja, auch mehr bewegende Veranstaltungen. Essen könnte insofern das Schicksal bereits sehr vieler Kulturhauptstädte teilen: Das Jahr ist rasch um, und man fragt sich am Ende: Was bleibt eigentlich originär übrig, was hat das EU-Etikett nun tatsächlich gebracht? Viel nachhaltig Fassbares war es meist nicht. Eine Besonderheit kommt hinzu: RUHR.2010 ist erklärtermaßen nur bedingt eine städtische Sache, mehr ein Herzensanliegen der Regional-Fraktion. Und diese Ausrichtung der Kulturhauptstadt an den antiquierten und weit gefassten Grenzen des Regionalverbands Ruhr ist natürlich ein Problem. Nichts gegen Xanten und Schwerte, aber man sollte die unterstellten Gemeinsamkeiten im Ruhrgebiet besser nicht zu hoch ansiedeln, was freilich ein alter Fehler der Regio-Freunde ist. (…) So steht bisher auf der Habenseite vor allem die Berichterstattung eines Event-verliebten Journalismus. Und da bleibt festzuhalten: Der Werbe-Effekt für Essen und das Ruhrgebiet ist in der Tat beeindruckend und hoffentlich auch langfristig nützlich. Wer weiß, vielleicht wird man irgendwann sagen: Allein das war die ganze Mühe wert."

WAZ, Frank Stenglein / 10.04.2010

"Schräge Ideen hat die Kulturhauptstadt reichlich. Leitplanken neben Biertischen, Selfmade-Theater in der Siedlung, .extrovertierte Lichtkunst überm Sofa. Jetzt kommt hinzu: Kunsthandwerk an der Bude. Kettenanhänger aus Kohle mit Blattgold, Bumenkübel, Kerzenhalter; ein Lesezeichen, an dessen oberem Ende ein Hund das Bein hebt, sein Strahl samt Pfütze markiert die Seite. (…) 30 Designkioske zwischen Hagen und Marxloh verkaufen vom 2. Mai bis 1. August dies und mehr - neben Zeitungen, Flaschenbier und Klümpkes. Das Projekt ist eins der ausgefallensten der Kulturhauptstadt 2010; es verbindet, was nicht zusammen zu gehören scheint. Dabei lässt sich Design" genau so beschreiben: Praktisches kombiniert mit schöner Form."

WAZ, Gudrun Norbisrath / 09.04.2010
Weitere Informationen zu Designkiosk RUHR.2010 und www.designkiosk-ruhr.de

"Das Ruhrgebiet ist Kulturhauptstadt 2010. Es hat keine Akropolis und keine Uffizien, keine pittoresken Altstädte oder verträumten Brücken - aber es besitzt etwas, das eine Reise dorthin unvergleichlich macht. Eine andere Romantik. (...) Seit die Industrie vor 25 Jahren stillgelegt wurde, sucht die Natur ihren Raum zwischen den Hochöfen, stillen Gleisanlagen und Gasometern, und die Kultur findet (...) eine rauhe Bühne. Das ist der Kern der Kulturhauptstadt, ihr Ursprung; diese Orte, die man besuchen und staunend fotografieren kann wie anderswo barocke Brunnen. Und wo eine emotionale, auf besondere Weise inspirierte Kultur entsteht. (...) Die Kulturhauptstadt RUHR.2010 ist eine kollektive Anstrengung. Darin erinnert sie an ihre Vergangenheit, an den Bergbau; unter Tage half Solidarität überleben. Der Reisende wird diesen Geist spüren; er findet industrielle Erinnerung und das, was Kultur daraus Neues geschöpft hat. Wer herkommt, erlebt nicht nur große Konzerte, besondere Theatererlebnisse und traumhafte Ausstellungen. Er erlebt den Aufbruch einer Region."

Ubi bene, Gudrun Norbisrath / Nr. 1, Frühjahr 2010

"Until recently, the city of Essen and the surrounding Ruhr region were best known for heavy industry. Now they are a hub for art lovers and green travellers. This year the Ruhr has been chosen by the European Committee as the European Capital of Culture. Year-round festivities and celebrations will showcase the region's new cultural richness, including its 120 theatres, 16O concert halls, 200 museums and more than 1,000 industrial monuments.
Visitors can attend exhibitions in former plants and mines, light illuminations, concerts in old mine shafts and workshops.
"

Globe and Mail Metro / 07.04.2010 

"Schöner wohnen mit Lichtkunst. An ungewöhnlichen Schauplätzen hat sich im Ruhrgebiet internationale Lichtkunst eingerichtet. Sie erstrahlt in Wohnzimmern und auf Dachböden, in Scheunen und Garagen privater Kunstfreunde, die in Bergkamen, Bönen, Fröndenberg, Hamm, Lünen und Unna wohnen. An dem bis Ende Mai laufenden Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 sind Künstler aus aller Welt beteiligt. Die öffentlich gemachte Privatheit im Schein der Lichtkunst ermöglicht dem Besucher die unterschiedlichsten Einblicke."

Augsburger Allgemeine, Veit-Mario Thiede / 07.04.2010
Weitere Informationen zu Biennale für Internationale Lichtkunst 2010

"Über einen enormen Andrang konnten sich Museum Folkwang und Ruhrmuseum zu Ostern freuen. Mitarbeiter des Ruhrmuseum resümierten am Ostermontag: "Es war die Bombe." Das durchwachsene Oster-Wetter dürfte zur Schlangenbildung beigetragen haben. Doch beide Häuser erleben im Kulturhauptstadtjahr ohnehin ein so großes wie anhaltendes Publikumsinteresse. Allein die vor zwei Wochen eröffnete Folkwang-Schau "Das schönste Museum der Welt" liegt um die Marke von 50 000. Das neue Ruhrmuseum auf Zollverein begrüßte Ende März den 100 000. Besucher."

WAZ / 06.04.2010
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Ruhr Museum und "Das schönste Museum der Welt"

"Im Januar 2010 feierte man Richtfest am einstigen Kellereihochhaus der Union-Brauerei. Im Herbst dieses Jahres soll aus dem Industriedenkmal ein Zentrum für Kunst und Kreativität entstanden sein. Die Sanierung und neue Nutzung des Dortmunder Wahrzeichens ist das Leuchtturmprojekt der Stadt im Rahmen der RUHR.2010.
Der Ingenieur Emil Moog hatte das Brauereigebäude 1926/27 als erstes Hochhaus der Stadt errichtet. Seit 1968 wird es von einem neun Meter hohen, vergoldeten "U" bekrönt. Nachdem die Brauerei 1994 nach Lütgendortmund umgezogen war, wurde das Gebäude nicht mehr gebraucht. Die Stadt erwarb das Denkmal 2007, um ihm und dem gesamten Quartier, auch mit Mitteln der EU, der Stadt und des Landes, zu einem neuen Leben zu verhelfen. Jetzt entsteht ein für Europa einzigartiges Zentrum, in dem Wissenschaft, Kunst, Bildung und Wirtschaft verzahnt werden. (…) Als Höhepunkt des Gebäudes entsteht auf der siebten Etage und damit unmittelbar unter dem goldenen "U" der sogenannte Kathedralraum, der durch eine vertikale Öffnung mit allen anderen Ebenen verbunden ist. Im August soll in diesem Bereich ein Restaurant eröffnen, von dem aus die Aussichtsplattform erreicht werden kann. Von dort hat man einen weiten Blick auf die Stadt, die in den letzten Jahren den Wandel von der Industrie- zur Kulturmetropole vollzogen hat.
"

Monumente, Carola Nathan / 01.04.2010
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Dortmunder U

"Die Metropole RUHR.2010 präsentiert sich spektakulär und populär: Europas legendäre Kuhle-und Stahlregion hat sich zu einer Kulturmetropole neuen Typs gewandelt. Sogar die alten Revier-Kathedralen bekommen wieder neues Leben eingehaucht."

Auto und Reise, Eva-Maria Mayring / 01.04.2010 

"Am Ende fehlten auch die großen historischen Linien nicht: Der Besuch von Kanzlerin Merkel in der Türkei könnte noch lange nachwirken. (…) Ein Konzert also aus Anlass des "Besuches der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland in Istanbul" sowie was sich als ebenso wichtig herausstellen sollte - des "Jahres der Kulturhauptstädte 2010 RUHR.2010 und Istanbul". Komponisten beider Kulturen wurden gespielt, Schubert und Saygun, Mendelssohn und Günes. Es sprach Aslι Sevindim, Künstlerische Direktorin von "RUHR.2010" - ein Beispiel gelebter Integration in Deutschland. Der Vater kam als Gastarbeiter nach Deutschland, die Tochter wurde in Duisburg geboren. Unter Tage und an den Hochöfen, sagte diese, sei nicht ein "Woher kommst du?" gefragt, sondern ein "Kann ich mich auf dich verlassen?" verlangt worden. Von der Kultur als "Grundnahrungsmittel" sprach die Deutsch-Türkin. Von der Heimat, "Heimat, jawohl", sprach sie auch, die das Ruhrgebiet Menschen aus 171 Nationen biete. Beifall."

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Günter Bannas / 01.04.2010