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RUHR.BUCH - Das Ruhrgebiet literarisch

Cover von RUHR.BUCHCover von RUHR.BUCH

Was haben Johann Wolfgang von Goethe und Frank Goosen gemeinsam? Wo stößt man auf Herbert Grönemeyers "Bochum"-Hymne, kurz bevor er der Metropole Ruhr einen neuen Song widmet? Wie kann es sein, dass Heinrich Heine auf Ernest Hemingway und Georg Kreisler trifft, die Seite an Seite stehen mit Ricarda Huch, Alfred Kerr, Josef Roth und Anna Seghers? Wer vereint mehr Literaturnobelpreis-, Bundesverdienstkreuz-, Leo-Baeck-Preis-, Georg-Büchner-Preis und Grillparzer-Preisträger als man glaubt zählen zu können? Die Antwort lautet viermal: das RUHR.BUCH. Hier ist es - druckfrisch zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

Die beiden Herausgeber Gregor Gumpert und Ewald Tucai haben neben anderen gemeinsamen Projekten bereits Erfahrung mit literarischen Schätzen von Kulturhauptstädten gesammelt. Für die amtierende Kulturhauptstadt Europas Linz09 gaben sie im Dezember 2007 die Anthologie "Linz literarisch" heraus. Innerhalb der Bibliothek der Provinz Verlag für Literatur stellten Gumpert und Tucai Texte von Autorinnen und Autoren zusammen, die in Linz geboren wurden, dort gelebt oder die Stadt besucht haben, die dort gestorben sind oder die ohne biographischen Bezug über Linz geschrieben haben.

Diesem Konzept bleiben die Herausgeber beim RUHR.BUCH treu. Die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 heißt nicht zufällig "Essen für das Ruhrgebiet". Es gibt Erzählungen, Gedichte, Essays, Romanausschnitte zu und aus einer Region, die sich mit der Industrialisierung zu einem Ballungsraum mit 53 Städten auf einer Fläche von mehr als 4.400 Quadratkilometern entwickelte. Fast so viele Texte, wie es Revierstädte gibt, haben die Herausgeber zusammengetragen.

Sieht man einmal von dem ruhr- bzw. ruhmreichen Ausreißer von Siegfriedens „Nibelungenlied“ (um 1200) ab, stammen die Beiträge aus vier Jahrhunderten: zwei aus dem 18., sieben aus dem 19., über 30 aus dem 20. und acht aus dem 21. Jahrhundert. Der älteste Text wurde nicht etwa von Johann Wolfgang von Goethe verfasst, sondern von dem Arzt und Schriftsteller Carl Arnold Kortum (* 5.07.1745 in Mülheim an der Ruhr; † 15.08.1824 in Bochum). Den aktuellsten Text steuert Jürgen Lodemann mit „Predigkeits Predigt“ (2009) bei. Damit schließt sich der Kreis zum Nibelungenlied. Denn Jürgen Lodemann erzählte in seinem Roman „Siegfried und Krimhild“ die Nibelungensaga ganz anders.
So wird auch im RUHR.BUCH das literarische Ruhrgebiet eine runde Sache. Die sorgfältig ausgewählten Texte setzen mit humorvollen und kritischen Sichtweisen wie bei einem Kaleidoskop ein unkonventionelles Bild vom alten Ruhrgebiet und der neuen Metropole Ruhr zusammen.      

Lesen Sie das Grußwort von Fritz Pleitgen und Oliver Scheytt, den Geschäftsführern der RUHR.2010 GmbH, das Vorwort der beiden Herausgeber sowie Heinrich Bölls "Heimat" (1958), Friedrich Rauterts "Die Ruhrfahrt" (1827) und Michael Holzachs "Im Eilschritt zum Pütt" (1982):

Leseprobe zu RUHR.BUCH, dtv

Größe: 141,52 KB
Dateiformat: PDF

Vertretene Autoren (/Texte):
Thomas Bernhard / Heinrich Böll / Rudolf Braune / Bertolt Brecht / Deutsche Metallarbeiter-Zeitung / Franz Josef Degenhardt / Wolf Doleys / Friedrich Engels / Manfred Flügge / Ferdinand Freiligrath / Ralph Giordano / Johann Wolfgang von Goethe / Frank Goosen / Herbert Grönemeyer / Max von der Grün / Heinrich Heine / Ernest Hemingway / Franz Hohler / Michael Holzach / Ricarda Huch / Richard Huelsenbeck / Carl Arnold Kortum / Alfred Kerr / Georg Kreisler / Michael Klaus / Horst Krüger / Friedrich Adolf Krummacher / Jürgen Lodemann / Gerhard Löbker / Hermann Löns / Jürgen von Manger / Ret Marut / Ernst Meister / Florian Neuner / Das Nibelungenlied / Hans van Ooyen / Marion Poschmann / Friedrich Rautert / Josef Reding / Josef Roth / Ralf Rothmann / Helge Schneider / Levin Schücking / Anna Seghers / Dirk Sondermann / Jura Soyfer / Wilhelm Uhlmann-Bixterheide / Günter Wallraff / Wolfgang Welt / Roger Willemsen.

Die Herausgeber:
Gregor Gumpert, geboren 1962, lebt in Berlin. Er habilitierte sich 2002 nach dem Studium der Komparatistik, Skandinavistik und Philosophie in Kiel, Oslo und Berlin. Neben seinen Gastprofessuren ist er seit 2005 als Herausgeber und Ausstellungsmacher im Bereich Literatur tätig.
Ewald Tucai, geboren 1963, lebt in Berlin. Nach Abschluss des Studiums der Architektur ist er als freier Architekt, Ausstellungmacher und Herausgeber im Bereich Literatur und Kunst tätig.

Gregor Gumpert, Ewald Tucai (Hg.)
RUHR.BUCH - Das Ruhrgebiet literarisch
Deutscher Taschenbuch Verlag
November 2009
288 Seiten, broschiert, EUR 9,90
ISBN 978-3-423-13826-0

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website vom
Deutschen Taschenbuch Verlag