Der Park der Villa Hügel
Der Name Krupp ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt Essen verbunden. Die 1873 fertig gestellte Villa Hügel war jahrzehntelang das Wohnhaus der Familie Krupp. Nicht nur dem Bekanntheitsgrad nach steht im Schatten des 8.100qm großen Anwesens mit 269 Räumen ein 28 ha großer Park. Christa Hasselhorst lädt in ihrem Buch dazu ein, die Geschichte, die Flora und Fauna des Parks der Villa Hügel zu entdecken.
Die Potsdamer Publizistin Christa Hasselhorst hat intensiv im Historischen Archiv Krupp recherchiert und ist auf Fakten und Abbildungen zur Geschichte des Hügelparks gestoßen, die teils erstmalig in "Der Park der Villa Hügel" wiedergegeben werden. Den Anfang bildet ein historischer Abriss zur mehr als 140jährigen Geschichte des Parks: Von den Landankäufen durch Alfred Krupp, seinen Vorstellungen zur Geländeanlage, die Konzeptions- und Bauphasen über die opulenten Aufforstungen durch die nachfolgenden beiden Generationen mit möglichst exotischer Vegetation, den Beginn des Ausstellungsbetriebs in Villa Hügel und die Öffnung des Parks für die Öffentlichkeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zur heutigen Pflege und dem Erhalt der rund 7.000 Bäume, worunter sich noch einige von Alfred Krupp gepflanzte Platanen, Mammutbäume und Zedern befinden. Apropos: Der Baumbestand im Park ist wesentlich älter als die Anlage selbst, weil Krupp viele ausgewachsene Bäume umsetzen und anpflanzen ließ.
Die von den Krupps gestaltete Natur im Park wird in weiteren Kapiteln detaillierter erklärt - mit besonderem Augenmerk auf den oberen und den unteren Terrassengarten. Das Anwesen war aber weit mehr als ein Repräsentationsbau mit angeschlossenem Park, es war auch ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Tausenden von Obstbäumen und Beerensträuchern, ein Gut mit Hunderten von Tieren und eine Gärtnerei mit Pflanzenzucht. So verwundert es kaum, dass im Jahr 1914 auf dem Hügel 648 Menschen für die Krupps arbeiteten.
Das reich illustrierte Buch lädt die Leser zu einem abwechslungsreichen Spaziergang durch Vergangenheit und Gegenwart ein, streift dabei immer wieder die Geschichte der Unternehmerfamilie Krupp und erzählt anekdotenreich von majestätischen Bäumen, Passierscheinen, Nachtigallen-Nöten und lustwandelnden illustren Gästen.
Der Übersichtsplan mit den Ortsangaben zu Gehölzen, Denkmälern und Gebäuden lässt das Buch auch zu einem kleinen Reiseführer durch den Park werden. So findet man leicht den Tulpenbaum oder die Japanische Sicheltanne.
Die Fotografien von Ursel Borstell zeigen, dass der Park den Jahreszeiten entsprechend in allen zwölf Monaten immer neue reizvolle Bilder bietet - bei Sonnenschein, in der Dämmerung und im Nebel. Nur wenn es regnet, sollte man lieber die Ausstellung in der Villa Hügel vorziehen.
Christa Hasselhorst
Der Park der Villa Hügel
Deutscher Kunstverlag, Kleine Reihe Villa Hügel
Oktober 2009
168 S., broschiert, 119 farbige und 10 schwarzweiße Abbildungen, EUR 9,80
Fotografien von Ursel Borstell
ISBN: 978-3-422-02184-6
Villa Hügel und Park
Park täglich, auch an Feiertagen: 8.00 - 20.00 Uhr
Villa Hügel täglich außer Mo: 10.00 - 18.00 Uhr
Einzelkarten: 3,- Euro (ohne Wechselausstellungen)
Freier Eintritt für Kinder unter 14 Jahren
Im Park sind Hunde nicht zugelassen.
Telefonische Auskunft: 0201 / 61629-17


