Weltsichten: Landschaft in der Kunst vom 17. bis zum 21. Jahrhundert
Wie kaum ein anderes Medium eignet sich die Landschaftsdarstellung dazu, die Rolle des Individuums in der Welt zu reflektieren, denn Landschaftssicht ist immer auch Weltsicht.
In der Landschaftskunst bündeln sich kollektive und individuelle Perspektiven. Aktuelle gesellschafts- und mentalitätsgeschichtliche Entwicklungen werden zuweilen differenziert gespiegelt oder sogar vorweggenommen. In anderen Fällen entstehen Gegenbilder zur jeweils erlebten Realität.
Im Laufe der Jahrhunderte vollziehen sich in dieser Sicht auf die Welt Wandlungen, Brüche und Umwälzungen, denen in der Ausstellung ein besonderes Augenmerk gelten soll.
Es geht nicht darum, eine eindimensionale, lineare Entwicklung "von der Idylle zur Katastrophe" zu skizzieren. Wohl aber zeigt sich, dass in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nur noch ein von Katastrophenerfahrungen gebrochener Blick auf Landschaft glaubwürdig erscheint.
Ein solcher desillusionierter Blick lässt Entwicklungen vergangener Epochen in neuem Licht erscheinen und eröffnet neue Sichtweisen. In einer Region wie dem Ruhrgebiet, in der Landschaft im Zuge der Industrialisierung schonungslos verbraucht und wirtschaftlichen Nutzbarkeiten untergeordnet wurde, kann eine künstlerisch reflektierte Auseinandersetzung mit Landschaft und erlebter Umwelt auch und gerade in Zeiten des Strukturwandels eine besondere Brisanz entfalten.
8.5 - 29.8 (Malerei und Grafik)
4.9 - 21.11 (Fotografie und neue Medien)
Stiftung Situation Kunst, Bochum
Weiterführende Informationen zu der Ausstellung im Rahmen von "Mapping the Region" der RuhrKunstMuseen erhalten Sie auf der Projektwebseite der RuhrKunstMuseen.
Verwanstes Thema:
Situation Kunst
