Panoramen
Nirgendwo auf der Welt sieht es aus wie im Ruhrgebiet. Die Landschaften der Region sind von Menschen gemacht und von Bergbau und Industrie gezeichnet. Hier wurde das Unterste nach oben gekehrt. Die Städte und ihre Kultur sind nicht durch ein feudales Erbe geprägt, sondern durch Funktionalität, Zerstörung im Krieg und schnellen Wiederaufbau.
Seit einigen Jahren verändern sich die Landschaften der Metropole Ruhr. Industriebrachen werden zu Landschaftsparks, Halden werden zu grünen Oasen und bahnbrechende Kunst und Architektur verwandeln die Zeichen der industriellen Vergangenheit in spektakuläre Zeichen des Wandels.
SchachtZeichen – Ein Bild für den Wandel in der Metropole Ruhr
Wer in der Woche nach Pfingsten, im Mai 2010, die alten Fördertürme, die neu gestalteten Halden und weitere Hochpunkte der Metropole Ruhr besucht, wird über der Region ein imposantes Bild sehen. Bis zu 400 gelbe Ballone mit langen Fahnen darunter schweben, Stecknadeln gleich, bis zu 80 Metern hoch über den ehemaligen Schachtgeländen, den Wurzeln des Ruhrgebiets.
Sie machen die Veränderung und den Wandel der Metropole Ruhr sinnlich erfahrbar, indem sie auf die Orte verweisen, an denen alles begann. Dort, wo die Fördertürme standen und mehr als hundert Jahre lang das Gesicht der Städte prägten. Denn je näher man den einzelnen Standorten kommt, desto augenscheinlicher wird der Prozess des Wandels. Die rußigen Produktions- und Arbeitsstätten der großen Zechenanlagen sind heute größtenteils verschwunden und haben Lücken hinterlassen, die auf vielfältige Art und Weise neu gefüllt werden konnten und können. Neben den vielbeachteten kulturellen Umwidmungen und Neubelebungen in restaurierten Originalgebäuden haben Parks und Gewerbeflächen, Straßen und Siedlungen, aber auch ungenutzte Brachflächen ihren Platz eingenommen. So verweist die 4000qkm große Kunstinstallation nach einer Idee von Volker Bandelow (Bochum) sinnfällig auf die große Leistung des Strukturwandels im Ruhrgebiet.
SchachtZeichen ist aber noch mehr als dieses verbindende und fröhliche Bild. Es ist eine Gemeinschaftsinitiative der Metropole Ruhr für und mit den Städten, den Bürgern und Unternehmen. Viele der ehemaligen Stätten der Arbeit (oder Orte in Ihrer Umgebung) verwandeln sich vom 22. bis zum 30. Mai 2010 in kleine und große, gestaltete und wilde, allseits bekannte und noch zu entdeckende Bühnen; ganz nach den Plänen und Initiativen der Menschen vor Ort: Ausstellungen zur Geschichte der Zechen und Stadtteile, Fotoschauen, Gesprächen und Vorträgen, die die Erinnerung an die grundlegende Entwicklung des Ruhrgebiets wach halten. Feste und Zusammenkünfte werden gefeiert, Institutionen, Firmen und Städte stellen sich "unterm Ballon" vor. Es gibt Picknicks und Konzerte, Zeltlager und Sportturniere. Eine Nacht, in der die Ballone von innen heraus leuchten, gibt Anlass zu einer ausgelassenen Party genauso wie zu einem ruhigen Abend vor romantischer Kulisse.
So entsteht ein bunter Teppich von Veranstaltungen, die zum Anziehungspunkt für die Menschen in den Städten und Stadtteilen werden. Und sie präsentieren nach außen, was die Metropole RUHR ausmacht: eine Vielzahl von heterogenen, und doch vernetzten Orten und Menschen, vereint durch die Vergangenheit ebenso wie durch eine gemeinsame Zukunft.
Weitere Infos finden Sie unter:
www.ruhr2010.de/schachtzeichen
Hier sehen Sie Impressionen der ersten Testflüge des SchachtZeichen-Ballons, die am 2. Juli 2009 in Bochum an der Jahrhunderthalle sowie am 19. August 2009 im Landschaftspark Duisburg Nord gestartet wurden.












