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5. Februar 2010 

25 Jahre Kulturhauptstadt Europas – viel Diskussionsbedarf

(v.l.n.r) Bernd Fesel, Heinz-Dieter Klink, Esra Nilgün Mirze, Rainer Traube, Doris Pack / Photo: RUHR.2010/Susanne Skipiol(v.l.n.r) Bernd Fesel, Heinz-Dieter Klink, Esra Nilgün Mirze, Rainer Traube, Doris Pack / Photo: RUHR.2010/Susanne Skipiol

(v.l.n.r) Bernd Fesel, Heinz-Dieter Klink, Esra Nilgün Mirze, Rainer Traube, Doris Pack / Photo: RUHR.2010/Susanne Skipiol

Eigentlich ist sie ja noch jung, sehr jung, gerade einmal 25 Jahre alt. Und trotzdem bietet sie bereits einigen Anlass zur Diskussion: die Kulturhauptstadt Europas. In diesem Jahr feiert der Titel "Kulturhauptstadt Europas" sein 25jähriges Jubiläum. Dies würdigt auch die Europäische Kommission als Initiator dieses Projektes am 23.-24.03.2010 in Brüssel. Vorab hat sich aber schon einmal ihre Vertretung in Berlin dieses Themas angenommen und am 04.02.2010 eine Paneldiskussion mit dem Titel "25 Jahre Kulturhauptstädte Europas – Ideen zur Weiterentwicklung eines erfolgreichen Konzepts"veranstaltet.

Vorab hat sich aber schon einmal ihre Vertretung in Berlin dieses Themas angenommen und am 04.02.2010 eine Paneldiskussion mit dem Titel "25 Jahre Kulturhauptstädte Europas – Ideen zur Weiterentwicklung eines erfolgreichen Konzepts" veranstaltet. Moderiert vom Leiter Kultur bei der Deutschen Welle, Rainer Traube, diskutierten hochkarätige Vertreter verschiedener Institutionen die Frage nach der Vergangenheit, der Zukunft und der Notwendigkeit des Titels "Kulturhauptstadt Europas".

Bernd Fesel, Stellvertretender Direktor ecce RUHR.2010 GmbH, leitete die Veranstaltung mit einem Rückblick auf die bisherigen Kulturhauptstädte und deren Bedeutung für die Titelträger ein, gab einen Überblick über einen neuen Akteur auf der kulturpolitischen Bühne, die Kreativwirtschaft, der eine immer größere Rolle zugeschrieben wird. Und das nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in den Konzeptionen zukünftiger Kulturhauptstädte Europas. In der anschließenden Diskussion vertrat Bernd Fesel gemeinsam mit dem Direktor des Regionalverbundes Ruhr, Heinz-Dieter Klink, die Position der Metropole Ruhr, die diesen Titel nachhaltig nutzen will und wird. Netzwerke und Strukturen, Imagewandel und Platzierung auf der touristischen Landkarte sind nur einige der Ziele, die die RUHR.2010 für das Ruhrgebiet verfolgt. Keine Rede mehr von einem einjährigen Dauer-Festival, zu dem internationale Künstler für kurze Gastspiele geladen werden.

Esra Nilgün Mirze, die die Kulturhauptstadt Europas Istanbul 2010 seit deren Geburtsstunde begleitet, berichtete von den Rahmenbedingungen in der Türkei. Hier wurde deutlich, dass die Ziele, die eine Stadt mit dem Titel verbindet, sich von Land zu Land unterscheiden und selbstverständlich auch vom Umfeld abhängen. Nilgün Mirze betonte, dass es durch die Kulturhauptstadt Europas zum ersten Mal zu einer Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und kulturellen Einrichtungen in Istanbul gekommen sei. Ein großer erster Schritt in eine neue Zukunft, aber auch noch ein langer Weg.

Tamás Szalay, Kulturdirektor von Pécs 2010, zeigte wieder eine andere, weitere Seite der Kulturhauptstadt Europas. In dieser vergleichsweise kleinen Stadt haben nicht nur Bauhaus-Meister ihre Wurzeln, auch Victor Vasarely ist hier geboren, um nur zwei herausragende Namen zu nennen. Die geographische Lage von Pécs – genau in der Mitte zwischen den beiden Metropolen Ruhr und Istanbul – sieht Tamás Szalay keineswegs als Problem, ganz im Gegenteil, das symbolisiere auch die kulturelle Position dieser Kulturhauptstadt, in der viele Einflüsse zusammenkämen.

Bedenkt man die sehr unterschiedlichen Konzepte und Ziele allein dieser drei Kulturhauptstädte Europas 2010, ist es nicht verwunderlich, dass die Vorsitzende des Kulturausschusses des Europäischen Parlaments, Doris Pack, die Bedeutung dieses Titels stark unterstrich. Auch in der bestehenden Vielfalt kultureller Projekte sei diese Initiative in ihren Augen keineswegs zu unterschätzen. Dies wird auch deutlich, wenn man die mit dem Titel verbunden Investitionen betrachtet. Allerdings muss der Titel sich auch weiterentwickeln, und so betonte Doris Pack, dass sie auch die Frage regionaler Bewerbungen bei der Europäischen Kommission und dem Europäischen Rat zur Diskussion stellen möchte. Jean-Philippe Gammel, Vertreter der Europäischen Kommission, verwies an dieser Stelle auf die aktuellen Regularien, die zwar besagen, dass der Titel nur an eine Stadt verliehen werden kann, dieser aber freigestellt ist, die Region mit in ihr Programm einzubinden.