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René Pollesch: Ruhrtrilogie

René Pollesch René Pollesch "Cinecittà Aperta – Ruhrtrilogie, Teil 2", Mülheim an der Ruhr / Foto: Thomas Aurin

René Pollesch "Cinecittà Aperta – Ruhrtrilogie, Teil 2", Mülheim an der Ruhr / Foto: Thomas Aurin

Worauf bezieht man sich, wenn man heute Theatertexte schreibt? Und was sind das für Geschichten, die uns nahegehen, in denen wir aber überhaupt nicht mehr vorkommen? Könnte man nicht einen emotionalen Gewinn aus Entfremdung ziehen? Könnte man nicht mal Erfolg an Zufall koppeln und Liebe an Geld?

Lauter Fragen, mit denen der Autor und Regisseur René Pollesch das Theater samt seiner Themen und Formen strapaziert, um es als eine Art Theorieapparat in Theaterform für das 21. Jahrhundert neu zu positionieren. 

Sich mit dem Gedanken der Wertschöpfung zu beschäftigen, liegt vor allem in einer Region nahe, die zwischen klassischer Industrie und kreativer Wirtschaft nach neuen Existenz- und Identitätsformen sucht. Die Ruhrtrilogie ist ein über drei Jahre gespanntes Forschungs- und Theaterprojekt, in dem eine Stadtlandschaft mit ihrer fortschreitendenÖkonomisierung aller Lebensbereiche eine tragende Nebenrolle spielt. Pollesch inszenierte im Sommer 2008 „Tal der fliegenden Messer Ruhrtrilogie Teil 1“ unter freiem Himmel in Bert Neumanns Bühnenbild oder besser gesagt in Cosmo Vitellis Nachtclub „CRAZY HORSE“. Fortsetzungen folgen!

Cinecittà Aperta - Ruhrtrilogie Teil 2

„Wir können also nicht mehr heucheln, dass uns die andern Leben berühren. Und die Frage ist auch, wo berühren sie
uns wirklich, also wo haben wir mit ihnen zu tun? Da können wir noch so gute Menschen
werden, es gibt Utopien, die nicht zu organisieren sind. Schon gar nicht durch Ethik und Moral.“ (René Pollesch)

Die im letzten Jahr erfolgreich gestartete „Ruhrtrilogie“ wird open air in Mülheim an der Ruhr fortgesetzt.

Im zweiten Teil durchleuchtet der Autor und Regisseur René Pollesch in gewohnt scharfsinniger Weise die gegenwärtigen Arbeits- und Lebenswelten in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit. Insbesondere in der Metropole Ruhr ist nicht zu übersehen, was es für die Menschen und Städte bedeutet, wenn „die Arbeit“ fast flächendeckend wegbricht. Fragen und Probleme werden sichtbar, die andernorts vielleicht zurzeit noch marginalisiert
werden können: Was bedeutet „Strukturwandel“? Welche informellen Strategien entwickeln sich, wenn auf nichts mehr Verlass ist und alles zur Disposition steht? Wer ist drinnen und wer draußen, und was heißt das für die sozialen Zusammenhänge?

Pollesch bezieht kompromisslos Stellung und entwickelt eine andere Perspektive auf die Geschichten, die wir einander immer wieder erzählen, in denen wir selbst aber schon lange nicht mehr vorkommen. Seine Theaterabende stehen für eine einzigartige Ausdrucksform, die tatsächlich etwas über heutige Subjekte erzählen kann.

Regie: René Pollesch
Bühne: Bert Neumann
Kostüme: Nina von Mechow
Mit: Inga Busch, Christine Groß, Martin Laberenz, Trystan Pütter, Catrin Striebeck
Kamera: Ute Schall, Andreas Deinert
Dramaturgie: Aenne Quiñones
Treffpunkt: Parkplatz am Ringlokschuppen,
Mülheim an der Ruhr

Weitere Vorstellungen: 20.–23. Juni 2009, 21:00 h

Premiere Ruhrtrilogie Teil 3: 14. Juni 2010

Vorverkauf: 01805/280123

Eine Koproduktion des Ringlokschuppens Mülheim mit der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, der Rotterdamse Schouwburg und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 in Zusammenarbeit mit dem Theaterbüro des Kulturbetriebs Mülheim an der Ruhr. Gefördert von der Kunststiftung NRW, the Dutch Ministry of Foreign Affairs, Theater Instituut Nederland und der SMW GmbH.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.ringlokschuppen.de