Atlas der Metropole Ruhr
Metropolen existieren nicht an sich, sie werden von Menschen gemacht. Mit Hilfe des Atlas der Metropole Ruhr entdecken selbst Kenner des Ruhrgebiets Überraschendes, wandeln Touristen auch auf unbekannten Pfaden, erfahren Schüler und Studierende auf anschaulichem Wege mehr über die Entwicklung und Struktur dieses vielfältigen Ballungsraumes.
Rund sechzig Autorinnen und Autoren dokumentieren im Kartenbild, in Texten und Fotografien den Wandel der Kulturlandschaft im Herzen Europas vom Industriezeitalter bis heute. Zwei Jahre hat die Arbeitsphase an dem Atlas gedauert. Unterstützt vom Regionalverband Ruhr zeichnen die Herausgeber und Autoren das Werden und den Wandel der Region nach, aber auch die Chancen, die sich daraus ergeben, zeigen die vielfältigen Lebenswelten auf und wagen einen Blick in die Zukunft der Metropole Ruhr.
Es ist eine große Herausforderung, das Ruhrgebiet in einem Atlas darstellen zu wollen - einen Ballungsraum, der in nur wenigen Jahrzehnten als Produkt der stürmischen Industrialisierung entstanden ist, solchermaßen von der Montanindustrie nachhaltig geprägt wurde, dessen Identität nicht leicht zu fassen ist, der den Prozess des Strukturwandels durchmacht und dabei seine Zukunftspotenziale entdeckt.
Der Atlas der Metropole Ruhr stellt sich dieser Herausforderung auf gut 200 Seiten in fünf thematisch und chronologisch geordneten Kapiteln: Nach Überblicksinformationen zum Ruhrgebiet tauchen die Autoren in die Industrieregion ein, vollziehen den Strukturwandeln nach, zeigen dabei die vielfältigen Lebenswelten auf und wagen zuletzt detaillierte Blicke in die Zukunft der Metropole Ruhr.
Das Ruhrgebiet wird innerhalb Europas verortet. Die kulturellen, religiösen, infrastrukturellen und naturräumlichen Potenziale von Land und Leuten werden genauso aufgezeigt wie die demografischen, politischen, technologischen und wirtschaftlichen Veränderungen.
Höchst interessant sind die Beiträge zum Nationalsozialismus und den Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs: die Gleichschaltung im Dritten Reich, "Waffenschmiede des Reiches", Zwangsarbeit im Ruhrgebiet, Kriegszerstörungen und Wiederaufbau.
Nach den Krisen und dem Zusammenbruch der Montanindustrie formt sich im Ruhrgebiet eine Kulturlandschaft, eine Sportlandschaft, eine postmoderne Freizeit- und Erlebnislandschaft, deren Entwicklungen der Atlas anschaulich nachzeichnet. Abgerundet wird das Ganze mit sechs Szenarien für das Jahr 2035 und danach.
Mit Liebe zum Detail und ungewöhnlichen Blickwinkeln erwächst ein Gesamtbild der Metropole Ruhr. Man hält es in Buchform nicht nur in Händen, sondern trägt es fortan auch im Kopf.
Für den gehobenen Anschaffungspreis bietet der Atlas der Metropole Ruhr in edler Ausstattung ein Höchstmaß an sachkundiger Information und - das ist das Besondere: an spannender Unterhaltung. Der Atlas ist eigentlich vier Bücher in einem: ein Kartenwerk, ein Bildband, ein Geschichtsbuch und ein Reiseführer. Ein Standardwerk für jeden, der das Ruhrgebiet verstehen möchte. Zum immer wieder Lesen und Nachschlagen.
Achim Prossek, Helmut Schneider, Burkhard Wetterau, Horst A. Wessel, Dorothea Wiktorin (Hg.)
Atlas der Metropole Ruhr - Vielfalt und Wandel des Ruhrgebiets im Kartenbild
Emons: Verlag
November 2009
224 Seiten, gebunden, zahlreiche Abbildungen, EUR 49,80
mit Fotographien von Joachim Schumacher
ISBN 978-3-89705-691-6








