Kirchen. Mitten im Leben.
Für die Gründungsgeschichte des Ruhrgebiets spielen die christlichen Kirchen seit mehr als 1.000 Jahren eine zentrale Rolle.
Allein die Entstehungsgeschichte der Stadt Essen wurzelt in der Gründung des Klosters in Essen-Werden um das Jahr 800 durch Bischof Luidger sowie auf dem Essener Damenstift für die Töchter des sächsischen Adels aus dem Jahr 870.
Die Kirchen haben in der Vergangenheit bis zur Gegenwart die Kultur in der Region mit geprägt. Den Kirchenbauten kommt eine besondere Bedeutung zu, da die Baukunst aus vorindustrieller Zeit oft allein an den Sakralbauten abzulesen ist. Neben den Monumenten der Industriekultur sind es die Kirchtürme, die die Silhouette der Metropole Ruhr prägen.
Die kulturelle Bedeutung der christlichen Kirchen in der Gegenwart drückt sich durch ihr soziales und kulturelles Engagement aus: Unzählige Kapellen und Kirchen, Krankenhäuser, Pfarr-und Begegnungszentren, Kindergärten und Schulen, Friedhöfe, kirchliche Bibliotheken, Sozialeinrichtungen, Klosteranlagen, Bildungshäuser und Akademien bestimmen das Bild zwischen Emscher und Ruhr. Neben den vielfältigen spirituellen Angeboten gehören Chorgemeinschaften, Instrumentalkreise, Glockenläuten, Orgelkonzerte und Orgelfestivals, christliche Verbände und Arbeitervereine, Freizeit-und Reiseaktivitäten sowie zahlreiche Aus-und Fortbildungsangebote zu kulturellen, gesellschaftspolitischen, sozialen und theologischen Themen für alle Altersgruppen zum selbstverständlichen Alltag der Region.
Im Kulturhauptstadt-Programm werden die christlichen Kirchen mit erstklassigen Kulturbeiträgen vertreten sein. Unter dem Titel „Orgellandschaft Ruhr – Klangraum Europa“ wird eine ökumenische Orgel-Konzertreihe mit 150 Einzelkonzerten realisiert. Namhafte Organisten aus ganz Europa sind ebenso eingeladen wie junge Nachwuchskünstler und Komponisten aus aller Welt.
Mit dem „Martin Luther Forum Ruhr“ wird die evangelische Kirche ein Dialog- und Ausstellungsprojekt zum inhaltlichen Erbe Martin Luthers in der ehemaligen Markuskirche präsentieren.
Die Umnutzung von Kirchen ist ein aktuelles Thema, dem sich auch RUHR.2010 am Beispiel der evangelischen Markuskirche in Gladbeck und der katholischen Marienkirche im Viktoria Quartier Bochum stellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der behutsamen Umgestaltung der Räumlichkeiten beispielsweise für Ausstellungen, Konzerte oder den Umbau für gastronomische Zwecke.
Das Bistum Essen präsentiert mit der „Musica Enchiriadis“ eine historische Ausstellungssensation: Die älteste liturgische und musikalische Handschrift Europas „Musica et scholica enchiriadis“ wird in der Metropole Ruhr zu besichtigen sein – begleitet von einem Symposium sowie einem musikalischen Rahmenprogramm.


