Yves Netzhammer - Raumscherben
Sound: Bernd Schurer
Mit der Sternwarte in Bochum hat Yves Netzhammer seinen Wunschort gefunden. Die Sternwarte ist ein Raum, der eigentlich keiner ist. Die semitransparente Hülle, das Radom, umspannt und schützt die empfindliche Parabolantenne, die die Funksignale aus dem Weltraum empfängt. Die Hülle ist Raum und Projektionsfläche zugleich.
In seiner Arbeit für ''Ruhrlights: Twilight Zone'' verbindet Netzhammer eine Außenprojektion mit einer Licht-Klang-Komposition im Innern. Zu festgelegten Zeiten wird von außen ein Videofilm auf die Oberfläche der Sternwarte projiziert. Der Mensch wird in der Projektion monumentalisiert. Zwischen Himmel und Erde kreiert er sich sein eigenes Universum in der Schwebe, in dem vieles möglich erscheint. So surreal die Bildsprache auch ist, so nah bewegt sie sich am Kern unseres Selbst. Sie eröffnet Dimensionen der Wahrnehmung, des Empfindens, die uns zuvor verschlossen waren. Indem die Bilder etwas Wahres in uns ansprechen, entsteht eine ungeahnte neue fragile Balance unserer Bewegung in der Welt.
Der imaginäre Kosmos, den Yves Netzhammer im Außenraum schafft, bekommt im Innenraum seine akustische und lichtatmosphärische Entsprechung. Im Inneren des Radoms entstehen Hörlandschaften, Soundscapes, die mit Funksignalen operieren. Netzhammer arbeitet hier mit dem Komponisten Bernd Schurer zusammen. Im Klang lösen sich die visuellen Festschreibungen auf. Die Geräuschlandschaft wird intuitiv wahrgenommen, sie korrespondiert mit monochromen Farbveränderungen der Hülle, die weit bis ins Ruhrtal sichtbar sind. Das Miteinander von Klang, Licht und filmischer Erzählung gibt uns eine Ahnung davon, dass noch andere unbekannte Welten in unserem Universum existieren.
Infos zu Yves Netzhammer und Bernd Schurer.
Informationen zur An- und Abreise finden Sie auf der Ort-Seite Bochum.












