Tatzu Nishi
Der Japaner Tatzu Nishi hat sich in Mülheim mit besonderen Orten an der Ruhr beschäftigt. Ihn interessiert vor allem die Gleichzeitigkeit von urbanem Raum und Rückzugsorten der Natur. Mit Witz verwandelt er fast unbemerkte, alltägliche Orte in intime Räume, die unsere Phantasie aktivieren. In der nächtlichen Ruhrlandschaft an der „Alten Schleuse“ macht Nishi mit den an einem Ballon hängenden Leuchtbuchstaben „WC“ auf einen „stillen Ort“ des Menschen aufmerksam, den er mit einer leichten Geste und einem Augenzwinkern poetisiert.
Nishi schaut mit den Augen eines Fremden auf Gewohntes, er spürt alltägliche Orte auf und verändert sie mit seinen temporären Interventionen und Architekturen. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist häufig öffentliches Inventar, wie Straßenlaternen, aber auch Denkmäler, Skulpturen oder Architekturen. An diesen errichtet er begehbare Zimmer – Wohnzimmer, Schlafzimmer und Küchen – oder skulpturale Details, die die Betrachter auf die besondere Situation aufmerksam machen.
Nishis Räume und Installationen befinden sich oft in großer Höhe. Seine Gebilde entheben den Ort der Alltagswirklichkeit. Er selbst beschreibt seine Arbeitsweise so: „Für mich erlangt Kunst ihre Existenzberechtigung dadurch, dass sie den gewöhnlichen Dingen des Alltags einen anderen, bzw. neuen Aspekt hinzufügt. So schleicht sich meine Arbeit in das Leben und den Alltag der Leute ein.“
Informationen zur An- und Abreise finden Sie auf der Ort-Seite Mülheim an der Ruhr.
